Jahresbericht 2018

Naturschutz

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Projekt Wiese x 16 endet: Wo sind all die Blumen hin? Ins Ostallgäu

Blumenwiese in Lengenwang. Bildrechte: Landkreis Ostallgäu
Blumenwiese in Lengenwang. Bildrechte: Landkreis Ostallgäu

Der Landkreis Ostallgäu ist dank Wiese x 16 aufgeblüht: 19.000 Quadratmeter heimischer Blumenwiese sind entstanden. „Allen Beteiligten ist klar, dass wir uns auf diesem Erfolg nicht ausruhen dürfen“, sagte Landrätin Maria Rita Zinnecker bei der Abschlussveranstaltung des Leader-Projekts im Landratsamt. Durch die beeindruckende Multivisionsshow von Roland Günter wurden alle Beteiligten zum Weitermachen auch nach Projektende motiviert.
 
Seit Mai 2017 läuft das mit 35.000 Euro über Leader 2014 – 2020 geförderte Projekt Wiese x 16 zum Schutz heimischer Blumenwiesen und ihrer Bewohner. Bei der Abschlussveranstaltung mit allen Projektbeteiligten – vom Bauhof bis zum Gartenbauverein, von der Förderstelle zum Bürgermeister bis zu den Vertretern des Entscheidungsgremiums der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) „bergaufland Ostallgäu e.V.“, das die Fördermittel für das Projekt befürwortet hat – wurde nach der Begrüßung von Landrätin Zinnecker ein Rückblick auf das Projekt gegeben. In den knapp zwei Jahren Laufzeit wurden 19.000 Quadratmeter an öffentlichen Grünflächen naturnah mit heimischem Regio-Saatgut angelegt. Außerdem wurden 3.600 Stauden gepflanzt und 17.200 Frühjahrsblüher gesteckt. Im Rahmen von Wiese x 16 wurde neben der Umweltbildung, bei der um die 600 Schüler erreicht wurden, auch Öffentlichkeitsarbeit für die naturnahe Grünpflege geleistet. Nicht nur die Präsenz auf Veranstaltungen wie der Allgäuer Festwoche oder dem Schwäbischen Imkereitag, sondern auch die telefonischen Beratungen, die 30 Vorträge oder der Fotowettbewerb, haben viele Menschen im Ostallgäu zur Nachahmung auch im eigenen Garten animiert.
 
Multivisionsshow: Die Schönheit der heimischen Artenvielfalt 

  

Ein großes Dankeschön ging auch an die Naturgartenplanerin des Projekts, Ingrid Völker, und Anne Berkmüller, Umweltpädagogin des Projekts. Ein Höhepunkt des Abends war die Multivisionsshow des Fotografen Roland Günter. Durch die Nahaufnahmen wird nicht nur die Schönheit der heimischen Artenvielfalt sichtbar, man taucht geradezu ein in die spannenden Verhaltensweisen. Allen Beteiligten wurde vor Augen geführt, dass die naturnahe Grünflächengestaltung mit heimischem Regio-Saatgut eine unglaubliche Artenvielfalt direkt vor unserer Haustüre schaffen kann.
 
Mit dieser Motivation, dem entstandenen Umweltnetzwerk und dem aus dem Projekt hervorgegangenen Handlungsleitfaden zur Anlage und Pflege naturnaher Grünflächen wird Wiese x 16 in den Modellgemeinden auch nach Förderende weitergeführt und auch bei weiteren Gemeinden umgesetzt werden. Landrätin Zinnecker ist sich sicher: „Wir haben mit Wiese x 16 Pionierarbeit geleistet und das Ostallgäu wird weiterblühen.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Heckenpflegetage

Erster Heckenpflegetag in Oberostendorf
Erster Heckenpflegetag in Oberostendorf
Zweiter Heckenpflegetag an einer Hecke in Oberthingau
Zweiter Heckenpflegetag an einer Hecke in Oberthingau

Anfang Februar fand der erste Heckenpflegetag in der Gemeinde Oberostendorf statt. Sarah Sagemann von der Unteren Naturschutzbehörde stellte den Mitarbeitern der Bauhöfe aus Mauerstetten, Waal, Oberostendorf, Osterzell, Germaringen und Westendorf zunächst die rechtlichen und ökologischen Grundlagen der Heckenpflege in der Theorie dar. Rüdiger Kroll und Annette Saitner vom Landschaftspflegeverband Ostallgäu erklärten an einer Baumhecke im Anschluss, wie eine vorbildhafte Pflege in der Praxis ausgeführt wird und was es für Fördermöglichkeiten gibt.
 
Ende Oktober fand in der Gemeinde Unterthingau der zweite Heckenpflegetag statt. Von Bernd Nothelfer von der Unteren Naturschutzbehörde und Rüdiger Kroll vom Landschaftspflegeverband erfuhren die Bauhofmitarbeiter der Gemeinden Aitrang, Ruderatshofen, Görisried, Wald und Unterthingau sowie Bürgermeister Abel aus der Gemeinde Kraftisried Wissenswertes über die Grundsätze der Heckenpflege in Theorie und Praxis. Auch über Fördermöglichkeiten wurde informiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Aktionen zur Artenvielfalt in der Landwirtschaft

Plakat zur Artenvielfalt in Privatgärten und in der Landwirtschaft
Plakat zur Artenvielfalt in Privatgärten und in der Landwirtschaft

Der Schutz unserer heimischen Artenvielfalt ist eine umfassende Aufgabe, die nur durch die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Landeigentümern geleistet werden kann. Aus diesem Grund haben sich das Landwirtschaftsamt und die Untere Naturschutzbehörde gemeinsam mit interessierten Landwirte an einen Tisch gesetzt und versucht, Maßnahmen zu finden, die sich in den Betriebsablauf integrieren lassen und zu einem erhöhten Nutzen für die heimische Artenvielfalt beitragen. Daraus entstand die „Aktionsgruppe Artenvielfalt“ – ein Zusammenschluss von Landwirten, die auf ihren Betrieben freiwillige Artenschutzmaßnahmen durchführen und die Ideen innerhalb ihres Berufsstandes verbreiten.
 
Es fanden außerdem zwei Exkursionen mit Schülern und Studierenden der Landwirtschaftsschule statt. Themen waren „Biodiversität rund um die Hofstelle“ und „Maßnahmen zum Biotopverbund und Blühflächen in der Agrarlandschaft“. In Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsamt entstand ein Plakat, auf dem dieselben Elemente der Vielfalt in Privatgarten und in der Landwirtschaft gegenüber gestellt werden. Damit können sich alle Landnutzer aktiv für den Schutz der heimischen Arten einsetzen, denn gemeinsam lässt sich mehr bewegen. Das Plakat soll in allen Rathäusern aufgehängt werden und kann am eigenen Gartenzaun oder Feldrand aufgestellt werden.

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Umweltbildungsaktion mit der Realschule Marktoberdorf

Leider spielte bei der Umweltaktion am Elbsee das Wetter nicht mit.
Leider spielte bei der Umweltaktion am Elbsee das Wetter nicht mit.

Ende Mai fand im Rahmen der Schulkooperation des Landratsamts Ostallgäu mit der staatlichen Realschule Marktoberdorf eine zweitägige Umweltbildungsaktion statt: zunächst am Elbsee und später witterungsbedingt in der Schule. Sandra Trautmann, Carina Fischer, Bernd Nothelfer, Naturschutzwächter Fritz Ebelt und Eva Stangler von der Unteren Naturschutzbehörde gewährten den Schüler*innen dabei einen anschaulichen Einblick in die Themenbereiche, mit denen sich die Untere Naturschutzbehörde beschäftigt. Neben den Themen Biber und Artenschutz konnten die Schüler*innen auch die Lebensräume Moor und Wiese näher kennenlernen. Außerdem erfuhren die Schüler*innen mehr über das Landschaftsschutz- und FFH-Gebiet Elbsee mit all seinen wertgebenden Arten.

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Biodiversitätsabend in Bidingen

Thema des Biodiversitätsabends in Bidingen mit über 50 Bürger*innnen sowie den örtlichen Vorständen des Imkereivereins, des Gartenbauvereins und des örtlichen Bauernverbands war die Artenvielfalt. In drei Fachvorträgen, die alle auf unterschiedliche Bereiche der Bidinger Flur Bezug nahmen, wurde über Möglichkeiten informiert, wie heimische Arten gefördert werden können. Mit dabei waren nicht nur Bernd Nothelfer und Sarah Sagemann von der Unteren Naturschutzbehörde, sondern auch Ingrid Völker, Naturgartenplanerin und verantwortlich für die Umsetzung des LEADER-Projekts „Wiese x 16“, sowie Richard Schöttner von der Regierung von Schwaben, der sich um den Moorschutz im Bereich Korbsee / Dachssee kümmert.

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Ostallgäuer Naturschutzwächter neu bestellt

V. l.: Fritz Ebelt, Johann Reitbauer, Klaus Christmann, Landrätin Maria Rita Zinnecker, Birgitt Hinne, Renate Tröber, Holger Voß, Gerhard Northemann und Dieter Frisch. Es fehlen: Johann Greindl, Ludwig Gschmeißner und Peter Keßler. Bildquelle: Landra
V. l.: Fritz Ebelt, Johann Reitbauer, Klaus Christmann, Landrätin Maria Rita Zinnecker, Birgitt Hinne, Renate Tröber, Holger Voß, Gerhard Northemann und Dieter Frisch. Es fehlen: Johann Greindl, Ludwig Gschmeißner und Peter Keßler. Bildquelle: Landratsamt Ostallgäu

Landrätin Maria Rita Zinnecker hat den elf neuen Naturschutzwächter*innen die Bestellungsurkunden überreicht. Die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Ostallgäu wird von den ehrenamtlichen Naturschutzwächter*innen unterstützt. Durch Beratung und Aufklärung möchte die Naturschutzwacht auf ein naturverbundenes und landschaftsgerechtes Verhalten hinwirken und damit Ordnungswidrigkeiten vorbeugen.
 
Die Naturschutzwächter*innen werden von der Unteren Naturschutzbehörde auf Grundlage des Bayerischen Naturschutzgesetzes und der Verordnung über die Naturschutzwacht üblicherweise immer für zwei Jahre bestellt. Sie tragen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit ein Dienstabzeichen und führen einen Dienstausweis mit sich. Jedes Mitglied der Naturschutzwacht hat einen Kontrollbezirk, in dem regelmäßig Kontrollgänge durchgeführt werden. Neben Beratung und Information gehören auch Arten-, Biotop- und Landschaftsschutz sowie die Überwachung der Einhaltung bestehender Rechtsvorschriften (beispielsweise unerlaubte Abfallablagerung, Errichtung von Feuerstellen, Lagern sowie Drohnenflüge in Schutzgebieten) zu ihren Aufgaben. Sie leisten wertvolle Arbeit und sind eine unverzichtbare Hilfe für die Naturschutzbehörde.
 
Elf ehrenamtliche Helfer

    
Die Untere Naturschutzbehörde wird aktuell von elf ehrenamtlichen Naturschutzwächter*innen unterstützt. Neu in der Naturschutzwacht ist Johann Greindl aus Schwangau, er übernimmt die Gemeinden Roßhaupten und Schwangau vom ausgeschiedenen Erich Küffner. Drei Naturschutzwächter sind zusätzlich als Biberberater im Landkreis tätig. Zwei Naturschutzwächter (Gerhard Northemann und Johann Reitbauer) engagieren sich zusätzlich im Netzwerk „Große Beutegreifer“. Diese Netzwerker werden vom Landesamt für Umweltschutz bei Verdachtsfällen von Wölfen eingeschalten und prüfen vor Ort, ob es sich um einen Wolf handeln könnte und sichern Spuren für eventuelle DNA-Analysen.
 
Erreichbar sind die Naturschutzwächter über die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt: Sandra Trautmann, Telefon 08342 911-362 oder E-Mail: sandra.trautmann(at)lra-oal.bayern.de.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lichtverschmutzung: Neues Infoblatt zu insektenfreundlichen Außenbeleuchtungen

Lichtfalle: Angezogen durch das künstliche Licht werden viele Nachtschwärmer zum Beispiel durch Energieverlust beim Umkreisen der Lichtquelle getötet.
Lichtfalle: Angezogen durch das künstliche Licht werden viele Nachtschwärmer zum Beispiel durch Energieverlust beim Umkreisen der Lichtquelle getötet.

Die künstliche Beleuchtung unserer Landschaft nimmt stetig zu. Dabei bringt künstliches Licht viele Lebensfunktionen von Lebensgemeinschaften und Arten durcheinander. Vor allem unter den nachtaktiven Arten kommt es daher zu Verlusten. Das Landratsamt Ostallgäu veröffentlichte daher ein Infoblatt, das die wichtigsten Punkte zum Schutz nachtaktiver Insekten enthält.
  
Sogar in ländlichen Räumen überlagert vielerorts Kunstlicht den natürlichen Nachthimmel mit Mond und Sternen. Dabei bringt künstliches Licht viele Lebensfunktionen von Lebensgemeinschaften und Arten durcheinander. Der Tag-Nacht-Zyklus regelt die Ruhe- und Aktivitätsphasen von Lebewesen. Die im Jahresgang wechselnde Länge des Tageslichts spielt eine Schlüsselrolle bei der Überwinterung vieler Arten und bei deren Fortpflanzung. Zahlreiche Arten sind nur im Dunkeln aktiv.
 
Über 80 Prozent der heimischen Schmetterlinge sind nachtaktiv

   
Viele Insektenarten sind auf den natürlichen Hell-Dunkel-Rhythmus angewiesen. Vor allem unter den nachtaktiven Arten kommt es daher zu großen direkten und indirekten Verlusten. Da Kunstlicht Insekten über Entfernungen von bis zu 700 Meter anlocken kann, hat die Lichtverschmutzung ein erhebliches Potenzial, vor allem den Bestand nachtaktiver Arten zu gefährden.
 
Worauf bei Außenbeleuchtungen zu achten ist

   
LED-Lampen in der Lichtfarbe „warmweiß“ stellen die umweltverträglichste Form der künstlichen Beleuchtung dar. Neben der Wahl geeigneter Leuchtmittel gilt es, wo immer möglich, die Beleuchtung abzuschalten oder ganz darauf zu verzichten, Streulicht zu vermeiden sowie Leuchtdauer und Lichtintensität auf das nötige Maß zu begrenzen. Konkret können die negativen Auswirkungen über die Reduzierung der Lichtpunkthöhe, gezielte Lichtlenkung, geschlossene Gehäuse und geringe Oberflächentemperatur sowie den Verzicht auf Bodeneinbaustrahler und Skybeamer verringert werden. 
 
Das Infoblatt zur insektenfreundlichen Beleuchtung kann hier heruntergeladen werden.

Kontakt

Landratsamt Ostallgäu

Natur- und Umweltschutz

Tel. 08342 911-364

Fax 08342 911-564

 

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