Jahresbericht 2018

Veterinäramt

nach oben

Jagd auf Schwarzwild: Landkreis zahlt Teil von Trichinen-Untersuchung

Der Landkreis Ostallgäu übernimmt in Zukunft einen Teil der Kosten für die bei erlegtem Schwarzwild unumgängliche Trichinen-Untersuchung. Das gab Landrätin Maria Rita Zinnecker bei der Hegeschau für den mittleren Landkreis in Marktoberdorf bekannt. Man wolle den Jägern*innen damit zeigen, wie sehr man ihr Engagement schätze und dass man sie unterstütze, wo man nur könne.
 
Seit Ende vergangenen Jahres erhalten die Jäger*innen vom Freistaat Bayern eine Abschussprämie in Höhe von 20 Euro für das Erlegen von Frischlingen, Überläuferbachen und Bachen. Der Landkreis wird ab sofort pro Wildschwein acht Euro auf diese Prämie aufzahlen, sodass die restlichen Kosten für die Trichinen-Untersuchung abgedeckt sind. Zinnecker: „Das ist ein Zeichen von uns, dass wir die Jägerinnen und Jäger auch in der schwierigen Zeit der anrückenden Afrikanischen Schweinepest keinesfalls  im Stich lassen.“

 

Trichinen: Winzige Fadenwürmer

 

Bei erlegtem Schwarzwild ist eine Trichinen-Untersuchung unverzichtbar. Pro Ansatz wird dafür eine Gebühr von 28 Euro erhoben. Das Landratsamt bietet für diese Untersuchung seit dem Jahr 2015 die maximal mögliche Anzahl von drei Untersuchungsstellen im Landkreis Ostallgäu an. Trichinen sind winzige, parasitär lebende Fadenwürmer. Sie werden hauptsächlich durch Schweine auf den Menschen übertragen. Befallen Trichinen den menschlichen Darm, können sie Schwindel, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall und Fieber auslösen.
 
Weiterer Service: Der Landkreis Ostallgäu übernimmt auch für die Messung der Strahlenbelastung des Schwarzwilds und dessen eventuelle Entsorgung in der Tierkörperbeseitigungsanlage in Kraftisried die Kosten.

nach oben

Afrikanische Schweinepest: Vorbereitungen auf den Seuchenfall

Karte mit Fällen Afrikanischer Schweinepest 2018
Karte mit Fällen Afrikanischer Schweinepest 2018
Tabelle mit Fällen Afrikanischer Schweinepest 2018
Tabelle mit Fällen Afrikanischer Schweinepest 2018

Um eine Ansteckung von Hausschweinen mit der Afrikanischen – aber auch mit der Europäischen – Schweinepest (ASP / ESP) zu verhindern beziehungsweise einen Eintrag zeitnah festzustellen, hat das Veterinäramt 2018 über 30 erlegte Wildschweine mit negativem Ergebnis auf ASP und ESP untersucht. Mit Schweinehaltern wurde für den Fall notwendiger Beschränkungen bei einem ASP-Ausbruch außerdem über Lösungsmöglichkeiten für die Überwachung von Freiland- und Auslaufhaltungen von Hausschweinen gesprochen.

 

Was können Landwirte vorbeugend tun?

 

Eine grundlegende Rolle für die Verhinderung des Seucheneintrags in einen Betrieb ist die strikte Einhaltung grundlegender Regeln der Hygiene. Beispielsweise dürfen Speise- oder Küchenabfälle nicht an Schweine (Haus- und Wildschweine) verfüttert werden. Außerdem ist auf Zugangsbeschränkungen zu den Ställen, betriebseigene Schutzkleidung und die Reinigung und Desinfektion aller Fahrzeuge zu achten. Der direkte oder indirekte Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen ist strikt zu unterbinden.

 

ASP in Osteuropa auf dem Vormarsch

  
Große Sorgen bereitet das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in Osteuropa und Belgien. In den osteuropäischen Staaten Polen, Litauen, Lettland und Estland treten seit Anfang 2014 immer wieder Fälle von ASP bei Wildschweinen und auch bei Hausschweinen auf. Im Sommer 2017 wurde sie nun auch erstmals in der Tschechischen Republik und in Rumänien und im September 2018 bei verendeten Wildschweinen in Belgien festgestellt; die Gefahr der Einschleppung dieser aggressiven Tierseuche nach Deutschland wächst zusehends.
  
Die ASP ist eine hoch ansteckende anzeigepflichtige Viruserkrankung mit seuchenhaftem Verlauf, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt und für den Menschen nicht gefährlich ist. Ein Ausbruch dieser Seuche hat enorme wirtschaftliche Schäden zur Folge. Gegen ASP ist kein Impfstoff verfügbar, was die Bekämpfung dieser Seuche gerade im Wildbestand erheblich erschwert.
 
Der Eintrag dieser Krankheit in hiesige Schwarzwildbestände kann unter anderem durch weggeworfene Speisereste (Wurst- und Fleischwaren), durch Wildschweinprodukte, den Jagdtourismus (kontaminierte Jagdkleidung und Ausrüstung) und das Mitbringen von Jagdtrophäen aus Regionen mit Schweinepest-Ausbrüchen erfolgen. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt von Tier zu Tier. Wildschweine infizieren sich mit der ASP insbesondere über den Kontakt zu Fallwild. Auch der Übertragung durch Blut oder mit Blut kontaminierten Gegenständen kommt eine besondere Bedeutung zu.

 

Was tun bei einem Ausbruch?

   
Beim Auftreten der ASP beim Wildschwein müssen unverzüglich Maßnahmen eingeleitet werden, mit denen das Ausmaß eingeschätzt werden kann. Zusätzlich werden unverzüglich Maßnahmen zur Bekämpfung der Tierseuche in der Wildschweinpopulation, zur Verhinderung der Ausbreitung und des Übergreifens auf Hausschweine ergriffen. Wird ASP beim Schwarzwild festgestellt, wird ein so genannter gefährdeter Bezirk festgelegt. Das Verbringen von Hausschweinen in diesen Bezirk und aus diesem Gebiet heraus ist dann grundsätzlich verboten. Beim Schwarzwild wird bei Bedarf eine verstärkte Bejagung, in jedem Fall aber eine Untersuchung erlegter und verendet aufgefundener Wildschweine angeordnet. Darüber hinaus greifen weitere seuchenhygienische Maßnahmen.

Schweinepest

Kontakt

Landratsamt Ostallgäu
Veterinäramt

Schwabenstraße 11

87616 Marktoberdorf

Tel. 08342 911-211
Fax 08342 911-559
 
E-Mail schreiben