Jahresbericht 2018

Veterinäramt

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Teile des Ostallgäus in der BTV-Restriktionszone

Übersicht der Restriktionszone in Bayern aufgrund der Ausbrüche der Blauzungen-Krankheit (BT) in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
Übersicht der Restriktionszone in Bayern aufgrund der Ausbrüche der Blauzungen-Krankheit (BT) in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
BTV-Restriktionszone im Landkreis Ostallgäu (Blau)
BTV-Restriktionszone im Landkreis Ostallgäu (Blau)

Am 20. Februar 2019 gab der Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg den Ausbruch der Blauzungenkrankheit (Bluetongue / BT) durch Nachweis des BT-Virus Serotyp 8 in einem rinderhaltenden Betrieb bekannt. Die tierseuchenrechtlichen Regelungen schreiben vor, dass um von der Blauzungenkrankheit betroffene Betriebe ein Sperrgebiet von 150 Kilometer Radius ausgewiesen werden muss. Somit wurde das bereits bestehende Sperrgebiet in Bayern (siehe Bayernkarte), das bis zu diesem Ausbruch die Landkreise Lindau, Oberallgäu, Neu-Ulm, Günzburg, die Städte Kempten, Memmingen sowie Teile der Landkreise Unterallgäu, Dillingen und Donau-Ries umfasste, weiter nach Osten ausgedehnt und betrifft seitdem auch Gemeinden des Landkreises Ostallgäu (siehe Ostallgäukarte)
 
Folgende Gemeinden im Raum Ostallgäu/Kaufbeuren wurden daher in das BTV-Restriktionsgebiet aufgenommen: Aitrang, Baisweil, Bidingen, Biessenhofen, Buchloe, Eggenthal, Friesenried, Germaringen, Görisried, Günzach, Irsee, Jengen, Kaltental, Kraftisried, Lamerdingen, Marktoberdorf, Mauerstetten, Obergünzburg, Oberostendorf, Osterzell, Pforzen, Rieden, Ronsberg, Ruderatshofen, Stöttwang, Unterthingau, Untrasried, Waal, Wald, Westendorf und das Stadtgebiet Kaufbeuren.
 
Die Blauzungenkrankheit trat im Jahr 2006 erstmals bei Rindern und kleinen Wiederkäuern in Mitteleuropa auf und breitete sich in auch Deutschland sehr rasch flächendeckend aus. Die für Menschen ungefährliche Seuche (Fleisch- und Milchprodukte können ohne Bedenken verzehrt werden) war bis zu diesem Zeitpunkt nur in Afrika, Südamerika, Asien und Südeuropa aufgetreten. Durch die schnelle Einführung einer verpflichtenden Impfung mit inaktivierten Impfstoffen gelang es, die Seuche zwischenzeitlich zu tilgen.
 
Empfänglich für die Blauzungenkrankheit sind Schafe, Ziegen, Rinder und Kamelartige sowie weitere (Wild-) Wiederkäuer. Die Übertragung erfolgt über blutsaugende Stechmücken (Gnitzen der Gattung Culicoides). Eine Ansteckung durch direkten oder indirekten Tierkontakt sowie über Personen oder Gerätschaften findet nicht statt. Nach einer Inkubationszeit von 5 bis 12 Tagen zeigen erkrankte Tiere Symptome wie Fieber, Lahmheit, Ödembildungen, Geschwüre im Maul- und Zungenbereich, an Klauen und Euter, Absondern von der Herde, Inaktivität, Milchleistungsrückgang sowie eventuell Aborte. Vor allem beim Schaf sind schwerwiegende Verläufe mit einer Sterblichkeitsrate mit bis zu 30 Prozent zu beobachten. Bei Rindern sind die Symptome in der Regel weniger ausgeprägt und die Anzeichen einer Infektion beschränken sich meist auf schwaches Fieber, Milchrückgang und Aborte.
 
Für den Menschen und für Nicht-Wiederkäuer besteht keine Gefährdung. Der Verzehr von Milch- und Fleischprodukten ist unbedenklich.
  
Um die Ausbreitung der Blauzungenkrankheit zu verhindern, gelten beim Verbringen von Wiederkäuern (Rinder, Schafe, Ziege, Dam-, Reh-, Rot- und Muffelwild sowie Kameliden und Wildwiederkäuer) aus dem Restriktionsgebiet verschärfte Bedingungen. Neben den gesetzlich vorgegebenen Maßnahmen gibt es die Möglichkeit der Impfung. Ein Impfprogramm kann zu erheblichen Kosten führen und die Ausbreitung der Blauzungenkrankheit nur dann verhindern, wenn eine hohe Impfabdeckung erreicht wird. Die vorbeugende Impfung ist derzeit das einzig wirksame Mittel, um Wiederkäuer vor einer Infektion zu schützen. Mit Änderung der EG-Blauzungenbekämpfung-Durchführungs-verordnung vom 7. Mai 2016 wurde in Deutschland die Möglichkeit der freiwilligen vorbeugenden Schutzimpfung gegen BT geschaffen; zugelassene BTV4- und BTV8- Impfstoffe stehen nach anfänglichen Lieferproblemen jetzt ausreichend zur Verfügung. Die Bayerische Tierseuchenkasse bezuschusst die freiwillige Impfmaßnahme gegen BTV-4 und BTV-8 bei Rindern mit einem Euro pro durchgeführte Impfung.

Kontakt

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