Jahresbericht 2018

Personenstand und Ausländerwesen

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Weiterer Rückgang an Asylbewerbern im Landkreis

Auch im Jahr 2018 sank die Zahl der Asylbewerber im Landkreis kontinuierlich. Zu Beginn des Jahres waren noch 885 Personen in 37 dezentralen Unterkünften untergebracht. Als Reaktion auf die sinkenden Zahlen wurden während des Jahres weitere 16 dezentrale Unterkünfte geschlossen. Ziel war es – trotz der oft schwierigen Wohnraumsituation – die Bewohner unter Berücksichtigung von Integration, Arbeitsplatz und Ausbildung an ihrem Wohnort zu halten. Hier konnte die Ausländerbehörde oftmals zwischen den Betreibern von Asylunterkünften und den Bewohnern vermitteln, sodass diese nach der Schließung in ihrer vertrauten Umgebung wohnhaft bleiben konnten. Dies erfolgte mit dem Abschluss von privaten Mietverträgen. Solche Vereinbarungen wurden 2018 mit sieben Betreibern getroffen, wodurch 67 Personen in private Mietverhältnisse geholfen werden konnte, ohne den allgemeinen Wohnungsmarkt zu belasten. Ende 2018 wurden noch 664 Personen in 21 dezentralen Unterkünften beherbergt.
 
Die Ausländerbehörde Ostallgäu hat in ihrem Zuständigkeitsbereich 2018 insgesamt vier Abschiebungen veranlasst und durchgeführt. Zwei abgelehnte Asylbewerber wurden nach Pakistan und zwei verurteilte Straftäter in die Türkei beziehungsweise nach Albanien abgeschoben.

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Einführung des Integrationskoffers

Vorstellung des Integrationskoffers im Landratsamt Ostallgäu
Vorstellung des Integrationskoffers im Landratsamt Ostallgäu

„Integration im Alltag - wie kann das funktionieren?“ - mit dieser Frage beschäftigt sich der Integrationskoffer, der Ende 2017 bei einer großen Auftaktveranstaltung allen Ehrenamtlichen und Engagierten im Landkreis vorgestellt wurde. Aufgrund der großen Resonanz fanden im ersten Quartal 2018 neun Einführungs- und Übungsworkshops für Haupt- und Ehrenamtliche statt, um die genaue Nutzung und Anwendung des Koffers zu erklären und zu üben. In Integrationskoffer werden 16 alltagsnahe Themen behandelt, wie zum Beispiel das Verständnis von Ehrenamt, Möglichkeiten der Abgrenzung und Umgang mit Pünktlichkeit.

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Vernetzungstreffen der Asylkreise

Mehr als 50 freiwillige Helfer aus über 15 Asylkreisen sowie viele Interessierte aus Institutionen wie Caritas, Bildungsträger, Berufsschulen und Kindergärten im Ostallgäu waren der Einladung vom Team Ehrenamt Asyl gefolgt, um ihre Erfahrungen beim dritten landkreisweiten Vernetzungstreffen auszutauschen. Abteilungsleiter Ralf Kinkel gab einen Überblick über die aktuelle Situation im Landkreis, Isabel Costian und Christina Panje informierten die Asylhelfer und Interessierte über die Angebote im vergangenen Jahr wie beispielsweise die Schulungen für Asylhelfer, eine Schifffahrt auf dem Forggensee als Dank für die Ehrenamtlichen sowie die Einführung des Integrationskoffers. 

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Kinoabend für ehrenamtliche Asylhelfer

Zeichen des Dankes und der Anerkennung: der Kinoabend für ehrenamtliche Asylhelfer*innen
Zeichen des Dankes und der Anerkennung: der Kinoabend für ehrenamtliche Asylhelfer*innen

Landrätin Maria Rita Zinnecker hat die ehrenamtlichen Helfer*innen der Asylkreise im Ostallgäu als Dankeschön zu einem Kinoabend in der Filmburg in Marktoberdorf eingeladen. 70 Ehrenamtliche samt Begleitpersonen waren der Einladung der Landrätin gefolgt. Noch weit mehr Ehrenamtliche leisten in über 20 Helferkreisen im Landkreis Ostallgäu große Hilfe zur Integration der Asylbewerber und Flüchtlinge und unterstützen diese in ihrem Alltag. „Als Sprachrohr zwischen den offiziellen Stellen und dem einzelnen Menschen fungieren Sie jeden Tag aufs Neue und leisten damit so unglaublich wertvolle Hilfe für beide Seiten“, sagte Zinnecker. 

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Landkreis bekommt hauptamtliche Integrationslotsin

Nach der Teilnahme am Modellprojekt hat der Landkreis Ostallgäu im Januar 2018 den Zuschlag für eine hauptamtliche Integrationslotsin bekommen, um den Prozess der Integration noch besser unterstützen zu können. Der Schwerpunkt liegt mittlerweile nicht mehr ausschließlich auf der Unterbringung und Erstbetreuung – inzwischen sind viele Flüchtlinge anerkannt, weshalb das Thema der Integration mit den vielfältigen Herausforderungen jetzt im Vordergrund steht.

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Angebote für Geflüchtete

Freuten sich über die zusätzliche Eignung: die Absolventen der Mieterqualifizierung
Freuten sich über die zusätzliche Eignung: die Absolventen der Mieterqualifizierung

Mieterqualifizierung

 

Gerade das Thema Wohnungssuche beschäftigt viele ehrenamtliche Helfer*innen, weshalb im Herbst 2017 das Projekt „Mieterqualifizierung“ gestartet wurde, um bleibeberechtigte Flüchtlinge auf den freien Wohnungsmarkt vorzubereiten. Bei zwei Trainerschulungen konnten ehrenamtliche Asylhelfer*innen das Konzept umfangreich kennenlernen, um vor Ort die Kurse selbst durchzuführen. Nachdem die Kurse zur Mieterqualifizierung im Laufe des Jahres bereits erfolgreich in Biessenhofen, Marktoberdorf und mehrmals in Pfronten umgesetzt wurde, startete zum Schuljahresende auf Initiative vom Team Ehrenamt Asyl in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Asyl Marktoberdorf auch ein Kurs an der Berufsschule Ostallgäu. 

 

Trainingsreihe speziell für geflüchtete Frauen

 

Bereits zum zweiten Mal hat die Stelle Ehrenamt Asyl des Landkreises Ostallgäu eine Trainingsreihe speziell für geflüchtete Frauen angeboten. Das Besondere an diesem Angebot ist, dass es auch Frauen erreicht, die aufgrund der Betreuung von Klein- und Kleinstkindern nicht an den regulären Angeboten wie zum Beispiel Integrationskursen teilnehmen können, da bei diesem Angebot eine parallele Kinderbetreuung angeboten wird.

 

Verkehrsschulung für Fahrradfahrer

 

In Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizeidienststelle fanden mehrere Schulungen speziell für alle geflüchteten Personen statt, die mit dem Fahrrad unterwegs sind. Beim Unterricht ist immer auch ein Laiendolmetscher anwesend, der ins Arabische übersetzt.

83 Einbürgerungen und 17 Zusicherungen

Der Wunsch auf Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit und damit das Interesse an einer Einbürgerung in die Bundesrepublik Deutschland ist bei den im Landkreis Ostallgäu dauerhaft lebenden Ausländern nach wie vor vorhanden. Insgesamt haben im Jahr 2018 176 Personen Antragsunterlagen angefordert und übersandt bekommen. Anschließend wurden insgesamt 134 Einbürgerungsverfahren begonnen. 83 Einbürgerungsverfahren konnten erfolgreich abgeschlossen werden sowie die Ausstellung von 17 Einbürgerungszusicherungen, damit das Entlassungsverfahren aus der ausländischen Staatsangehörigkeit erfolgen kann.

Meldewesen

Im Bereich des Pass- und Melderecht wurde insgesamt in 160 Fällen ein Verfahren eingeleitet. 48 Verfahren wurden durch den Erlass eines Bußgeldbescheids abgeschlossen. 

Kontakt

Landratsamt Ostallgäu
Personenstand & Ausländerwesen

Tel. 08342 911-330

Fax 08342 911-555 

 

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