Jahresbericht 2020

Inklusion

Neue gemeindliche Beauftragte für Menschen mit Behinderung

2020 wurden die Beauftragten für Menschen mit Behinderung in vielen Gemeinden im Ostallgäu neu ernannt.
2020 wurden die Beauftragten für Menschen mit Behinderung in vielen Gemeinden im Ostallgäu neu ernannt.

Mit der Kommunalwahl 2020 wurden nicht nur Bürgermeister*innen und Gemeinderät*innen neu bestimmt. Auch die Posten der gemeindlichen Beauftragten für Menschen mit Behinderung wurden in vielen Gemeinden neu besetzt. An drei Nachmittagen in Buchloe, Seeg und Marktoberdorf brachte die Inklusionskoordination gemeinsam mit dem Behindertenbeauftragten des Landkreises alte und neue Beauftragte zusammen und sorgte für Erfahrungsaustausch: Wie mache ich mich in der Gemeinde bekannt, wie kann ich helfen, was für Projekte sind bei mir vor Ort machbar und sinnvoll?
   
Die gemeindlichen Beauftragten sind ein wichtige Ansprechpartner*innen für Menschen mit Behinderung vor Ort. Sie vertreten deren Interessen gegenüber Gemeinderat und Bürgermeister*in. Die Liste der gemeindlichen Beauftragten für Menschen mit Behinderung und ihrer Kontaktdaten findet sich hier.

nach oben

Inklusionsblume verliehen

Zum zweiten Mal wurde die Inklusionsblume für besonderes Engagement für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Ostallgäu verliehen. 2020 konnte das leider nicht in einer feierlichen Veranstaltung erfolgen.
 
Ausgezeichnet wurden:

 

  • Waltraud Joa für ihre Arbeit als Behindertenbeauftragte des Landkreises von 2008 bis 2020. Joa hat sich wie niemand sonst im Landkreis für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung eingesetzt. Bayernweit war und ist sie als Expertin für barrierefreies Bauen hoch geschätzt. Der Aktionsplan des Landkreises „Gut leben inklusive – im Ostallgäu“ entstand auf ihre Initiative hin.
  • Alfons Regler für sein Engagement als gemeindlicher Beauftragter für Menschen mit Behinderung in der Gemeinde Stöttwang. Der langjährige Geschäftsführer der Wertachtalwerkstätten der Lebenshilfe ist auch ehrenamtlich für die Inklusion aktiv. In seiner Gemeinde konnte er unter anderem mehrere inklusive Projekte anstoßen und durchführen.
  • Die Sportabteilung der Lebenshilfe, vertreten durch Markus Reichardt. Deutschlandweit einzigartig ist die Lebenshilfe bei der Sportförderung von Menschen mit Behinderung aktiv. Bei den Special Olympics sind Sportler der Lebenshilfe beständige Teilnehmende. Darüber hinaus engagiert sich die Sportabteilung aber besonders für die Inklusion und unterstützt Sportvereine dabei, Angebote für Menschen mit Behinderung zu schaffen und diese als Mitglieder zu gewinnen.
  • Der Curlingclub Füssen e. V., vertreten durch seinen Vorsitzenden Roland Jentsch, lebt Inklusion im Verein schon seit Jahren. Menschen mit Behinderung sind dort ganz selbstverständlich Teil der Mitgliederschaft und bei allen Aktivitäten des Vereins im Leistungs- und Freizeitbereich aktiv eingebunden.
  • Anna Wodniok, Hauswirtschaftsleiterin im Seniorenwohnheim St. Martin Füssen des BRK Ostallgäu. Wodniak hat sich im besonderen Maße und unerlässlich dafür eingesetzt, dass in der Hauswirtschaft im Seniorenwohnheim Personen mit Behinderung beschäftigt werden.

Inklusionsbegleiterschulung

Im Herbst fand die Inklusionsbegleiterschulung in Zusammenarbeit zwischen Lebenshilfe Ostallgäu und dem Landratsamt statt. In insgesamt sieben Modulen an vier Wochenenden wurden verschiedene Themen im Bereich Behinderung und Pflege behandelt. Im Gegensatz zu früheren Schulungen musste jedoch aus Hygieneschutzgründen auf viele Gruppenarbeiten verzichtet werden. Dennoch waren die Teilnehmenden mit Begeisterung und Wissensdurst dabei und auch die Referenten waren positiv überrascht, wie trotz Mund-Nasen-Schutz und Abstandsregel keine Müdigkeit aufkam.
 
Mit der Schulung können sich Teilnehmende zertifizieren lassen, um Leistungen zur Unterstützung im Alltag, Betreuungsangebote und Angebote zur Entlastung nach §45a SGB XI im Rahmen eines anerkannten Dienstes zu erbringen. Darunter fällt zum Beispiel die Arbeit von Ehrenamtlichen in der Schulbegleitung oder im familienentlastenden Dienst.

Fortbildung „Einfache Sprache“

Zur einfachen und leichten Sprache gibt es jede Menge Literatur.
Zur einfachen und leichten Sprache gibt es jede Menge Literatur.

Während im Januar noch eine Präsenz-Fortbildung zum Thema „Einfache Sprache“ angeboten werden konnte, musste die Herbst-Veranstaltung pandemiebedingt in digitaler Form stattfinden. In den beiden Fortbildungen wurde Mitarbeitenden des Landratsamtes vom Zentrum für Leichte Sprache in Kempten die „Einfache Sprache“ und die „Leichte Sprache“ erklärt und gemeinsam geübt, wie man sich mündlich und schriftlich im Amtsalltag, zum Beispiel beim Kontakt mit Bürger*innen einfacher ausdrücken kann.

 

„Leichte Sprache“ ist eine Form der Deutschen Sprache, die besonders einfach und verständlich ist. Sätze sollen nicht über acht Wörter lang sein, jeder Satz hat eine eigene Zeile und Fremdwörter kommen nicht vor oder werden erklärt. Lange Wörter werden in der „Leichten Sprache“ durch Bindestriche zwischen den einzelnen Wort-Bestand-Teilen getrennt. Für jeden Absatz gibt es ein erläuterndes Bild. Es gibt noch viele weitere Regeln. Die Übersetzungen der „normalen Sprache“ in „Leichte Sprache“ ist sehr aufwendig.

 

Die „Einfache Sprache“ ähnelt mehr der „normalen Schriftsprache“. Hier sollen Sätze nur maximal elf Wörter lang sein. Auf Fremdwörter wird verzichtet oder diese werden erklärt. Die Satzstrukturen sind einfach gehalten und haben maximal einen Nebensatz. Es gibt keine Redewendungen oder Metaphern.

Texte in „normaler Schriftsprache“ sind oft schwer verständlich, vor allem rechtliche Schreiben, wie Verträge oder Amtsbescheide. Erläuterungen in möglichst einfacher Sprache helfen beim Verständnis, nicht nur für Menschen mit einer geistigen Einschränkung, sondern auch für Personen mit einer Lernbehinderung, einer psychischen Erkrankung, faktische Analphabeten oder Menschen, für die Deutsch nicht die Muttersprache ist.

 

Mit der Fortbildung werden Mitarbeitende nicht zu Übersetzern in einfacher oder leichter Sprache geschult. Aber sie macht ihnen bewusst, wie „normale Schriftsprache“ für viele Menschen eine Barriere darstellt und wie im Alltag allgemein einfacher und verständlicher gesprochen und geschrieben werden kann.

Kontakt

Landratsamt Ostallgäu
Inklusion

Tel. 08342 911-511
Fax 08342 911-563

 

E-Mail schreiben