Jahresbericht 2020

Bauverwaltung

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Baukonjunktur weiterhin stabil

Die Baukonjunktur hat sich im Ostallgäu trotz der Corona-Pandemie weiterhin als sehr stabil dargestellt und profitiert weiter vom steigenden Interesse an einer sicheren Geldanlage in Immobilien. Stimulierend wirkten dabei auch die guten Rahmenbedingungen wie niedrige Zinsen, ein stabiler Arbeitsmarkt sowie die hohe Anlegerpräferenz für Sachwerte. Hinzu kam die Attraktivität der Wohnimmobilien für Investoren auf der Suche nach wertbeständigen Kapitalanlagen.

Neubau Wohnhäuser

Die nachfolgende Grafik zeigt, dass die Ergebnisse der vorangegangenen Jahre nach wie vor erreicht wurden. Sowohl bei der Anzahl der Neubauten (Bauanträge und Genehmigungsfreistellungsverfahren) wie auch beim Wohnungsbau ergab sich gegenüber dem Vorjahr kaum eine Änderung (Einfamilienhäuser, Doppelhäuser, Mehrfamilienhäuser (2014: 385; 2015:  437, 2016: 440, 2017: 397, 2018: 375, 2019: 345, 2020: 380).

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Neue landwirtschaftliche Bauvorhaben

Im Vergleich der einzelnen landwirtschaftlichen Bauvorhaben mit den Jahren 2016, 2017, 2018 und 2019 zeigte sich, dass die Anzahl der Bauanträge für neue Milchviehställe kontinuierlich rückläufig ist. Im Jahr 2020 wurden wieder drei Biogasanlagen genehmigt. Die Zahl an landwirtschaftlichen Maschinenhallen hat mit 24 Stück ebenfalls nicht an das Niveau von 2019 angeknüpft. Insgesamt war im Jahr 2020 ein leichter Rückgang bei der Anzahl der landwirtschaftlichen Bauten zu verzeichnen. 

 
Die Investitionskosten für neue landwirtschaftliche Bauvorhaben betrugen im Jahr 2018 18,57 Millionen Euro, 2019 15,5 Millionen Euro und erfuhren 2020 eine Steigerung auf 29,17 Millionen Euro. Der Anreiz zu höheren Investitionssummen lag in der ab 2020 geltenden Verdoppelung des Fördervolumens des landwirtschaftlichen Agrarinvestitionsförderprogramm von 400.000 Euro auf 800.000 Euro. Seit 2020 werden zwischen 25 Prozent und 30 Prozent auf die förderfähigen Kosten gewährt.

Gewerbliche Bauvorhaben

Im Jahr 2020 wurden auch im Wirtschaftsbau stark steigende Unternehmensinvestitionen verzeichnet. Die Anzahl der gewerblichen Neubauten fiel zwar 2020 mit 18 Anträgen erheblich (2019: 27, 2018: 41; 2017: 31; 2016: 35, 2015: 26; 2014: 26). Auch wurden 2020 mit 11 gewerbliche Bauvorhaben weniger Vorhaben im Genehmigungsfreistellungsverfahren eingereicht (2019: 20, 2018: 29, 2017:19). Die Investitionskosten für neue Gewerbebauten (Bauanträge und Genehmigungsfreistellungsverfahren) betrugen im Berichtsjahr 2020 aber 60,4 Millionen Euro und lagen damit deutlich über dem Niveau der vorangegangenen Jahre (2019: 46,36 Millionen Euro, 2018: 45,8 Millionen Euro, 2017: 32,1 Millionen Euro, 2016: 32,7 Millionen Euro, 2015: 43,1 Millionen Euro).
 
Die Zahl der Anträge zur Erweiterung gewerblicher Bauten lag 2020 mit 14 leicht unter dem Niveau der Vorjahre (2019: 16, 2018: 24, 2017: 28, 2016: 26, 2015: 24). Die Investitionskosten in diesem Bereich lagen mit 12,5 Millionen Euro ebenfalls leicht unter denen der vorangegangenen Jahre (2019: 14,4 Millionen Euro, 2018; 13,26 Millionen Euro, 2017: 21,7 Millionen Euro, 2016: 9,6 Millionen Euro, 2015 mit 18,25 Millionen Euro, 2014: 9,12 Millionen Euro).

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Wohnraumförderung 2020: 6,7 Millionen Euro bewilligt

Um sich den Traum vom eigenen Zuhause zu erfüllen, unterstützt der Freistaat Bayern mit der Wohnraumförderung im Bayerischen Wohnungsbauprogramm und im Bayerischen Zinsverbilligungsprogramm. Dies gilt insbesondere für Familien mit niedrigen und durchschnittlichen Einkommen. Voraussetzung für eine Förderung ist unter anderem eine angemessene Wohnfläche sowie die Einhaltung der maßgebenden Einkommensgrenze.
 

Förderung im Bayerischen Wohnungsbauprogramm 

 

Beim Bayerischen Wohnungsbauprogramm (auch bekannt unter dem Begriff „staatliches Darlehen“) handelt es sich um ein auf 15 Jahre befristetes, zinsverbilligtes Darlehen mit einem Zinssatz von 0,5 Prozent und einer Tilgung von ein Prozent bei Neubauten sowie zwei Prozent bei Zweiterwerben. Je Kind oder bestehender Schwangerschaft erhalten Familien einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 5.000 Euro. Zudem gibt es beim Erwerb von vorhandenem Wohnraum (Zweiterwerb), für den Ersatzneubau und für einen Neubau auf einer Konversionsfläche oder innerörtlichen Brachfläche einen ergänzenden Zuschuss in Höhe von zehn Prozent der förderfähigen Kosten bis maximal 30.000 Euro. Die Förderhöhe richtet sich nach der sozialen Dringlichkeit, da nur begrenzt Haushaltsmittel zur Verfügung stehen. 
 

Förderung im Bayerischen Zinsverbilligungsprogramm 

 

Beim Bayerischen Zinsverbilligungsprogramm ist eine Förderhöhe von bis zu einem Drittel der förderfähigen Kosten möglich. Zu den förderfähigen Kosten zählen beim Neubau die Kosten für das Grundstück, die Erschließungskosten, die Grunderwerbsteuer, die Notargebühren sowie die Kosten für das Gebäude einschließlich der Außenanlagen. Beim Zweiterwerb sind es der Kaufpreis, die Grunderwerbsteuer, die Notargebühren, die Maklergebühren sowie eventuelle Kosten für erforderliche Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen. Die BayernLabo bietet im Zinsverbilligungsprogramm Darlehensvarianten mit 10-jähriger, 15-jähriger und 30-jähriger Zinsbindung an. Bei der Darlehensvariante mit 30-jähriger Zinsbindung handelt es sich um ein Darlehen mit Volltilgung.

 

Förderung der Anpassung von Wohnraum an die Belange von Menschen mit Behinderung

 

Bei dieser Förderung handelt es sich um ein leistungsfreies Darlehen von bis zu 10.000 Euro je Wohnung, das nach fünf Jahren in einen Zuschuss umgewandelt wird. Leistungsfreies Darlehen bedeutet, dass innerhalb der fünf Jahre keine Zinsen und keine Tilgung zu entrichten sind. Der entsprechende Antrag muss innerhalb von sechs Monaten nach dem Beginn der Maßnahme bzw. der Auftragsvergabe bei der Bewilligungsstelle eingereicht werden. Das Darlehen wird vor allem für den Einbau von behindertengerechten sanitären Anlagen, den Einbau eines Aufzugs bzw. Treppenliftes sowie die Beseitigung von Barrieren innerhalb und außerhalb von bestehendem Miet- und Eigenwohnraum verwendet.
  
Im Jahr 2020 wurden im Ostallgäu insgesamt 6,7 Millionen Euro an Fördermitteln bewilligt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Denkmalschutzpreis 2020

Landrätin Maria Rita Zinnecker mit den ausgezeichneten Preisträgern
Landrätin Maria Rita Zinnecker mit den ausgezeichneten Preisträgern

Der Landkreis Ostallgäu hat zum vierten Mal den Denkmalschutzpreis vergeben und so das private Engagement für die Pflege historischer Bausubstanz ausgezeichnet. Der Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Die Eigentümer von 36 ausgezeichneten Objekten, die eine achtköpfige Fachjury auswählte, wurden mit Geldpreisen in Höhe von 250 bis 1000 Euro belohnt. Zudem wurde auch 2020 wieder der außerordentliche Einsatz für den Erhalt historischer Bausubstanz durch Gemeinden des Landkreises geehrt. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch die Band „Lumpamensch“.
 
Allein rund 1.500 besonders schützenswerte Objekte sind in der amtlichen Denkmalliste aufgeführt. Darüber hinaus gibt es aber eine weitaus höhere Zahl von Bauwerken, deren Erhalt sich lohnt, weil sie Zeugnis von der bäuerlichen oder bürgerlichen Ortsgeschichte geben. Sie prägen unser Ostallgäu und geben den Städten und Dörfern ein unverwechselbares Gesicht. Der Erhalt dieser Kleinode fordert aber von den Eigentümern immer wieder erhebliche persönliche und finanzielle Opfer, großes Engagement und viel Liebe zum Detail. Dieses zu honorieren und auch einen Anreiz zur Nachahmung zu geben, ist Ziel des Denkmalschutzpreises.

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Denkmalförderung 2020: Gesamtinvestitionsvolumen von 6,3 Millionen Euro

Unter anderem wurde die Konservierung der Burgruine Falkenstein gefördert.
Unter anderem wurde die Konservierung der Burgruine Falkenstein gefördert.

Denkmale spielen in unserem Alltag – oftmals unbewusst – eine bedeutende Rolle. Als Orte der Erinnerung, Zeitzeugnisse, städtische Wahrzeichen oder als unverwechselbares Gesicht des eigenen Heimatorts. Denkmalschutz für Jung und Alt erlebbar zu machen, ist neben der Rettung bedrohter Denkmale eine Aufgabe des Denkmalschutzes.
 
Deshalb hat der Landkreis Ostallgäu auch im Jahr 2020 wieder freiwillige Mittel in Höhe von 50.000 Euro zur Verfügung gestellt. Zusammen mit den Förderungen durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, den Bezirk Schwaben, die Bayerische Landesstiftung sowie die jeweiligen Gemeinden, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Viermetz-Stiftung oder die Diözese Augsburg ermöglicht der Landkreis dadurch den Erhalt unserer Denkmallandschaft und die baulichen Vielfalt.
 
Im Jahr 2020 wurden 18 Projekte durch Kreismittel gefördert. Das Gesamtinvestitionsvolumen betrug dabei rund 6,3 Millionen Euro.
 
Wie schon seit vielen Jahren setzt der Landkreis mit der Denkmalförderung ein Zeichen für die Eigentümer von Denkmälern, dass es sich lohnt, diese Bauten zu erhalten.

Grundstücksmarktbericht 2020

Trotz der schwierigen Zeiten in der Corona-Krise konnte der Landkreises Ostallgäu den zweiten Immobilienmarktbericht des Gutachterausschusses präsentieren. Im Immobilienmarktbericht werden das Preisniveau und die Entwicklungen in unterschiedlichen Teilmärkten des Landkreises detailliert aufgezeigt. Mit diesem regelmäßigen Überblick über den Immobilien- und Grundstücksmarkt kann der Landkreis die Transparenz auf dem Grundstücksmarkt fördern und damit Spekulationen vorbeugen.
 
Der Gutachterausschuss ist ein unabhängiges Expertengremium, dem sämtliche notariell beurkundeten Grundstückstransaktionen vorliegen. Dadurch ist der Gutachterausschuss als einzige Institution in der Lage, diese detaillierten Informationen zum regionalen Grundstücksmarkt auszuwerten und zu liefern.
 
Die immense Bedeutung des Grundstücksmarktes spiegelt sich auch in den Zahlen. Allein der Geldumsatz ist bayernweit von 2018 auf 2019 um 23,3 Prozent gestiegen. Im Landkreis Ostallgäu zeigt sich dieser Trend ebenfalls mit einer Steigerung um 9,3 Prozent auf 425 Millionen Euro. Von 2013 bis 2019 ist der Umsatz gar um 60,4 Prozent gestiegen.
 
Der Grundstücksmarktbericht soll Sachverständigen, Kommunen aber auch den Bürger*innen des Landkreises bei der Entscheidung für oder auch gegen eine Immobilie helfen. Die Bildung einer gemeinsamen Meinung über den Kaufpreis kann durch die Informationen und Zusammenstellungen der Zahlen in diesem Bericht bekräftigt werden. Kommunen kann der Grundstücksmarktbericht bei der Kaufpreisgestaltung von Neubaugebieten von großem Nutzen sein. Banken, Makler und Unternehmer können diesen Bericht als Grundlage für Gutachten verwenden oder um Investitionspotentiale zu erkennen und Preisentwicklungen besser einschätzen zu können.
 
Der Grundstücksmarktbericht kann in gedruckter Form beim Gutachterausschuss oder digital unter www.boris-bayern.de für 80 Euro erworben werden.

Bauprojekte

Kontakt

Landratsamt Ostallgäu

Bauverwaltung

Tel. 08342 911-398

Fax 08342 911-564

 

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