Jahresbericht 2018

Senioren

Irmgard Haberberger ist die neue Seniorenbeauftragte des Landkreises

Die neue Seniorenbeauftragte des Landkreis Ostallgäu, Irmgard Haberberger
Die neue Seniorenbeauftragte des Landkreis Ostallgäu, Irmgard Haberberger

Haberberger folgte auf Christine Seiz-Göser, die im am 1. Juli in den Ruhestand gegangen ist. Ihren beruflichen Hintergrund hat Haberberger in der Krankenpflege. Sie arbeitete 15 Jahre als Krankenschwester im Klinikum Mindelheim und absolvierte eine zweijährige Weiterbildung zum Manager im Gesundheitsbereich in München. Anschließend arbeitete sie über zehn Jahre als Pflegedienstleitung und stellvertretende Einrichtungsleitung. Im Februar 2019 hat sie ihre Weiterbildung zur Einrichtungsleiterin erfolgreich abgeschlossen. Haberberger: „Ich freue mich auf die neue berufliche Herausforderung und die Möglichkeit, aktiv zur Verbesserung der Lebensrealität älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger beizutragen.“

Bürgerworkshops in Seeg und Ketterschwang im Rahmen der Pflegebedarfsermittlung

Dr. Hanspeter Buba präsentiert den Bürger*innen in Seeg erste Ergebnisse der Pflegebedarfsermittlung
Dr. Hanspeter Buba präsentiert den Bürger*innen in Seeg erste Ergebnisse der Pflegebedarfsermittlung

Die demografische Entwicklung und veränderte familiäre Strukturen stellen den Landkreis Ostallgäu vor immer neue Herausforderungen in der Sozialpolitik. Um auf diese Veränderungen eingehen zu können und die richtigen Weichen zu stellen, erarbeitet der Landkreis derzeit eine Pflegebedarfsermittlung, die Grundlage für die zukünftige Planung und Weiterentwicklung im Bereich der Seniorenarbeit sein wird. Ziel des Landkreises ist es, die Seniorenpolitik auf die regionalen und individuellen Bedürfnisse der älteren Generation auszurichten und passgenaue Angebote für eine gute Versorgungsstruktur zu entwickeln. Um einen umfassenden Überblick über die Bedürfnisse der Generation 55+ zu gewinnen, führte der Landkreis Befragungen der Bürger*innen, der Kommunalverwaltungen sowie der Seniorenbeauftragten und Pflegeanbieter durch.
 
Ein weiterer wichtiger Teil dieses Planungs- und Entwicklungsprozesses waren Workshops im südlichen und nördlichen Landkreis, in denen sich alle Bürger*innen als die eigentlichen Experten mit ihren Erfahrungen und Meinungen mit einbringen konnten. Alle Bürger*innen des Landkreises waren darum eingeladen, an den Workshops am Freitag, den 20. September, in Seeg oder am Mittwoch, den 25. September, in Ketterschwang teilzunehmen und gemeinsam die Weichen für eine gute Planung auf Landkreisebene mit den regionalen Gegebenheiten und Vorstellungen zu schaffen. Dabei wurden zunächst die Ergebnisse der bisherigen Erhebungen vorgestellt und dann darauf aufbauend in Kleingruppen Schwerpunktthemen diskutiert. Schwerpunktthemen waren unter anderem die Nahversorgung, Mobilität, Pflege und Betreuung sowie das möglichst lange Wohnen im eigenen Zuhause. Alle Teilnehmer*innen brachten mit sehr viel Engagement und Interesse ihre Standpunkte und Ideen in die Diskussion ein, so dass viele wichtige Impulse für die weitere Arbeit gesetzt wurden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Treffen der kommunalen Seniorenbeauftragten

Gemeindliche Seniorenbeauftragte beim gemeinsamen Treffen in Lengenwang
Gemeindliche Seniorenbeauftragte beim gemeinsamen Treffen in Lengenwang

Um einen regelmäßigen Austausch zu ermöglichen, organisiert die Seniorenbeauftragte des Landkreises, Irmgard Haberberger, zweimal jährlich gemeinsame Treffen der kommunalen Seniorenbeauftragten. Bei diesen Treffen werden neue Regelungen, Angebote und Ideen für die Weiterentwicklung im Ostallgäu besprochen und Erfahrungen ausgetauscht. 2019 trafen sich die Seniorenbeauftragten am 25. Mai im Landratsamt und am 23. Oktober in Lengenwang.
 
Die gemeindlichen Seniorenbeauftragten sind häufig erste Ansprechpartner*innen für die Bürger*innen. Sie sind zuständig für gemeinsame Aktivitäten, vermitteln Fahrdienste, organisieren Betreuungsdienste und vieles mehr. Mit ihrer Tätigkeit tragen die Seniorenbeauftragten wesentlich zum sozialen Miteinander in der Kommune bei.

Landkreis und Bistum bieten Ausbildung zum Seniorenbegleiter an

Gemeinsam mit dem Bistum Augsburg bot der Landkreis Ostallgäu erneut eine Ausbildung zum Seniorenbegleiter an. Sie richtet sich an Menschen, die sich ehrenamtlich für ältere Mitbürger in der Pfarrgemeinde oder Kommune engagieren möchten. Der Kurs fand jeweils an vier Wochenenden im Pfarrheim St. Wolfgang in Lengenwang statt.
 
Die Ausbildung ist anerkannt nach § 45 a SGB XI und erfüllt die Voraussetzungen für die Mitarbeit in den landesrechtlich anerkannten niedrigschwelligen Diensten. Die Teilnehmer*innen erhalten ein Zertifikat. Ein wichtiger Baustein im Kurs sind die Gesprächsführung und der Umgang mit pflegebedürftigen Menschen. Aber auch die Grundlagen der Pflegeversicherung und die Erkrankungen des Alters werden vorgestellt. Die Kursinhalte und der Austausch untereinander vermitteln das nötige Wissen und die Sicherheit für die Mitarbeit in Senioren- und Helferkreisen. Für pflegende Angehörige und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die bereits in der Pfarrgemeinde oder in einem Helferkreis tätig sind, ist der Kurs kostenlos.
 
Die bereits zertifizierten Seniorenbegleiter hatten im Rahmen eines Nachtreffens die Möglichkeit sich auszutauschen sowie die noch die offenen Themen aus der Ausbildung zu bearbeiten. Ebenfalls wurde ihnen am 11. Juli 2019 eine Kinästhetics-Schulung angeboten. Kinästhetics ist ein praktisches Konzept des Bewegungslernens, bei dem auf Grundlage der Wahrnehmung der eigenen Bewegungen, verstanden als Ressource, gemeinsam mit dem Patienten im Sinne einer ganzheitlichen Gesundheitsförderung adäquate Bewegungsangebote entwickelt werden.

Letzte-Hilfe-Kurs Hospizverein Kaufbeuren

Der Hospizverein Kaufbeuren-Ostallgäu e. V. hat am 8. November 2019 im Landratsamt einen sogenannten Letzte-Hilfe-Kurs angeboten. In diesem Kurs lernen interessierte Bürger*innen, was sie für die ihnen nahestehenden Menschen und Angehörigen am Ende des Lebens tun können.
  
Für den Abschied vom Leben braucht es, wie auf allen herausfordernden Wegen, jemanden der uns die Hand reicht. Diese Hand zu reichen erfordert nur ein bisschen Mut und Wissen. In diesem „Letzte Hilfe Kurs“ wird beides vermittelt.

Landkreis bezuschusst VHS-Kurse für Senior*innen

In den vergangenen Jahren hat sich die Lebenswelt der Senior*innen stark gewandelt. Im Mittelpunkt steht heute eine aktive und selbst bestimmte Lebensgestaltung. Diese positive Entwicklung wollen die Volkshochschulen gemeinsam mit dem Landkreis Ostallgäu unterstützen. Daher wurden spezielle Kurse für die Generation 60+ gemeinsam entwickelt und im Rahmen des Volkshochschulprogramms angeboten. Die Kursgebühren wurden zu 60 Prozent vom Landkreis bezuschusst. Die Kurse stießen auf großes Interesse seitens der Bevölkerung.

Wohnraum rechtzeitig anpassen: Neue Broschüre des Landkreises

Oft können Wohnungen oder Häuser mit kleinen Maßnahmen so angepasst werden, damit das Leben in den eigenen vier Wänden auch im Alter weiterhin gut möglich ist.
Oft können Wohnungen oder Häuser mit kleinen Maßnahmen so angepasst werden, damit das Leben in den eigenen vier Wänden auch im Alter weiterhin gut möglich ist.

Die Broschüre gibt viele Anregungen, die eigene Wohnsituation zu überprüfen und Ideen, wie sie auf individuelle Bedürfnisse angepasst werden kann. Sie ist kostenlos in den Gemeinden, Fachstellen für pflegende Angehörige und im Landratsamt erhältlich.
   
Oft werden Wohnungen oder Häuser den Anforderungen im Alter oder bei einer Behinderung nicht gerecht. Häufig ist es aber möglich, diese mit kleinen Maßnahmen zu verändern, damit das Leben in den eigenen vier Wänden weiterhin gut möglich ist. „Gehen Sie mit einem offenen Blick durch die Wohnung und das am besten, bevor aus der Not heraus eine schnelle Lösung erforderlich wird“, sagt Landrätin Maria Rita Zinnecker.
 
Stürze mit einfachen Maßnahmen verhindern

    
Neben der eigenen ersten Einschätzung gibt es im Landkreis Ostallgäu kompetente Ansprechpartner*innen, die für verschiedenen Fragestellungen zur Verfügung stehen. Renate Dantinger, zertifizierte Wohnraumberaterin im Landkreis, berät kostenlos und unabhängig von einer Pflegebedürftigkeit zur Wohnraumanpassung. Eine sichere Umgebung, die übrigens unabhängig vom Alter Sinn ergibt, hilft Unfälle zu vermeiden. Insbesondere Stürze können mit einfachen Maßnahmen, wie dem Anbringen von Haltegriffen, bessere Beleuchtung oder Entfernung von Stolperfallen, verhindert werden.
 
Über Stephan Vogt, Demenzbeauftragter des Landkreises, kann eine Beratung zur häuslichen Wohnsituation bei demenzkranken Menschen angefordert werden. „Für diese Menschen spielt die eigene Wohnung eine besondere Rolle. Sie ist Gedächtnisstütze und Orientierungshilfe zugleich“, sagt Vogt. Für Maßnahmen zur Wohnraumanpassung gibt es unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten. Zuschussmöglichkeiten durch die Pflege- und Krankenkassen und ein Antrag auf Fördergelder müssen individuell geklärt werden.

Kontakt

Landratsamt Ostallgäu
Soziale Entwicklung
Christine Seiz-Göser

Tel. 08342 911-475
Fax 08342 911-563
 
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