Jahresbericht 2021

Bauverwaltung

Konjunkturlokomotive Bau brummt weiter

Trotz der Corona-Pandemie ergibt sich für 2021 nach fünf sehr starken Jahren abermals eine gleichbleibend hohe, aufwärtsgerichtete Baukonjunktur. Insbesondere der Neubau von Ein- und Mehrfamilienhäusern floriert. Stimulierend wirken dabei auch die guten Rahmenbedingungen wie extrem niedrige Zinsen, stabiler Arbeitsmarkt sowie die hohe Anlegerpräferenz für Sachwerte. Hinzu kommt die Attraktivität der Wohnimmobilien für Investoren auf der Suche nach wertbeständigen Kapitalanlagen.

Neubau Wohnhäuser

Die nachfolgende Grafik zeigt, dass die Ergebnisse der vorangegangenen Jahre nach wie vor erreicht werden. Sowohl bei der Anzahl der Neubauten (Bauanträge und Genehmigungsfreistellungsverfahren) wie auch beim Wohnungsbau ergibt sich gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um ca. 20 % (Einfamilienhäuser, Doppelhäuser, Mehrfamilienhäuser (2014: 385; 2015:  437, 2016: 440, 2017: 397, 2018: 375, 2019: 345, 2020: 380, 2021: 453)

Neue landwirtschaftliche Bauvorhaben

Im Vergleich der einzelnen landwirtschaftlichen Bauvorhaben mit den Jahren 2016, 2017, 2018, 2019 und 2020 zeigt sich, dass die Anzahl der Bauanträge für neue Milchviehställe auf hohem Niveau stagniert. Im Jahr 2021 wurden wieder zwei neue Biogasanlagen genehmigt. Die Zahl an landwirtschaftlichen Maschinenhallen hat mit 31 Stück ebenfalls an das Niveau von 2020 angeknüpft. Bergehallen wurden dagegen nicht gebaut. Insgesamt war im Jahr 2021 eine gleichbleibend hohe Anzahl an landwirtschaftlichen Bauten zu verzeichnen.  

 

Die Investitionskosten für neue landwirtschaftliche Bauvorhaben betrugen im Jahr 2018: 18,57 Mio. Euro, 2019: 15,5 Mio. Euro, 2020: 29,17 Mio. Euro, 2021: 23,9 Mio Euro. Der Anreiz zu höheren Investitionssummen liegt in der ab 2020 geltenden Verdoppelung des Fördervolumens des landwirtschaftlichen Agrarinvestitionsförderprogramm von 400.000 Euro auf 800.000 Euro. Seit 2020 werden zwischen 25 Prozent und 30 Prozent auf die förderfähigen Kosten gewährt.

Gewerbliche Bauvorhaben

Im Jahr 2021 wurden auch im Wirtschaftsbau stark steigende Unternehmensinvestitionen verzeichnet. Die Anzahl der gewerblichen Neubauten stieg 2021 auf 38 (2020: 18, 2019: 27, 2018: 41; 2017: 31; 2016: 35, 2015: 26; 2014: 26). Ebenso wurden 2021 mit 22 Anträgen deutlich mehr gewerbliche Bauvorhaben im Genehmigungsfreistellungsverfahren eingereicht (2020: 11, 2019: 20, 2018: 29, 2017:19). Die Investitionskosten für neue Gewerbebauten (Bauanträge und Genehmigungsfreistellungsverfahren) betrugen im aktuellen Berichtsjahr 2021 rund 48,4 Mio. Euro (2020 60,4Mio. Euro, 2019: 46,36 Mio. Euro, 2018: 45,8 Mio. Euro, 2017: 32,1 Mio. Euro, 2016: 32,7 Mio. Euro, 2015: 43,1 Mio. Euro).

 

Die Zahl der Anträge zur Erweiterung gewerblicher Bauten liegt im Berichtsjahr 2021 bei 22, und damit weit über dem Niveau der Vorjahre (2020: 14, 2019: 16, 2018: 24, 2017: 28, 2016: 26, 2015: 24). Die Investitionskosten in diesem Bereich lagen im Jahr 2021 bei 15,7 Mio. Euro (2020: 12,5 Mio. Euro, 2019: 14,4 Mio. Euro, 2018; 13,26 Mio. Euro, 2017: 21,7 Mio. Euro, 2016: 9,6 Mio. Euro, 2015 mit 18,25 Mio. Euro, 2014: 9,12 Mio. Euro) und damit ebenso über denen der vorangegangenen Jahre).

 

Das Investitionsvolumen bei immissionsschutzrechtlich genehmigten Gewerbebauten lag 2021 bei 1.132.318 Euro (reinen Baukosten) und damit dieses Jahr entgegen dem allgemeinen Trend deutlich unterden Vorjahreswerten (2020: 109.964.886,00 Euro, 2019: 20.907.500,00 Euro, 2018: 5.254636,44 Euro, 2017: 6.396.396,00 Euro, 2016: 4.835.590,00 Euro, 2015: 60.721.017,13 Euro).

Wohnraumförderung 2021

Der Freistaat Bayern unterstützt die Wohnraumversorgung seiner Bürger auf vielfältige Weise. Mit den Programmen der Eigenwohnraumförderung fördert er damit auch den Bau oder Kauf eines Hauses, sowie den Erwerb einer Wohnung für weniger wohlhabende Familien, damit diesen auch die Möglichkeit geboten wird, Wohneigentum zu bilden.

Um eine Förderung zu bekommen, müssen bestimmte Eckpunkte eingehalten werden. Das sind u. a. eine angemessene Wohnfläche sowie die Einhaltung der maßgebenden Einkommensgrenze.

 

Förderung im Bayerischen Wohnungsbauprogramm 

 

Beim Bayerischen Wohnungsbauprogramm (auch bekannt unter dem Begriff „staatliches Darlehen“) handelt es sich um ein auf 15 Jahre befristetes, zinsverbilligtes Darlehen mit einem Zinssatz von 0,5 % und einer Tilgung von 1 % bei Neubauten sowie 2 % beim Zweiterwerb. Je Kind oder bestehender Schwangerschaft erhalten Familien einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 5.000 Euro. Zudem gibt es beim Erwerb von vorhandenem Wohnraum (Zweiterwerb), für den Ersatzneubau und für einen Neubau auf einer Konversionsfläche oder innerörtlichen Brachfläche einen ergänzenden Zuschuss in Höhe von 10 % der förderfähigen Kosten bis maximal 30.000 Euro. Die Förderhöhe richtet sich nach der sozialen Dringlichkeit, da nur begrenzt Haushaltsmittel zur Verfügung stehen.

 

Förderung im Bayerischen Zinsverbilligungsprogramm 

 

Beim Bayerischen Zinsverbilligungsprogramm ist eine Förderhöhe von bis zu einem Drittel der förderfähigen Kosten möglich. Zu den förderfähigen Kosten zählen beim Neubau die Kosten für das Grundstück, die Erschließungskosten, die Grunderwerbsteuer, die Notargebühren sowie die Kosten für das Gebäude einschließlich der Außenanlagen. Beim Zweiterwerb sind es der Kaufpreis, die Grunderwerbsteuer, die Notargebühren, die Maklergebühren sowie eventuelle Kosten für erforderliche Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen. Als weiterer Fördertatbestand wurde die Änderung oder Erweiterung von Gebäuden aufgenommen. Außerdem wurde die Tilgung, aufgrund der momentanen Niedrigzinsphase, auf 2 % erhöht, (eine Absenkung auf 1 % ist dennoch möglich). Die Bayern-Labo bietet im Zinsverbilligungsprogramm Darlehensvarianten mit 10-jähriger, 15-jähriger und 30-jähriger Zinsbindung an. Bei der Darlehensvariante mit 30-jähriger Zinsbindung handelt es sich um ein Darlehen mit Volltilgung.

 

 

Förderung der Anpassung von Wohnraum an die Belange von Menschen mit Behinderung

 

Weiterhin wurde das leistungsfreie Darlehen für den behindertengerechten Wohnungsumbau gut angenommen.

Dabei handelt es sich um ein Darlehen für Maßnahmen zur Anpassung von Miet- und Eigenwohnraum an die Belange von Menschen mit Behinderung im Bestand. Bei dieser Förderung handelt es sich um ein leistungsfreies Darlehen von bis zu 10.000 Euro je Wohnung, das nach fünf Jahren in einen Zuschuss umgewandelt wird. Leistungsfreies Darlehen bedeutet, dass innerhalb der fünf Jahre keine Zinsen und keine Tilgung zu entrichten sind. Eine Schwerbehinderung i.S.v. § 2 Abs.2 SGB IX ist keine Mindestvoraussetzung mehr für eine Antragstellung in diesem Programm. Als Nachweis kann ein ärztliches Attest oder eine andere amtliche Bescheinigung herangezogen werden, woraus die Art der Behinderung hervorgeht und mittels derer eine Einschätzung der zu fördernden Maßnahme im Hinblick auf die Behinderung des Begünstigten möglich ist. Der entsprechende Antrag muss innerhalb von sechs Monaten nach dem Beginn der Maßnahme bzw. der Auftragsvergabe bei der Bewilligungsstelle eingereicht werden. Das Darlehen wird vor allem für den Einbau von behindertengerechten sanitären Anlagen, den Einbau eines Aufzugs bzw. Treppenliftes sowie die Beseitigung von Barrieren innerhalb und außerhalb von bestehendem Miet- und Eigenwohnraum verwendet.

Im Jahr 2021 konnten somit insgesamt 6,9 Millionen Euro an Fördermitteln bewilligt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Denkmalförderung 2021

Der Erhalt von Kulturgütern nimmt einen immer höheren Stellenwert in der Gesellschaft ein. Deshalb hat der Landkreis für die Denkmalpflege freiwillige Mittel in Höhe von 50.000 Euro bereitgestellt. Die Förderung denkmalpflegerischer Maßnahmen erfolgt zusammen mit den Gemeinden und anderen öffentlichen Einrichtungen wie Landesamt für Denkmalpflege, dem Bezirk Schwaben, der Bayerische Landesstiftung. Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Viermetz-Stiftung oder die Diözese Augsburg ermöglichen durch ihr außerordentliches Engagement den Erhalt unserer Denkmallandschaft und kulturellen baulichen Vielfalt.

Alle Förderungen zusammen helfen, Investitionen in der Größenordnung von mehreren Millionen Euro jährlich auf den Weg zu bringen, die insbesondere dem regionalen Handwerk zu Gute kommen. Denkmalpflege ist neben der Image- und Kulturpflege somit auch ein nicht unerheblicher regionaler Faktor im einheimischen Wirtschaftskreislauf.

 

Im Jahr 2021 wurden 17 Projekte durch Kreismittel gefördert. Das Gesamtinvestitionsvolumen betrug dabei ca. 3,1 Mio. Euro.

Beschluss der Bodenrichtwerte zum 31.12.2020

Am 06.06.2021 wurde die Bodenrichtwertliste durch den Gutachterausschuss aufgrund der Pandemiesituation erstmalig im schriftlichen Umlaufverfahren beschlossen.

Der Bodenrichtwert ist der durchschnittliche Wert des Bodens für eine Mehrheit von Grundstücken einer bestimmten Zone, für die im Wesentlichen gleiche Nutzungs- und Wertverhältnisse vorliegen. Er ist bezogen auf einen Quadratmeter Grundstücksfläche eines Grundstücks mit definiertem Grundstückszustand (Bodenrichtwertgrundstück).

Bodenrichtwerte werden für baureife und bebaute Grundstücke, sowie für landwirtschaftlich genutzte Flächen abgeleitet. Bodenrichtwerte haben keine bindende Wirkung. Ansprüche gegenüber den Trägern der Bauleitplanung, den Baugenehmigungs- oder den Landwirtschaftsbehörden können weder aus den Bodenrichtwerten, den Abgrenzungen der Bodenrichtwertzonen bei zonalen Richtwerten noch aus den sie beschreibenden Attributen abgeleitet werden. Die Bebaubarkeit von Grundstücken im Bebauungsplanbereich wird durch dessen Festsetzungen, nicht aber durch Zonierungen der Bodenrichtwertliste, im Detail geregelt.

Bodenrichtwerte werden grundsätzlich altlastenfrei ausgewiesen. Außergewöhnliche Grundstücksverhältnisse (z. B. schlechter Baugrund etc.) sind nicht berücksichtigt. Die Bodenrichtwerte berücksichtigen die flächenhaften Auswirkungen des Denkmalschutzes (z.B. Ensembles in historischen Altstädten), nicht aber das Merkmal Denkmalschutz eines Einzelgrundstücks.

 

Die Bodenrichtwerte werden seit dem Stichtag 31.12.2018 einschließlich Erschließungskosten (erschließungsbeitrags- und kostenerstattungsbeitragsfreier Zustand) ausgewiesen. Damit ist eine Vergleichbarkeit mit den angrenzenden Landkreisen gegeben. Sie werden regelmäßig alle zwei Jahre neu ermittelt und festgesetzt. Eine Abweichung von dieser Regelung gilt für das kommende Jahr 2022. Aufgrund gesetzlicher Änderungen ist der nächste Bodenrichtwertstichtag der 01.01.2022.

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Kontakt

Landratsamt Ostallgäu

Bauverwaltung

Tel. 08342 911-398

Fax 08342 911-564

 

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