Jahresbericht 2020

Allgäuer Moorallianz

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Mehr Maßnahmen zur Sanierung und Nutzung extensiven Grünlands auf Niedermoorböden

Artenreiche Niedermoorwiese mit Großem Wiesenknopf und Skabiosen. Foto: Allgäuer Moorallianz
Artenreiche Niedermoorwiese mit Großem Wiesenknopf und Skabiosen. Foto: Allgäuer Moorallianz
Rückbau von Drainagesträngen auf einer Streuweise bei Seeg mit dem Ziel, den moortypischen Wasserhaushalt und die darauf angepasste artenreiche Vegetation wiederherzustellen. Foto: Allgäuer Moorallianz
Rückbau von Drainagesträngen auf einer Streuweise bei Seeg mit dem Ziel, den moortypischen Wasserhaushalt und die darauf angepasste artenreiche Vegetation wiederherzustellen. Foto: Allgäuer Moorallianz
In den nassen Streuwiesen erfolgt die Mahd oft händisch mit Hilfe eines Motormähers. Foto: Landschaftspflegeverband Ostallgäu e. V.
In den nassen Streuwiesen erfolgt die Mahd oft händisch mit Hilfe eines Motormähers. Foto: Landschaftspflegeverband Ostallgäu e. V.

Neben den aufwändigen Moorbaustellen in den Hochmooren rückten 2020 die Bemühungen zum Schutz des Grünlands auf Niedermoorböden weiter in den Fokus. Bei der Umsetzung von Moorschutz- und Klimamaßnahmen räumen Moorspezialisten artenreichem Extensivgrünland auf Torfböden und der „klassischen“ Moorrenaturierung im Hochmoor gleich hohe Bedeutung ein.
 
Ziel der hydrologischen Sanierung von Moorböden im Offenland ist es, die typische Artenvielfalt dieser nährstoffarmen Wiesen zu sichern oder wiederherzustellen. Denn gerade in diesem Bereich sind wertvolle Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten durch den Nutzungs- und Intensivierungsdruck in der Landwirtschaft oder auch durch Nutzungsaufgabe verloren gegangen. 
   
An verschiedenen Stellen im Projektgebiet konnten in den vergangenen Jahren unterschiedliche Grünlandparzellen erworben werden. Bei diesen Flächen handelt es sich um ein breites Spektrum an Vegetationstypen und Nutzungsformen. Die Spanne reicht von brachgefallenen Streuwiesen über bereits seit längerem extensiv genutzte, artenreiche Flächen bis hin zu kürzlich noch intensiv genutzten Grünlandflächen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Maßnahmenpaket für 17 hauptsächlich extensiv genutzte Grünlandflächen

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling braucht zwingend den Wiesenknopf als Eiablagepflanze. Foto: Herbert Stadelmann
Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling braucht zwingend den Wiesenknopf als Eiablagepflanze. Foto: Herbert Stadelmann
Warzenbeißer (Decticus verrucivorus) – ein heimlicher Streuwiesenbewohner. Foto: Herbert Stadelmann
Warzenbeißer (Decticus verrucivorus) – ein heimlicher Streuwiesenbewohner. Foto: Herbert Stadelmann

Im Rahmen des Naturschutzgroßprojekts wurde 2018 bis 2020 ein Maßnahmenpaket für 17 hauptsächlich extensiv genutzte Grünlandflächen erstellt. Grundlage dafür waren Erhebungen zur Vegetation und zu Standortparametern wie der pH-Wert oder das Nitratlevel. Das nun fertiggestellte Maßnahmenkonzept bildet die wesentliche Grundlage für die Umsetzung von Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen von Grünland im Umfeld von Mooren.

 

Ein Teil dieser Maßnahmen befindet sich bereits in der Umsetzung. Nahe des Heggener Mooses bei Stötten oder an der Jodquelle bei Seeg beispielsweise wurden bereits mehrere hundert Meter Drainagen entfernt. Eine deutliche Verbesserung des Wasserhaushalts ist bei beiden Flächen schon zu erkennen.

 
Ziel der Moorallianz ist es, weitere Maßnahmen zur Sanierung von Grünlandflächen auf Basis der aktuell vorgelegten Maßnahmenplanung in den nächsten Jahren umzusetzen zu können. Für beispielhafte Flächen wird zudem ein Evaluierungskonzept erstellt, um Veränderungen der Vegetation und Standortparameter nach Anpassung der Nutzungsform und Sanierung bewerten zu können.
 
Auf den Bildern sehen Sie seltene und gefährdete Arten wie den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling und den Warzenbeißer, die für ihr Überleben auf extensiv genutzte Grünlandflächen angewiesen und auf einigen der Projektflächen anzutreffen sind.

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Abschluss der Bauarbeiten im Heggener Moos

Regenwasserrückstau in einer Dammkaskade im Heggener Moos. Foto: Allgäuer Moorallianz
Regenwasserrückstau in einer Dammkaskade im Heggener Moos. Foto: Allgäuer Moorallianz

Zahlreiche alte Schienenstränge, Torfstiche und Schlitzgräben im Heggener Moos erzählen Geschichte. Dort wurde noch bis in die 1960er Jahre industrieller Torfabbau betrieben und der Torfkörper dafür systematisch entwässert.
 
Um den Moorwasserhaushalt wiederherzustellen und die ökologische Funktionsfähigkeit des Torfkörpers zu reaktivieren, wurden hier auf rund sechs Hektar Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt. Die systematisch angelegten Entwässerungsgräben konnten durch Torfdämme mit einem Spundwandkern verschlossen werden. Schon nach wenigen Wochen wirkt das Moor deutlich nasser, mittlerweile haben sich fast alle Torfentnahmestellen mit Regenwasser gefüllt. Ein Teil des geschichtsträchtigen Heggener Moos kann heute seine Funktion als Wasser- und Kohlenstoffspeicher sowie Lebensraum für seltene Arten wiederaufnehmen. Schon bald werden die sichtbaren Anstaubauwerke und letzten Spuren der Baggerarbeiten verschwinden und von ersten Pionierarten wie dem Torfmoos, Scheidigem Wollgras und dem Sonnentau besiedelt werden. 

Kontakt

Projektbüro Allgäuer Moorallianz

Schwabenstraße 11

87616 Marktoberdorf

Tel. 08342 911-260

Fax 08342 911-564

 

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