Jahresbericht 2018

Inklusion

15 Inklusionsbegleiterinnen ausgebildet

Nach einer intensiven Fortbildung erhielten die neuen Inklusionsbegleiterinnen ihre Zertifizierung.
Nach einer intensiven Fortbildung erhielten die neuen Inklusionsbegleiterinnen ihre Zertifizierung.

Die Inklusionskoordination des Landkreises Ostallgäu bot mit der Lebenshilfe das Seminar „Begleiter für Inklusion“ an und konnte so in der 40-stündigen Ausbildung Basiswissen vermitteln und Personen schulen, die sich für Menschen mit Behinderung engagieren. 15 Teilnehmerinnen erhielten von Bildungs- und Inklusionskoordinator Dr. German Penzholz und Selina Senftl von den Offenen Hilfen der Lebenshilfe Ostallgäu das Zertifikat „Begleiter für Inklusion“ ausgehändigt.
 
Das Pilotprojekt zur Schulung wendete sich an Ehrenamtliche, die im familienunterstützenden Dienst bei der Offenen Behindertenarbeit tätig sind und an die Behindertenbeauftragten aus den Ostallgäuer Kommunen. Seminarinhalte waren vielfältige theoretische und praktische Informationen zum Thema Menschen mit Behinderung, Inklusion und der Rolle als Ehrenamtlicher. Ein Nachmittag diente auch der Selbsterfahrung von unterschiedlichen Behinderungsarten, wie die Benutzung eines Rollstuhls oder dem Nachempfinden einer Sehbehinderung. Dabei konnte auch das neue barrierefreie Leitsystem im Landratsamt erlebt werden, welches unter dem Signet „Bayern barrierefrei“ Menschen mit und ohne Behinderung hilft, sich leichter zurecht zu finden.
 
Ein Seminartag setzte sich damit auseinander, welche Faktoren Inklusion gelingen lassen können: Angelika Schinko-Herb berichtete über das Entstehen der Nachbarschaftshilfe Görisried. Altbürgermeister Rudolf Zündt stellte seine sozialen Projekte und Angebote im Mehrgenerationenhaus Roßhaupten vor. Beide Referenten zeigten, wie man auf Bedarfe in der Bevölkerung reagieren kann, wie Kinderbetreuung, gemeinsamer Mittagstisch, Essen auf Rädern und Unterstützungen im Rahmen der Nachbarschaftshilfe das Leben aller Generationen und das Miteinander erleichtern. Kreisbehindertenbeauftragte und Kreisrätin Waltraud Joa brachte wertvolle Informationen zu barrierefreiem Bauen und Grundinformationen zum Thema Arbeit bei Behinderung ein. Renate Dantinger, Wohnraumberatung beim Bayerischen Roten Kreuz, zeigte auf, wie man Wohnungen barrierefrei umbauen kann und Fördermittel erhält.
 
Die meisten Teilnehmerinnen werden nun als Ehrenamtliche im familienunterstützenden Dienst der Lebenshilfe Ostallgäu tätig sein. Sie werden stundenweise in Familien mit behinderten Kindern eingesetzt und erhalten eine Aufwandsentschädigung. Betroffene können so Entlastung erfahren und eine zuverlässige Versorgung ihrer Angehörigen erhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Landkreis Ostallgäu bildet Erzieherinnen zur Inklusionsfachkraft fort

Die Teilnehmerinnen der Forbildung bei der Zertifikatsverleihung
Die Teilnehmerinnen der Forbildung bei der Zertifikatsverleihung

Zehn Erzieherinnen haben sich im Landratsamt Ostallgäu zu Inklusionsfachkräften weitergebildet. Das Jugendamt des Landkreises hatte in Kooperation mit der Diplom-Sozialpädagogin Christine Monzner-Marxer vom Fortbildungsinstitut empowerMe diese Weiterbildung angeboten.
 
Die Erzieherinnen nahmen teil, weil sie mit Kindern mit Integrationsstatus arbeiten oder sich auf diese Arbeit vorbereiten wollten. In zwölf Präsenzveranstaltungen von Oktober 2016 bis Februar 2018 bildeten sich die Erzieherinnen in den verschiedenen Themen der integrativen und inklusiven pädagogischen Arbeit fort. Kinder mit Integrationsstatus haben aufgrund ihrer Entwicklung einen Förderbedarf, der in der Kindertagesstätte zu einem erhöhten Betreuungsbedarf führt. Die Bildungsarbeit muss individuell auf das Kind abgestimmt werden, damit es bestmögliche Bildungschancen hat. Barrieren, die das Kind an der Teilhabe hindern, müssen verringert oder vermieden werden. Dieses Recht wurde 2006 im Rahmen der UN-Konvention unterzeichnet und durchdringt seither alle gesellschaftlichen Bereiche.

Gemeindliche Behindertenbeauftragte informieren sich über Hilfen

Im Juni informierte die Inklusionskoordination des Landratsamtes die gemeindlichen Behindertenbeauftragen, wie Menschen mit Behinderung möglichst lange selbstständig in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben können. Oftmals reicht eine einfache Assistenz beim Einkaufen und Putzen aus, damit der eigene Haushalt weitergeführt werden kann, also Dienste, die Nachbarschaftshilfen oder andere ehrenamtliche Unterstützungsmöglichkeiten gewährleisten können.
   
Als gutes Beispiel in unserer Region stellte sich dazu das Mehrgenerationenhaus in Roßhaupten vor. Außerdem wurden Finanzierungsmöglichkeiten für barrierefreies Bauen oder die Umgestaltung einer bestehenden Wohnung zur besseren Barrierefreiheit vorgestellt.
 
Inklusion muss vor Ort gelebt werden. Ein wichtiger Partner dabei sind die Behindertenbeauftragten, die in ihren Gemeinden die Interessen der Menschen mit Behinderung vertreten sollen. Das ist kein einfaches Ehrenamt, aber eines, bei dem man für viele Gutes bewirken kann. Der Landkreis bietet für die gemeindlichen Behindertenbeauftragten regelmäßig Schulungen an.

Schulungen für Bürgerservice zu Einfacher Sprache

Dieses Schild erhalten Einrichtungen vom bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales für besonderes Engagement in der Barrierefreiheit. Das Landratsamt Ostallgäu hat als erstes in Bayern das Signet bekommen.
Dieses Schild erhalten Einrichtungen vom bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales für besonderes Engagement in der Barrierefreiheit. Das Landratsamt Ostallgäu hat als erstes in Bayern das Signet bekommen.

Um das Landratsamt noch barriereärmer zu machen, hat die Inklusionskoordination eine Fortbildung für die Teamleiter des Bürgerservice organisiert. Thema waren die wichtigsten Grundregeln für Einfache Sprache und Tipps, auf was man bei der Übersetzung von „normaler“ Sprache in Einfache Sprache achten muss. Eine weitere Fortbildung für den Bürgerservice behandelte den Umgang mit Besuchern im Amt, die eine psychische Erkrankung haben. Die Mitarbeiter*innen lernten dabei, wie sie den Besuch von Menschen mit psychischer Erkrankung beim Bürgerservice stressfreier gestalten können und wie sie selbst auf belastende Situationen reagieren sollen.
  
Das Landratsamt Ostallgäu ist für seine Barrierefreiheit vom Freistaat Bayern ausgezeichnet worden. Darauf ruht sich die Verwaltung nicht aus, sondern arbeitet beständig daran, Barrieren beim Besuch des Landratsamts weiter abzubauen. Erster Ansprechpartner ist der Bürgerservice, dessen Mitarbeiter*innen am Haupteingang für die Bürgerinnen und Bürger da sind. Verständliche Kommunikation und freundlicher Umgang haben für den Bürgerservice dabei oberste Priorität.

Den Weg barrierefrei machen für Menschen mit Behinderung

Die gemeindlichen Behindertenbeauftragten haben im Landratsamt Ostallgäu das neue barrierefreie Leitsystem und das vielfältige Angebot der Offenen Behindertenarbeit kennengelernt. 
 
Fast jede Gemeinde hat einen Beauftragten für Menschen mit Behinderung. Diese benötigen für ihre Aufgabe ein umfangreiches Wissen über die Angebote für Menschen mit Behinderung. Im Landratsamt gibt es seit kurzem ein neues Besucher-Leitsystem, welches auch Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen die Orientierung im Gebäude erleichtern soll. Susanne Kettemer vom Landratsamt erläuterte nun beim Treffen der gemeindlichen Behindertenbeauftragten, dass alle Maßnahmen mit Betroffenen erarbeitet wurden, beispielsweise testeten blinde Menschen die neue Linienführung. Dafür wurde der Landkreis auch mit dem Signet „Bayern barrierefrei“ ausgezeichnet. Das neue Leitsystem im Landratsamt soll allen Besuchern helfen, mit oder ohne Behinderung.

 

Vielfältige Angebote und Beratungsmöglichkeiten

 

Angebote und Möglichkeiten für Menschen mit Behinderung im Landkreis Ostallgäu stellte bei dem Treffen die Offene Behindertenarbeit Kaufbeuren-Ostallgäu mit ihren Vertreterinnen des Bayerischen Roten Kreuzes, der Caritas und der Lebenshilfe vor. Vielfältige Angebote und Beratungsmöglichkeiten erleichtern Wohnen, Arbeit, Freizeit und weitere Lebensbereiche.
 
Wichtig war, dass die Teilnehmer sich untereinander austauschen und vernetzen können. Organisiert  wurde das Treffen von der Inklusionskoordination im Landratsamt. Die zuständige Projektverantwortliche Marlene Dopfer möchte praxisnahe Möglichkeiten vorstellen und die gemeindlichen Behindertenbeauftragten dafür sensibilisieren, wo in ihrem Umfeld Barrieren abgebaut werden können. „Dadurch soll das Leben für alle leichter werden“, erklärt Dopfer und ergänzt: „ Viele Maßnahmen unseres Aktionsplans Inklusion „Gut leben inklusive – im Ostallgäu“ dienen nicht nur den Menschen mit Behinderung, sondern auch den Senioren oder beispielsweise Familien mit Kindern.“

Kontakt

Landratsamt Ostallgäu
Inklusion

Tel. 08342 911-511
Fax 08342 911-563

 

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