Jahresbericht 2020

Bericht der Behindertenbeauftragten

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Auf Waltraud Joa folgt Alexander Zoller

Waltraud Joa
Waltraud Joa
Alexander Zoller
Alexander Zoller

Die langjährige Beauftragte für Menschen mit Behinderung, Waltraud Joa, gab mit dem Ende ihrer Mandats-Periode als Kreisrätin das Amt der Behindertenbeauftragten zurück. Joa hat sich in dieser Zeit ein reiches Wissen erworben und wurde insbesondere für ihre Expertise im barrierefreien Bauen bei der Bayerischen Architektenkammer und beim Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bauen und Verkehr sehr geschätzt. Für den Bayerischen Landkreistag war sie von 2003 bis 2020 Mitglied im Landesbehindertenbeirat und bei der Vereinigung Kommunaler Interessenvertreter von Menschen mit Behinderung in Bayern e. V. war sie viele Jahre Stellvertretende Landesvorsitzende und betreute den Fachbereich barrierefreies Bauen und barrierefreier Tourismus. Sie setzte sich aber nicht nur leidenschaftlich für das barrierefreie Bauen ein, sondern knüpfte auch gerne Netzwerke. So auch auf Allgäu-Ebene, wo sie gemeinsam mit Renate Dantinger vom Bayerischen Roten Kreuz für die Mitarbeiter*innen der Offenen Behindertenarbeit (OBA) und die Kommunalen Behindertenbeauftragten das Netzwerk Allgäu errichtete und diesem lange Zeit als Sprecherin vorstand.
 
Dieser Schatz an Wissen und Erfahrung durfte nicht verloren gehen. Daher haben Joa und der Kreisausschuss des Landkreises schon früh entschieden, dass eine geordnete Einarbeitung ihres Nachfolgers erfolgen soll, bei der vor allem ihre praxisgerechte Sichtweise und ihre Erfahrung weitergegeben werden sollen. 
 
Mit dem Stabwechsel an ihren Nachfolger, Alexander Zoller, wurde das Amt des Beauftragten für Menschen mit Behinderung vom Kreisausschuss in eine hauptamtliche Stelle umgewandelt und aufgrund seiner Bedeutung für die Menschen im Ostallgäu (rund elf Prozent der Ostallgäuer Bürger besitzen eine amtlich anerkannte Behinderung unterschiedlichen Grades) als Stabstelle ausgewiesen und direkt Landrätin Maria Rita Zinnecker zugeordnet. Mit Beschluss des Kreistages vom 15. Mai 2020 wurde Alexander Zoller als Beauftragter des Landkreises für Menschen mit Behinderung bestellt. 

 
Tätigkeitsschwerpunkte

 
Der Schwerpunkt der Tätigkeit als Beauftragter für Menschen mit Behinderung liegt auf der Abgabe von Stellungnahmen zum barrierefreien Bauen im Hoch- und Tiefbau. Davon profitieren nicht nur Menschen mit einem Rollator oder einem Rollstuhl, sondern auch sehbehinderte und blinde Menschen sowie hörbehinderte Personen. Viele Stellungnahmen gehen mit einer Beratung des Architekten einher, wie der Entwurf verbessert werden kann, da die normgerechte Erfüllung der Vorgaben nur eine Seite der Medaille ist. Entscheidender für den Alltag ist, dass die Wege und Abläufe innerhalb des Bauobjektes praxisgerecht und funktional aus der Perspektive behinderter Menschen sind. Die Stellungnahmen werden Bestandteil der Baugenehmigung für den beantragten Neu-/Umbau im Hoch-/Tiefbau und sind damit zwingend zu beachten.
 
Barrierefreiheit kommt aber nicht nur behinderten Menschen zugute, sondern vielen anderen Bevölkerungsgruppen, wie Familien mit Kinderwagen doer älteren Menschen. Mit der Barrierefreiheit verbunden sind:  

 

  • Komfort, da die Bewegungsflächen und Räume großzügiger gestaltet sind,
  • Sicherheit, da funktional gut durchdachte Abläufe und schwellenlose Übergänge Unfälle und Stürze verhindern können und den Alltag erleichtern,
  • Unabhängigkeit, da der Alltag bis in das hohe Lebensalter hinein ohne fremde Hilfe bewältigt werden kann, dies kommt auch Menschen zugute, die aufgrund eines Unfalles oder einer Operation kurzfristig immobil sind.
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Mitwirkung am Nahverkehrsplan

Die Stadt Kaufbeuren und der Landkreis Ostallgäu haben im Herbst 2020 den Nahverkehrsplan verabschiedet. Dieser gibt für die nächsten Jahre die Richtung bei allen Entscheidungen vor. Die Beauftragten für Menschen mit Behinderung haben für den Bereich: Barrierefreiheit an der Erstellung des Nahverkehrsplanes mitgewirkt. Der Barrierefreiheit wurde ein eigenes Kapitel gewidmet, in dem Vorgaben präzisiert wurden, aber auch Prioritäten und Ausnahmen festgelegt wurden. 

 

Mehr zum Nahverkehrsplan finden Sie hier.

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Corona-Krise beherrscht Treffen der Landesbehindertenbeauftragten: Münchner Erklärung verfasst

Beim digitalen Jahrestreffen mit dem Landesbehindertenbehindertenbeauftragten Holger Kiesel stand vor allem die Corona-Krise und ihre Auswirkungen auf das Leben behinderter Menschen auf der Tagesordnung. Es wurde gemeinsam die Münchner Erklärung zur Corona-Krise verfasst und den entscheidenden Stellen zugeleitet. 

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Tätigkeit im Jahr 2020 in Zahlen

  • 142 Beratungen:

- von Einzelpersonen: 61 
- von Architekten/Ingenieuren: 53
- von Kommunen: 20

- sonstige: 8

  • 106 Stellungnahmen zu Bauvorhaben Hoch- und Straßenbau
  • 17 Ortsbegehungen im Ostallgäu

 

Im Landkreis Ostallgäu leben laut der Strukturstatistik SGB IX (Stand 31. Dezember 2019) vom Zentrum Bayern Familie und Soziales 16.088 Einwohner mit Behinderungen, davon 10.420 Einwohner mit Schwerbehinderung.

Kontakt

Waltraud Joa

Beauftragte des Landkreises Ostallgäu für Menschen mit Handicap

 

Tel. 08342 42945

Fax 08342 899058

 

E-Mail schreiben
 

Homepage der Behindertenbeauftragten

 

Zum ausführlichen Jahresbericht von Waltraud Joa