Jahresbericht 2021

Allgäuer Moorallianz

Naturschutzgroßprojekt wird verlängert

Seit 2009 läuft bereits das Naturschutzgroßprojekt Allgäuer Moorallianz. Zunächst war die Projektlaufzeit bis Herbst 2022 befristet, nun geht das Moorschutzprojekt definitiv in die Verlängerung. Die Förderbehörden von Bund und Land stimmten einer Projektverlängerung über weitere acht Jahre bis Ende 2030 zu.


Im Grundsatz sollen in der Verlängerung Moorschutz-Maßnahmen in denjenigen Schwerpunktgebieten umgesetzt werden, die sich aus bisherigen Aktivitäten ergeben haben. Hierbei liegt der Fokus einerseits auf einer sinnvollen Abrundung und Arrondierung von Flächenankäufen, andererseits sollen Aktivitäten auf Flächen in öffentlichem Eigentum stattfinden, für die mit den betreffenden Stellen (Staatsforsten, Wasserwirtschaftsamt, Gemeinden, Verbänden) bereits eine Kooperation ins Auge gefasst wurde. Die Renaturierung (Wiedervernässung) in den Kernbereichen der betreffenden Moore wird weiterhin Schwerpunkt der Maßnahmenumsetzung sein. Vorkommen besonderer, gefährdeter Tier- und Pflanzenarten sollen durch entsprechende Pflegemaßnahmen gesichert werden. Auch Moorwälder und die offene Streuwiesenlandschaft im Randbereich der Moore bleiben Gegenstand des Projektes. Die fachliche Priorisierung der Gebiete ergibt sich aus dem Pflege- und Entwicklungsplan, welcher weiterhin die fachliche Grundlage für das Projekt darstellt.


Im Zeitraum der Umsetzungsphase 2012 bis einschließlich 2021 wurden im Rahmen des Projekts bislang rund 7,4 Millionen Euro für den Moorschutz investiert, allein im Jahr 2021 lag der Mitteleinsatz bei rund 916.000 Euro. Die Hauptausgaben lagen beim Grunderwerb und den tatsächlichen. Daneben wurden auch Mittel für Öffentlichkeitsarbeit, Besucherinformation und für die Evaluierung von erfolgten Maßnahmen ausgegeben. Einnahmen aus Verpachtung oder Holzerträgen wurden entsprechend reinvestiert. Für die Projektverlängerung stellen der Bund mit 75 % und der Freistaat Bayern mit 15 % Förderanteil ab 2022 eine zusätzliche Ausgabensumme von 9,4 Millionen Euro in Aussicht. Die beiden Landkreise Ober- und Ostallgäu hatten schon im Juli 2021 die Ko-Finanzierung des 10%-igen Eigenanteils per Beschluss in den Kreistagsgremien gesichert.


Schwerpunktgebiete des Flächenankaufs liegen beispielsweise im Stöttener Moos im Geltnachtal oder auch landkreisübergreifend in den Mooren im Kempter Wald. Bis dato konnten in den beiden Landkreisen rund 270 Hektar Moorflächen angekauft werden, davon 161 Hektar im Ostallgäu und 109 Hektar im Oberallgäu. Bei wenigen Flächen handelt es sich auch um bewaldete Tauschflächen oder Grünland, die im Zuge des Projekts gegen weitere Moorflächen eingetauscht werden sollen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hydrologische Sanierung und Renaturierung im Schwindenmoos bei Sulzschneid

Das Schwindenmoos mit einer Gesamtgröße von knapp 40 Hektar liegt etwa 10 Kilometer südöstlich von Marktoberdorf. Eigentümerin ist die Stadt Marktoberdorf. Durch den vormaligen gewerblichen Torfstich entstanden hier mehrere ausgedehnte Torfstichbecken. In den Sommermonaten wurden verschiedene Dammbauwerke erstellt mit dem Ziel, die entwässernden Gräben und Torfstiche in geeigneter Weise wiederzuvernässen. Mit Erfolg: Der Torfkörper ist wieder nass und kann seine Funktion als Wasser- und Kohlenstoffspeicher übernehmen. Neue Lebensräume für Libellen, Schmetterlinge, Vögel oder Reptilien wurden geschaffen und können sich nun weiter ungestört entwickeln.


Aufgrund dieser Vernässung war das Gelände nur mit Spezialmaschinen und dem Einsatz von Baumatten sowie temporärer Baustraßen aus Rundholzstämmen erreichbar. Die Rundholztrasse wurde nach Abschluss aller Arbeiten vollständig entfernt. Den Renaturierungsarbeiten in 2021 gingen in den Jahren 2006 und 2011 bereits erste Anstauarbeiten im Rahmen der Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien und des Bayerischen Klimaschutzprogramms 2050 voraus. Mit den nun durchgeführten Baumaßnahmen wurden die Renaturierungsarbeiten im Schwindenmoos final zum Abschluss gebracht.


Die bereits bestehenden Dämme wurden sinnvoll ergänzt, um eine größere Flächenwirkung zu erreichen. Einige ältere Dämme waren durch die Aktivitäten des Bibers in Mitleidenschaft gezogen worden und wurden im Zuge der Baumaßnahmen saniert. Je nach technischer Anforderung reichten die Anstau-Methoden von technischen Stahl-Spundungen über Stammholzkonstruktionen bis hin zu kleineren Torfdämmen mit innenliegenden Holzspundwänden. Der Erfolg dieser Maßnahmen wurde nach den starken Regenfällen im Sommerhalbjahr an den Wasserständen sofort sichtbar.


Die Kernbereiche des Spirken-Hochmoors sollen sich fortan selbst entwickeln können. Eine forstliche Nutzung findet nur noch auf randlichen, wegenahen Teilflächen statt. Die reinen Baukosten beliefen sich in 2021 auf rund 200.000 Euro.

 

Bayerische Klima-Aktionswoche Ostallgäu

Vom 8. bis 17. Oktober 2021 fand im Rahmen des Projektes „Regionale Klima-Aktionswochen“ des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz die Klima-Aktionswoche im Ostallgäu statt. Das Marktoberdorfer Theaterkino „filmburg“ rückte dabei das Thema Moor mit dem Theaterstück „Die Moorgaukler“, der Filmvorführung „Magie der Moore“ und einem interaktiven Diskussionsabend „Geschichte und Geschichten rund ums Moor“ mit unterschiedlichen Moor-Expert*innen, u. a. der Projektmitarbeiterin Simone Reylaender, ins Licht. Das Projektbüro und seine Moorführerinnen und -führer boten diverse Moorexkursionen an und informierten auf dem Marktoberdorfer Wochenmarkt über die Relevanz der Verwendung von torffreier Pflanzenerde.

Kontakt

Projektbüro Allgäuer Moorallianz

Schwabenstraße 11

87616 Marktoberdorf

Tel. 08342 911-260

Fax 08342 911-564

 

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