Jahresbericht 2018

Lebensmittelüberwachung

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CBD-Produkte im Fokus – weitere Sonderkontrollen

2019 konnte im Landkreis Ostallgäu vermehrt der Vertrieb von CBD-Produkten festgestellt werden. Viele Menschen versprechen sich eine positive Wirkung von Cannabidiol (CBD) – dem Stoff, der aus der Hanfpflanze gewonnen wird. Dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zufolge muss für CBD-haltige Erzeugnisse zunächst ein Prüfungsantrag gestellt werden. Entweder auf Zulassung als Arzneimittel. Oder – wenn diese Hanfprodukte weiterhin als Nahrungsergänzungsmittel deklariert werden sollen, wie es momentan der Fall ist – auf Zulassung eines in der EU neuartigen Lebensmittels (Novel Food). Im Rahmen dieser Verfahren ist die Sicherheit des Erzeugnisses vom Antragsteller zu belegen. Neuartige Lebensmittel im Sinne der EU-Verordnung „Novel Food-VO“ sind jene Lebensmittel, die vor dem 15. Mai 1997 nicht „in nennenswertem Umfang für den menschlichen Verzehr verwendet worden sind“.
 
CBD kann in verschiedener Form erworben werden. Es kann zum Beispiel als Paste, Salbe, Spray oder als Liquid (für Vaporisatoren) aufgenommen werden. In manchen Drogerieketten können Pastillen und Kaugummi mit einem niedrigen CBD-Gehalt gekauft werden. Am verbreitetsten sind sicher Kapseln und Tropfen. Die aktuelle Rechtslage ist jedoch nicht wirklich eindeutig. Im Gegensatz zum Cannabinoid Δ9-Tetrahydrocannabinol – kurz THC – weist Cannabidiol keine berauschende Wirkung auf. Demzufolge kann man davon nicht high werden, denn es fehlen die psychoaktiven Verbindungen. Der THC-Gehalt von Hanfprodukten darf dem Betäubungsmittelgesetz zufolge 0,2 Prozent nicht überschreiten.
 
Hanf ist eine der ältesten Nutz- und Heilpflanzen und wird schon seit tausenden von Jahren als Roh- und Baustoff, Arznei oder zu anderen Zwecken gebraucht. Einen regelrechten Hype gibt es derzeit um die Cannabinoide, die als äußerst wertvolle Inhaltsstoffe des Hanfs gelten. Insbesondere CBD Öl schreibt man viele positive und gesundheitsfördernde Anwendungsmöglichkeiten zu.
 

Die Zukunft von CBD 

 
Im Moment gibt es also zwei Baustellen im Bereich CBD: Zum einen die unklare Einstufung als Arzneimittel beziehungsweise Nahrungsergänzungsmittel und die Novel-Food-Problematik auf EU-Ebene. Außerdem gibt es zu dem Thema noch kein wegweisendes Urteil oder einen Ausschluss aus dem Betäubungsmittelgesetz gibt.
 

Weitere Sonderkontrollen 

 
Im Rahmen des „Bundesweiten Überwachungsplanes“ (BÜP) erfolgten 2019 folgende Schwerpunktkontrollen

 

  • Sahneaufschlagmaschinen
  • Vorverpackte Lebensmittel aus Drittländern bei Großhändlern und Importeuren
  • Stracciatella Eis aus loser Abgabe

Kontakt

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