Jahresbericht 2020

Klimaschutz

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Klimaneutrales Landratsamt

Logo des Bündnisses klimaneutrales Allgäu 2030
Logo des Bündnisses klimaneutrales Allgäu 2030

Das Landratsamt (zunächst die Kernverwaltung) soll klimaneutral werden. Zu diesem Zweck sind wir als Gründungsmitglied dem neuen Bündnis klimaneutrales Allgäu 2030 beigetreten. Zunächst wird vom Träger eza! für jedes Bündnismitglied eine standardisierte CO2-Bilanz erstellt. Diese zeigt nicht nur die verbleibenden Rest-Emissionen auf, sondern legt gleichzeitig vielversprechende Einspar-Optionen offen. Auf dieser Basis werden sowohl die Zahl der benötigten Zertifikate als auch die künftigen Verbesserungsmöglichkeiten festgelegt.
 
Klimaneutralität bedeutet, die eigenen Emissionen soweit wie möglich zu reduzieren beziehungsweise zu vermeiden. Lediglich der Rest, der nicht weiter sinnvoll reduziert werden kann, wird über so genannte Zertifikate an anderer Stelle in der Welt ausgeglichen. Beispielsweise könnte in Indien eine Anschubfinanzierung für ein Photovoltaikkraftwerk geleistet werden, das ein Kohlekraftwerk ersetzt.
 
Weitere Informationen finden sich unter https://www.buendnis-klimaneutrales-allgaeu.de/

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Auftakt Wasserstoffmodellregion „HyStarter“

Auftaktworkshop für HyStarter unter Corona-Bedingungen. Quelle: Landratsamt Ostallgäu
Auftaktworkshop für HyStarter unter Corona-Bedingungen. Quelle: Landratsamt Ostallgäu

Der Landkreis Ostallgäu startet in die Zukunft der Energienutzung. Gemeinsam mit der Stadt Kaufbeuren und der Gemeinde Fuchstal wurde die Region als eine von neun Regionen in der Bundesrepublik als Wasserstoffmodellregion „HyStarter“ ausgewählt. Im Rahmen des von der Nationalen Organisation Wasserstoffwirtschaft GmbH (NOW) finanzierten Projektes sollen unterschiedliche Akteure der Wasserstoffwirtschaft miteinander vernetzt werden. Auf diesem Weg soll die Grundlage für eine regionale Wasserstoffnutzung geschaffen werden.
 
Zum Projektauftakt im Oktober 2020 im Landratsamt Ostallgäu kamen Vertreter*innen verschiedenster Unternehmen und Organisationen zusammen. In den nächsten Monaten erarbeitet nun ein kleineres „Kernteam“ die weitere Strategie für die Region.
 
Weitere Informationen finden sich unter https://www.hy-starter.de/region/ostallgaeu/.

 

 

 

 

 

 

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Klimaanpassungskonzept: Dokumentation verfügbar sowie Beginn Maßnahmenumsetzung

Klimaanpassung Veränderung Mitteltemperatur. Quelle: Deutscher Wetterdienst (Daten), GreenAdapt (Grafik)
Klimaanpassung Veränderung Mitteltemperatur. Quelle: Deutscher Wetterdienst (Daten), GreenAdapt (Grafik)

Als erster Landkreis in Bayern hat das Ostallgäu ein Klimaanpassungskonzept ausgearbeitet. Zwischenzeitlich ist auch die umfassende Dokumentation zum Konzept verfügbar. Diese richtet sich an Fachakteure wie Unternehmen, Planer, Behörden und Kommunen und gibt detaillierte Informationen zu den voraussichtlichen Klimawirkungen und -gefahren sowie etwaigen Chancen im Landkreis Ostallgäu.
 
Parallel dazu wurde mit der Umsetzung der ersten Maßnahmen begonnen: Ein wichtiger Baustein ist die Öffentlichkeitsarbeit, um die jeweiligen Akteure im ersten Schritt über die für sie relevanten Sachverhalte zu informieren. Themenbezogene Vorträge sowie entsprechende Veröffentlichungen wurden bereits realisiert, weitere Aktivitäten sind in Planung.
 
Die Universität Augsburg untersucht zudem, inwieweit die regionale Verwurzelung der Bürger*innen die Bereitschaft zur Klimaanpassung unterstützt. Gleichzeitig wird im Zuge einer Masterarbeit an der TU München erarbeitet, inwiefern die aus dem Klimaanpassungskonzept gewonnenen Erkenntnisse zukünftig in der Bauleitplanung umgesetzt werden können.
 
Weitere Informationen finden sich unter http://klimaschutz-ostallgaeu.de/9438.html.

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Fortführung Check-Dein-Haus

Beratung eines Hausbesitzers (Symbolfoto)- Quelle: Energie- und Umweltzentrum Allgäu gGmbH
Beratung eines Hausbesitzers (Symbolfoto)- Quelle: Energie- und Umweltzentrum Allgäu gGmbH

Nach den äußerst erfolgreichen Kampagnen im Vorjahr wurde entschieden, diese Form der aufsuchenden Energieberatung weiter zu führen. Die Besonderheit von „Check-Dein-Haus“ ist, dass Gebäudeeigentümern eine hochwertige Beratung direkt vor Ort ermöglicht wird. Dies gibt den Energieberatern die Möglichkeit, optimal auf die individuellen Gegebenheiten einzugehen.
 
Während der zweistündigen Initialberatung können je nach Interessen des Hausbesitzers Themen wie Heizen und Dämmen, aber auch Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten besprochen werden. Die diesjährigen Beratungen fanden in Biessenhofen, Lamerdingen, Roßhaupten und Schwangau statt, weitere Kommunen haben bereits für das nächste Jahr ihr Interesse bekundet.
 
In Zusammenarbeit mit der Stadt Füssen wurde eine analog gestaltete Kampagne zur Solarenergienutzung initiiert. Anstelle einer Untersuchung im Hinblick auf Sanierungsaspekte, wurden die Gebäude der Interessent*innen in Füssen auf Eignung zur Solarnutzung geprüft.

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Bestandsaufnahme für Neufassung Masterplan erstellt

Aufgrund eines Beschlusses des Kreisausschusses wurde für die Neufassung des Masterplans Energiezukunft 2020 eine Bestandsaufnahme ausgearbeitet. Diese soll dann gegebenenfalls die Basis für eine weitere Fortschreibung bilden. Im Rahmen der Bestandsaufnahme konnte gezeigt werden, dass der Landkreis mit seinen Klimaschutzaktivitäten – gerade im Vergleich mit anderen Landkreisen – auf einem guten Weg ist. Dennoch ist absehbar, dass die aktuellen Klimaschutzbemühungen auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen bei Weitem nicht ausreichen, das 1,5-Grad- oder 2-Grad-Ziel der Pariser Verträge einzuhalten.

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Vorträge zu Klimaschutz und -anpassung

Auch wenn das Thema Klimaschutz für manche einfach „nur noch lästig“ erscheint, ist es aktueller denn je. Wichtig ist daher, die Zusammenhänge immer wieder neu präsent zu machen und die Bevölkerung zu sensibilisieren. Aus diesem Grund finden immer wieder Vorträge im Bereich Klimaschutz- und -anpassung statt. Im vergangenen Jahr lag ein Schwerpunkt auf den Schulen (zum Beispiel Gymnasium Marktoberdorf, Mittelschule Marktoberdorf, Volkshochschulen) aber auch Gemeinden oder das Architekturforum informierten sich über die Thematik der Klimaanpassung.

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Teilnahme am Projekt SynErgie II – Energieflexible Modellregion Augsburg

Im Rahmen des Projektes SynErgie II wird untersucht, wie Unternehmen durch die Flexibilisierung ihres Energiebezugs einen Beitrag zur Netzstabilisierung – und dadurch zu einem größeren Anteil erneuerbarer Energien – leisten können. Von Anfang an berücksichtigt wird dabei die Wirtschaftlichkeit für die beteiligten Unternehmen, da ein solches System sonst keine ausreichende Resonanz findet.
 
Getragen wird das Projekt von mehreren Universitäten (darunter TU München, Universität Stuttgart), Fraunhofer Instituten sowie namhaften Unternehmen. Der Landkreis Ostallgäu ist als assoziierter Partner an diesem Projekt beteiligt, was uns die Möglichkeit eröffnet, Unternehmen aus dem Landkreis für eine Projektteilnahme vorzuschlagen. Neben zahlreichen „Flexibilitätschecks“, die sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen richten, nehmen auch ACGO Fendt (Standort Bäumenheim) und Schoeller Technocell (Standort Günzach) als Partner am Projekt teil.
 
Weitere Informationen finden sich unter https://synergie-projekt.de/.

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Webseminar Ü20-PV-Anlagen

Gut 20 Jahre nach Einführung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) fallen zum Jahreswechsel 2020/21 die ersten Anlagen aus der regulären Förderung. Aus Klimaschutz-Sicht wäre es äußerst kontraproduktiv, wenn die Betreiber*innen diese Anlagen nun rückbauen würden. Das bisherige EEG ließ den Anlagenbetreiber*innen aber kaum eine andere Wahl, was teils zu großer Verunsicherung führte. Aus diesem Grund bot das Landratsamt Ostallgäu in Kooperation mit dem Augsburger Landratsamt ein Webseminar an, das sich gezielt an die Eigentümer*innen von so genannten „Ü20“-Anlagen richtete, deren Förderung ausläuft. Dabei wurden verschiedene Ansätze und Szenarien gezeigt, wie mit der Situation umgegangen werden kann. Das äußerst große Interesse an der qualitativ hochwertigen Veranstaltung konnte als Beleg für den Bedarf gewertet werden.
 
Zwischenzeitlich wurde eine Neufassung des EEG beschlossen und ist zum 1. Januar 21 in Kraft getreten. Die darin getroffenen Regelungen ermöglichen nun, alte EEG-Anlagen für eine Übergangszeit weiter betreiben zu können. Die dafür bezahlte Vergütung dürfte aber in vielen Fällen gerade so die Kosten decken. Aus diesem Grund dürften viele Betreiber die Anlagen zur Versorgung des eigenen Gebäudes umrüsten.

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30days-challenge am Gymnasium Füssen

Eine etwas andere Art, Klimaschutz-Wissen zu vermitteln, wurde am Gymnasium Füssen erprobt. Dort nahmen knapp 90 Schüler*innen an einer 30-tägigen „Challenge“ (Herausforderung) teil: Hierfür wurde mit den Teilnehmer*innen zunächst die Klimawirkung verschiedener Alltagshandlungen erarbeitet. Darauf aufbauend überlegte sich jede Teilnehmer*in eine persönliche Klimaschutz-Challenge, die es galt, 30 Tage lang durchzuhalten.
  
Dabei wurden die Schülerinnen und Schüler durchaus kreativ: Neben dem Vorsatz, mit dem Fahrrad statt dem Elterntaxi zur Schule zu kommen, einer klimaverträglicheren Ernährung oder dem weitest möglichen Verzicht auf Plastikprodukte hatten sich andere Schüler*innen beispielsweise vorgenommen, jeden Tag mit einem anderen Menschen über den Klimawandel zu sprechen. Hintergrund der 30-tägigen Laufzeit ist das Ergebnis psychologischer Untersuchungen, dass die Einübung neuen Verhaltens viele Wiederholungen (über mindestens einen Monat) erfordert.

Kontakt

Landratsamt Ostallgäu
Klimaschutz
Tel. 08342 911-196
Fax 08342 911-97398
 
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