Jahresbericht 2020

Gesundheitsamt

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Zentrale Rolle in der Pandemie-Bekämpfung

Das Ermittlungs-Team bei der Arbeit
Das Ermittlungs-Team bei der Arbeit

Ab 29. Februar 2020 wurde der erste positive Corona-Befund aus dem Ostallgäu gemeldet. Danach stieg die Zahl weiterer Infektionen mit dem neuartigen Virus rasant an. Sehr schnell konnten die Ermittlungen, die Anfragen, die Nachverfolgungen sowie alle rechtlichen Angelegenheiten nicht mehr von der Stammbelegschaft (23 Mitarbeiter*innen) des Gesundheitsamtes abgewickelt werden. Um diese wichtigen Bausteine in der Pandemie-Bekämpfung abdecken zu können, kam zunächst Unterstützung von innerhalb des Landratsamtes. Viele Beschäftigte aber auch ehemalige Kolleg*innen, die eigentlich schon in Ruhestand waren, packten fleißig mit an. Die Personalstärke des Gesundheitsamtes wurde um 86 Personen vergrößert. Außerdem wurden neue Arbeitsgruppen im Sachgebiet gegründet und eingerichtet: eine Hotline, um die ersten Fragen und Anliegen der Bürger*innen zu beantworten, ein Ermittlungs-Team, das Gesundheitsrecht, ein Nachverfolgungs-Team, ein Abstrich-Team, ein Entlass-Team, und ein Orga-Team.

 
Kurzzeitige Entspannung im Sommer 

 
Nach harten Wochen des Lockdowns, vielen rechtlichen Änderungen und anstrengenden Arbeitstagen verzeichnete der Landkreis Mitte Juni keine neuen Infektionen sowie keine neuen Quarantäne-Fälle mehr. Die erste Welle der Pandemie war überstanden und es stellte sich langsam wieder so etwas wie ein normaler Büroalltag ein. Die zusätzlichen Hilfskräfte konnten wieder ihrer normalen Tätigkeit nachgehen oder zurück in den Ruhestand kehren. Allmählich konnten sogar wieder amtsärztliche Untersuchungen und Belehrungen durchgeführt, sowie Wasserproben gezogen werden.
  
Diese Normalität schrumpfte aber wieder langsam, als Ende August die Zahl der Neuinfektionen immer schneller anstieg. Mitte September erhöhten sich die Fallzahlen erneut besorgniserregend, sodass sich die alltägliche Arbeit wieder um die Bekämpfung des Coronavirus drehte. Es wurden neue Mitarbeiter*innen eingestellt, um unter anderem bei der Datenerfassung und Ermittlung zu unterstützen. Mitte Oktober stieg der 7-Tage-Inzidenzwert des Landkreises Ostallgäu erstmals wieder über 35. Unterstützung kam dieses Mal nicht nur von (ehemaligen) Beschäftigten des Landratsamtes, sondern auch von der Bundeswehr und der Polizei. Bis Anfang November stiegen die Infektionszahlen rasant an und jede helfende Hand wurde dringend gebraucht. Es erfolgten zahlreiche Umstrukturierungen, vor allem in den Bereichen Ermittlung, Kontaktverfolgung, Datenerfassung und Nachverfolgung.

 
Belastbarkeit des Personals weit überschritten 

  
Mehrere Mitarbeiter*innen haben aufgrund der Pandemie allein 2020 über 1000 Überstunden gemacht. Für das Personal im Gesundheitsamt kann daher gesagt werden, dass die Belastbarkeit über lange Zeiträume überschritten wurde. Trotzdem wurde die Situation mit Zusammenhalt bestmöglich gemeistert. Ein Jeder gab sein Bestes, um die Pandemie zum Schutz der Mitmenschen zu bekämpfen.

Normaler Start, Einschränkungen im Sommer – unter anderem mit der interaktiven Ausstellung „Der Klang meines Körpers“

Ausstellung „Der Klang meines Körpers“ an der Marien-Realschule in Kaufbeuren
Ausstellung „Der Klang meines Körpers“ an der Marien-Realschule in Kaufbeuren

Das Jahr 2020 begann für das Gesundheitsamt Ostallgäu mit dem normalem Alltagsgeschäft. Es wurden die Überwachung der hygienischen Einrichtungen (Besichtigung und Kontrolle der Wasserversorgungen, Bäder usw.) Tuberkulose-Fürsorge, Belehrungen nach dem Infektionsschutzgesetz, amtsärztlichen Untersuchungen, Begutachtungen, Beratungen und Ermittlungen gemäß dem Infektionsschutzgesetz und so manches mehr durchgeführt.
 
Im Bereich Sozialpädagogik wurde vom 14. bis 24. Januar die interaktive Ausstellung „Der Klang meines Körpers“ zum Thema Essstörungen an der Marien-Realschule in Kaufbeuren angeboten. Die Sozialpädagoginnen des Gesundheitsamts organisierten für 240 Schüler*innen der achten und neunten Jahrgangsstufe Workshops und einen Elternabend, um über die gefährliche Krankheit aufzuklären.

 
Reduziertes Präventions- und Pädagogikprogramm

 
Aufgrund der Corona-Pandemie konnten 2020 nur zwei der ursprünglich geplanten zehn Workshops rund um das Thema Suchtprävention stattfinden. Auch von den 28 geplanten Workshops zum Thema Sexualpädagogik „Liebe – Sehnsucht, Lust – Frust und 1000 Fragen“ wurden nur sechs Veranstaltungen durchgeführt. Diese Workshops werden jährlich sehr gerne von den Schulen im Landkreis Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren angenommen.

Kontakt

Landratsamt Ostallgäu
Gesundheitsamt

Schwabenstraße 11

87616 Marktoberdorf

Tel. 08342 911-630
Fax 08342 911-650
 
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