Jahresbericht 2020

Veterinäramt

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Blauzungenkrankheit (Bluetongue, BT): Sperrgebiet gilt weiterhin

Übersicht der Restriktionszone in Bayern aufgrund der Ausbrüche der Blauzungen-Krankheit (BT) in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
Übersicht der Restriktionszone in Bayern aufgrund der Ausbrüche der Blauzungen-Krankheit (BT) in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
BTV-Restriktionszone im Landkreis Ostallgäu (Blau)
BTV-Restriktionszone im Landkreis Ostallgäu (Blau)

Das Sperrgebiet, das seit Februar 2019 auch Teile des Ostallgäus umfasst, bestand auch 2020. Ursache für die Einrichtung des Sperrgebietes waren positive BT-Befunde in Baden-Württemberg. Im Raum Ostallgäu umfasst das Sperrgebiet die Gemeinden Aitrang, Baisweil, Bidingen, Biessenhofen, Buchloe, Eggenthal, Friesenried, Germaringen, Görisried, Günzach, Irsee, Jengen, Kaltental, Kraftisried, Lamerdingen, Marktoberdorf, Mauerstetten, Obergünzburg, Oberostendorf, Osterzell, Pforzen, Rieden, Ronsberg, Ruderatshofen, Stöttwang, Unterthingau, Untrasried, Waal, Wald, Westendorf und das Stadtgebiet Kaufbeuren. Nach Ablauf von zwei Jahren entscheidet die EU-Kommission über die Aufhebung bestehender Sperrgebiete und berücksichtigt dabei die Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts, das als Bundesoberbehörde für die Tierseuchenbekämpfung in Deutschland zuständig ist.
  
Auch wenn die Restriktionen aufgehoben werden, wird aus Sicht des Veterinäramtes eine Aufrechterhaltung des Impfschutzes vor allem in der Rinderhaltung empfohlen, mit dem Hintergrund, eine reibungslose Vermarktung von Rindern und Kälbern weiterhin gewährleisten zu können.

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Afrikanische Schweinepest (African swine fever, ASP) in Deutschland nachgewiesen

In Deutschland wurde die Afrikanische Schweinepest erstmals im September 2020 bei einem Wildschwein im Spree-Neiße-Kreis (Brandenburg) nachgewiesen. Seither gab es weitere ASP-Fälle in Brandenburg und Sachsen. Betroffen sind bislang nur Wildschweine. In der EU wurde die ASP auch in Polen, Belgien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Slowakei, und Serbien sowie im Baltikum, in Russland und der Ukraine festgestellt. Mit der Ausnahme von Belgien wurde die ASP in diesen Ländern sowohl bei Wild- als auch bei Hausschweinen festgestellt.
  
Um den Ausbruch und die Weiterverbreitung der ASP nach Bayern zu verhindern und ein landesweit koordiniertes, schnelles und zielgerichtetes Vorgehen zu gewährleisten, wurde ein Rahmenplan zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest erstellt. Die bereits laufenden Präventionsmaßnahmen und Aufklärungskampagnen für die Bevölkerung werden fortlaufend intensiviert. Hinzu kommt ein intensives Monitoring, bei dem verendete, verunfallte und auffällig erlegte Wildschweine auf das ASP-Virus untersucht werden.
 
Für landwirtschaftliche Betriebe kann der Ausbruch der ASP zu gravierenden Folgen führen, deshalb ist es wichtig, alle Schweinehaltungen, insbesondere Freiland- und Auslaufhaltungen aber auch kleine Haltungen sowie Hobbyhaltungen, vor einer Infektion zu schützen. So sollten die Biosicherheitsmaßnahmen dringend eingehalten werden. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat dazu ein Merkblatt erstellt. Bei Verdacht auf das Vorliegen der Schweinepest oder bei Auffinden eines verendeten Wildschweins ist das Veterinäramt zu verständigen.
 
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine virusbedingte Infektionskrankheit, die ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine) betrifft. Die Übertragung erfolgt entweder direkt von Tier zu Tier oder indirekt, zum Beispiel über kontaminierte Gegenstände. Insbesondere Speiseabfälle aus nicht durchgegarten Schweinefleischprodukten (zum Beispiel Salami, Rohschinken) stellen eine mögliche Infektionsquelle dar. Eine Ansteckungsgefahr für den Menschen und andere Tierarten als Schweine besteht nicht. Auch der Verzehr von Fleisch und Wurstwaren von infizierten Tieren führt nicht zu einer Infektion beim Menschen.

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Tierschutz: Kontrollen, neue Verordnung und Corona-Einschränkungen

Die Schwerpunkte im Fachbereich Tierschutz lagen im Jahr 2020 vorwiegend bei Kontrollen aufgrund von Tierschutzanzeigen (Kleintier- und Nutztierhaltungen) und in der Überwachung der tierschutzrechtlichen Vorgaben im Rahmen von Tiertransporten; hierbei handelte es sich überwiegend um Abfertigung von Zuchtrindertransporten ins EU-Ausland. Lange Kälbertransporte wurden im Landkreis Ostallgäu auch im Jahr 2020 weiterhin nicht abgefertigt.
    
Die Überwachung von und Zusammenarbeit mit den Tierheimen gehörten ebenso zu den Routineaufgaben wie die Bearbeitung von Anträgen auf Erlaubnis nach §11 Tierschutzgesetz (vorwiegend Hundetrainer, Reit- und Fahrbetriebe Pferd und Esel) und die Überwachung des Verbringens von Heimtieren (vor allen Hunden und Katzen) durch Tierschutzorganisationen aus dem EU-Ausland. 

 
Mehr mobile Hühnerställe   

 
Zu verzeichnen war – wie in den Jahren zuvor – eine weitere Zunahme der mobilen Hühnerställe, bei denen eine Kontrolle der Einhaltung der tierschutzrechtlich vorgegebenen Mindestanforderungen durch das Veterinäramt vor Inbetriebnahme erfolgt.
      
Am 20. Januar 2020 trat außerdem die Ferkelbetäubungssachkunde-Verordnung in Kraft; erste Anfragen und Anträge hinsichtlich der Betäubung und Kastration von wenige Tage alten männlichen Ferkeln durch den Tierhalter selbst gingen beim Veterinäramt Ostallgäu ein. Im Rahmen des nationalen Aktionsplans „Schwänzekupieren“ beim Schwein erfolgten erste Kontrollen der seit 1. Juli 2019 verpflichtenden Tierhaltererklärung und der damit zusammenhängenden Optimierungsmaßnahmen der Haltungsbedingungen zur Minimierung des Auftretens von Schwanzbeißen in Schweinehaltungen.
  
Die geplante, jährlich in Buchloe stattfindende Alpakaschau wurde aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie abgesagt.

Kontakt

Landratsamt Ostallgäu
Veterinäramt

Schwabenstraße 11

87616 Marktoberdorf

Tel. 08342 911-211
Fax 08342 911-559
 
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