Jahresbericht 2021

Klinikum Kaufbeuren

Lungenzentrum Allgäu – Spitzenmedizin für die Region

Das Klinikum Kaufbeuren und das Klinikum Memmingen haben mit ihren jeweiligen   Thoraxspezialisten das Lungenzentrum Allgäu ins Leben gerufen und versorgen in ihrer wegweisenden Kooperation lungenerkrankte Patienten im bayerischen Allgäu.

 

Die gemeinsamen Lungenkonferenzen („Lungenboards“) finden bereits seit Ende 2020 immer montags per Video statt. Hier kann jeder Hausarzt, jede Klinik, grundsätzlich aber auch jeder Patient seine Fälle vorstellen. Je nach Fall, kann es auch vorkommen, dass ein Operateur von einem zum anderen Standort geht oder auch Eingriffe zusammen durchgeführt werden. Das Lungenzentrum Allgäu behandelt sämtliche Erkrankungen der Lunge, der Atemwege und des Brustkorbs. Modernste Techniken, Ausstattungen und umfassende intensivmedizinische Angebote für eine optimale Patientenversorgung stehen sowohl am Klinikum Memmingen als auch am Klinikum Kaufbeuren zur Verfügung. Schwerpunkte der Arbeit sind neben Krebserkrankungen die heute stark verbreitete chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD sowie Asthmaerkrankungen sowie Lungenentzündungen (Pneumonie). Es werden aber auch Schlafstörungen und deren pneumologische Ursachen behandelt. Ziel dieser Kooperationsvereinbarung ist die Bündelung der Kompetenzen und Schaffung zukunftssicherer Strukturen zum Erhalt der Versorgung lungenerkrankter Patienten an beiden Standorten sowie überregional.

 

Die beiden Vorstände freuen sich vor allem über die Zusammenarbeit auf Augenhöhe: „Beide Standorte haben sowohl den Sitz als auch die Verantwortung und jeweils eine unglaublich breite Expertise. Durch das gemeinsame Lungenzentrum ergänzen wir das medizinische Know-how beider Kliniken sowohl in der Breite als auch in der Tiefe. Insbesondere die sich hieraus ergebenen Vorteile für die Patienten und die niedergelassenen Ärzte sind ganz wesentlich“, erklärt Ute A. Sperling. „Sowohl Kaufbeuren als auch Memmingen führen die Thoraxchirurgie entsprechend auf diesem hohen Niveau weiter und stärken sich gegenseitig. Wir legen die Basis für eine weitreichende strukturelle Vernetzung in der Lungenmedizin, die den Patienten eine gleichbleibend hohe Qualität an beiden Standorten bietet und von der die ganze Region profitiert“, betont Maximilian Mai.

Studie der F.A.Z: Klinikum Kaufbeuren ausgezeichnet

Das Klinikum Kaufbeuren gehört wiederholt zu „Deutschlands besten Krankenhäusern“. Das geht aus der neuesten, bundesweiten Studie hervor, die durch das F.A.Z.-Institut – einem Unternehmen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung – durchgeführt wurde.

 

Bei der Entscheidung für ein Krankenhaus spielt der persönliche Rat vom Haus- bzw. Facharzt oder aus dem Freundes- und Bekanntenkreis eine wichtige Rolle. Darüber hinaus werden im Internet weitere Informationen in Bewertungsportalen oder auf den Klinikwebsites recherchiert. Für die Studie hat das F.A.Z.-Instituts und das IMWF Institut für Management und Wirtschaftsforschung sowie die International School of Management (ISM) bundesweit Daten von über 2.200 Krankenhäusern und deren Fachabteilungen zugrunde gelegt. Dabei wurden sowohl sachliche Kriterien wie die Qualitätsberichte der Krankenhäuser als auch emotionale Erfahrungen wie abgegebene Patientenmeinungen in Bewertungsportalen („Weiße Liste“ und „Klinikbewertungen.de“) zusammengeführt und ausgewertet.

 

Das Klinikum Kaufbeuren wurde wie im Vorjahr in der Kategorie „300 bis 500 Betten“ ausgezeichnet und zählt damit zu den besten Krankenhäusern Deutschlands. Zusätzlich wurden die Abteilungen Kardiologie und Palliativmedizin ausgezeichnet. „Wir freuen uns über die Anerkennung und danken unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre engagierte Arbeit. Der Dank gilt ebenso unseren Patientinnen und Patienten für ihr entgegengebrachtes Vertrauen und für ehrliches Feedback, das uns hilft, uns stetig zu verbessern“, erklärt Dr. Marcus Koller, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Kaufbeuren.

Geringere Strahlenbelastung im neuen Computertomographen

Das CT ist als eine der wichtigsten bildgebenden Untersuchungsverfahren aus der modernen Diagnosestellung nicht mehr wegzudenken. Dabei lässt sich die Entwicklung der Geräte mit der Computertechnik vergleichen. „Allein in den vergangenen Jahren hat sich bei der Rechner- und Softwaretechnik viel getan, weshalb die Geräte in der Regel nach 10 bis 15 Jahren ausgetauscht werden“, erklärt Beinborn. Im August wurde ein neuer Computertomograph im Klinikum Kaufbeuren aufgestellt, welcher dank modernster Rechnertechnik nicht nur schnelle und detailgenaue sondern vor allem auch strahlungsärmere Untersuchungen durchführt. 

 

Neben der reduzierten Strahlenbelastung bringt das neue Gerät sowohl für die Mediziner als auch für die Patienten noch weitere Vorzüge mit sich, beschreibt der Chefarzt den Neuzugang im Gerätefuhrpark. Wie bisher lassen sich durch ein spezielles Programm Frühinfarkte darstellen. „Bereits nach wenigen Minuten sehen wir mit einem Kontrastmittel, wo gerade ein Schlaganfall entsteht und können somit Areale, die erst seit kurzer Zeit minderdurchblutet sind, erkennen und so möglichst noch retten“, erklärt der Chefarzt, „das neue CT hat aber nun bei diesem Verfahren jetzt einen doppelt so großen Untersuchungsbereich, bei dem das dynamische Durchblutungsverhalten im Gewebe auch  unter- und oberhalb des vermutlich erkrankten Hirnabschnittes gleichzeitig mit visualisiert wird. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit größer einen Infarkt rechtzeitig zu erkennen und dem Schlaganfallpatienten umgehend die richtige Therapie zuzuführen.“

 

Daneben minimiert das neue Gerät störende, sogenannte Metallartefakte bei Gelenkprothesen. Durch Metall im Körper entstehen bei einem CT-Scan teilweise Störsignale und Radiologen erhalten folglich eine stark eingeschränkte Bildqualität. „Für Patienten mit künstlichen Hüft- oder Kniegelenken ist dies von großer Bedeutung, da künftig die Körperregionen in der direkten Umgebung der Metallimplantate besser mitbeurteilt werden können“, so Beinborn.

 

Mit der Investition in das Großgerät trägt das Klinikum Kaufbeuren dem steigenden Bedarf Rechnung: „Die Anforderungen und Fragestellungen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen“, so der Chefradiologe, „Unsere CTs laufen 24 Stunden rund um die Uhr.“

Ostallgäuer Pflegefachkräfte feiern Examen

Es gab trotz Masken nur strahlende Gesichter bei der Feier, die Anfang Oktober an der Berufsfachschule für Krankenpflege in Kaufbeuren stattfand. „Es war wieder ein Jahr, das uns vor viele Herausforderungen stellte: beruflich, schulisch und privat“, berichtet die Schulleiterin Stefanie Kohler, „Doch mit Stolz können wir verkünden, dass wir einen sehr erfolgreichen Examensjahrgang in die vielfältige Berufswelt der Pflege entlassen dürfen. Die Schule und die Kliniken gratulieren von ganzem Herzen!“

In der 3-jährigen Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. -pfleger durchlaufen die Auszubildenden unterschiedliche und möglichst viele Stationen im Klinikverbund: von Innerer Medizin über Kinderklinik bis hin zur Chirurgie. „Die Schüler sehen in unseren Kliniken auch immer Bereiche der Krankenpflege, die laut Plan nicht vorgesehen sind, die sie aber sehen möchten. Es gibt viele Wahlabteilungen und Freiheiten und wir bieten unterschiedliche Möglichkeiten, wenn möglich je nach Wohnort und Wunsch des Schülers“, so Kohler. Die Schulleiterin ist gerade in der Corona-Krise stolz auf ihre Schützlinge: „Alle haben sich schnell auf die neue Situation eingestellt, sich mitnehmen lassen und das Ganze großartig gemeistert!“

 

Besondere Freude herrscht außerdem über die künftige Unterstützung an den drei Klinikstandorten Kaufbeuren, Füssen und Buchloe, denn knapp 30 Absolventinnen und Absolventen werden die dortigen Stationsteams ergänzen. „Sie haben eine Top-Ausbildung durchlaufen und wir freuen uns sehr, dass so viele aus dem Jahrgang in unseren Häusern bleiben“, erklärt Vorstandsvorsitzender Axel Wagner, der den großen Wert der Pflege betont. „Wir wünschen allen Nachwuchskräften, dass sie weiterhin die vielfältigen und schönen Seiten dieses Berufs erfahren und die Zukunft aktiv und gemeinsam mit uns gestalten.“

 

Für die Interessenten in der Region Ostallgäu bietet die Berufsfachschule für Krankenpflege in Kaufbeuren eine ortsnahe Möglichkeit für die Ausbildung in der Krankenpflege, was insbesondere im Rahmen des zunehmend spürbaren Fachkräftemangels auch in diesem Bereich eine wichtige Ergänzung der Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort darstellt. 

Neue Kindertagesklinik am Klinikum Kaufbeuren

Viele Kinder sind froh, wenn sie nicht lange in einem Krankenhaus bleiben müssen. Um die jungen Patienten bestmöglich zu versorgen und diese zugleich durch die Untersuchungen so wenig wie möglich zu belasten, bietet das Klinikum Kaufbeuren seit Anfang Januar tagesstationäre Behandlungen an. „Die Kinder werden üblicherweise morgens in unserer Kinderklinik aufgenommen, erhalten im Laufe des Vormittags die geplante Diagnostik und können bereits am Nachmittag wieder in ihr gewohntes Umfeld entlassen werden“, erklärt der Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin Prof. Dr. Markus Rauchenzauner.

 

Zwei Zimmer auf der Kinderstation wurden hierfür extra eingerichtet. Gerade bei den jüngeren Patienten ist es hilfreich, wenn Untersuchungen in einer Umgebung stattfinden, in denen ihnen besonders viel Zeit und Einfühlungsvermögen entgegengebracht wird. „Die Zeit im Krankenhaus wird so für sie so kurz wie möglich gehalten. So sollte das auch sein“ so die Oberärztin Christina Herrmann, die gemeinsam mit einem Team von erfahrenen Kinder- und Jugendärzt*innen, Kinderkrankenschwestern und Arzthelferinnen arbeitet. Das Ganze ist jedoch nicht zu verwechseln mit der Notfallambulanz. Patienten kommen nur nach vorheriger Terminvereinbarung durch den Kinder- oder Hausarzt in die Tagesklinik. „Die Zeiten, in denen Kinder bei Behandlungen mehrere Tage im Krankenhaus sein müssen, sind glücklicherweise längst vorbei“, stellt Chefarzt Rauchenzauner fest. Man wisse mittlerweile, dass es für die kindliche Psyche weitaus schonender sei, wenn sie nicht über Nacht bleiben müssen.

Wegweisendes Konzept für mehr Kinderärzte in der Region

Seit 2014 arbeitet Prof. Dr. Markus Rauchenzauner als Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin am Kaufbeurer Klinikum. Vor zwei Jahren baute er den pädiatrischen Weiterbildungsverbund Kaufbeuren auf, an dem alle Kinderarztpraxen im Allgäu teilnehmen können. „Normalerweise werden die Ärzte bis zur Facharztprüfung ausschließlich im Krankenhaus ausgebildet. Viele vermissen in ihrer Ausbildung die Inhalte der ambulanten Grundversorgung“, erklärt Rauchenzauner das Problem. Mit dem Verbundmodell will Rauchenzauner junge Assistenzärzte frühzeitig für die Arbeit sowohl für die Klinik als auch für die Praxis begeistern. Das könnte künftig mithelfen, dem Fachkräftemangel aktiv entgegenzuwirken. An dem Konzept und dessen Umsetzung wurde zusammen mit dem Vorstand mehrere Monate gearbeitet und jetzt erfolgreich umgesetzt. „Nun ist es uns gelungen, gemeinsam mit der Praxis Reschke in Kaufbeuren eine Förderung vom Freistaat zu erhalten. Die Praxis und das Klinikum teilen sich erstmals seit 1. Januar 2021 eine Assistentin in Ausbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin“ freut sich der Chefarzt. „Die Innovation ist ja, dass eine Kinderklinik zusammen mit einer Praxis die Weiterbildung auf dem Weg zum Facharzt begleitet. Es ist ein Schulterschluss zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, die leider nach wie vor deutlich getrennt sind. Das ist wegweisend. Und letztendlich gewinnen alle: sowohl Kinder, Eltern, Kliniken, Praxen, Ärzte in Ausbildung und vor allem die Region.“

 

Die Weiterbildungsassistentin zur Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin Frau Dr. Hana Chytkova befindet sich im letzten Jahr ihrer Ausbildung und arbeitet seit Januar 2021 zu 50 Prozent ihrer Zeit im Klinikum Kaufbeuren und die restliche Zeit in der Praxis von Dr. Reschke. „Ich habe mich sehr über diese Möglichkeit gefreut und lerne so viel wie keiner meiner Kollegen aus dem Studium. Da sind schon einige neidisch. Der große Vorteil ist, dass ich aufgrund der Kooperation nicht nur beide Bereiche kennenlerne, sondern die Ausbildung auch sehr strukturiert ist, das gibt es so nicht überall. Und manch kleiner Patient kommt ja von der Praxis in die Klinik oder umgekehrt, mit meiner zusätzlichen Erfahrung kann ich so an beiden Seiten noch besser helfen.“

FC Augsburg überrascht Ostallgäuer Nachwuchs

Seit dem Sommer 2021 erhalten Neugeborene am Klinikum Kaufbeuren zu ihrer Geburt ein Willkommenspaket vom FCA. Der Verein hat so seine Kooperation auf weitere Kliniken in Schwaben ausgeweitet. „Die frischgebackenen Familien erhalten auf unserer Station bereits kleine Präsente. Nun werden diese von den FCA-Willkommenspaketen ergänzt, welche sehr gut beim Ostallgäuer Nachwuchs ankommen. Wir freuen uns über die Partnerschaft mit dem FCA, der mit so viel sozialem Engagement regionale Projekte unterstützt“, so Vorstandsvorsitzender und Pflegedirektor Axel Wagner.

 

Das Klinikum Kaufbeuren steht für eine familienorientierte Geburtshilfe, aber auch höchsten medizinischen Standard zur Sicherheit für Mutter und Kind. Fast 1000 Kinder erblicken in Kaufbeuren jährlich das Licht der Welt. Den werdenden Müttern und Neugeborenen stehen rund um die Uhr neben den Hebammen im Kreißsaal und den Schwestern auf der Wochenbettstation ein Facharztteam, bestehend aus Frauenärzten, Narkoseärzten und Kinderärzten zur Seite.

Spenden

In 2020 gab es wieder viele Spenden von Privatpersonen, Firmen sowie den Fördervereinen und der Kinderkrebshilfe Königswinkel. Die Kliniken, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch die Patientinnen und Patienten bedanken sich herzlichst dafür.

 

So konnte z. B. durch eine Spende in der Kinderkrebshilfe Königswinkel ein spezielles Fahrgestell für den Transportbrutkasten der Kinderklinik Kaufbeuren angeschafft werden. Das bisherige Fahrgestell des Klinikums war nicht für die Rettungswägen vom BRK-Ostallgäu konzipiert und musste bei jedem Transport kompliziert und aufwendig umgebaut werden. Bei der Spendenübergabe dankte der Chefarzt der Kinderklinik PD Dr. Markus Rauchenzauner dem Präsidenten der Kinderkrebshilfe Dr. Rainer Karg für die unkomplizierte Art, so großzügige Spenden auf kurzem Wege bereitzustellen. „Das ist alles andere als selbstverständlich. Wir freuen uns sehr darüber, dass wir dank der Zuwendung nun leichter und noch schneller helfen können. Für uns und vor allem für die ganz kleinen Patienten sind diese Investitionen von unschätzbaren Wert“, betont der Chefarzt.

 

Mit einer Spende in Höhe von 5.000 Euro unterstützte die VR Bank Augsburg-Ostallgäu den Förderverein des Klinikums Kaufbeurens. „Wir freuen uns sehr darüber – und uns war sofort klar, dass wir dies unseren Pflegekräften zukommen lassen“, erklärte der Vorsitzende des Fördervereins Gerhard Bucher. „Die Digitalisierung spielt eine immer größere Rolle und unsere Pflegekräfte arbeiten vermehrt mit Laptops und digitalen Patientenakten. Für den praktischen Alltag werden hierfür dringend sogenannte mobile Laptopwägen benötigt, die den Alltag der Pflegekräfte deutlich erleichtern.“ Mit der großzügigen Spende wurden vier Laptopwägen gekauft, die auf den Stationen nun im täglichen Einsatz sind.

Schonend den Krebs lokalisieren

Bei der operativen Behandlung von Brustkrebs wird vorher der sogenannte Wächter-Lymphknoten markiert und lokalisiert um zu bestimmen ob sich die Krebserkrankung ausgebreitet hat. Bisher geschah dies standardmäßig durch eine radioaktive Methode. Das Brustkrebszentrum Kaufbeuren zählt zu einer der ersten Kliniken in Deutschland, die ihren Patienten nun seit Mai 2021 ein alternatives und schonenderes Verfahren anbietet.

 

Diese medizinische Innovation bietet nach Einschätzung der Leiterin und Chefärztin Dr. Daniela Dieterle viele Vorteile für die Patientinnen und das Behandlungsteam. „Statt Radioaktivität werden magnetische Nanopartikel eingesetzt, die den Wächter-Lymphknoten einfacher und optimaler markieren und lokalisieren. Zusätzlich gelingt eine optische Verifizierung durch eine bräunliche Verfärbung des Lymphknotens. Dadurch verkürzt sich die OP-Zeit, da wir den Lymphknoten schneller und sicherer finden und präziser entfernen können.“ Die Patientinnen sparen sich außerdem zusätzliche Wege und Wartezeiten vor der Operation. Der prästationäre Aufenthalt verkürzt sich deutlich und gestaltet sich für die betroffenen Frauen wesentlich entspannter. Die Markierung kann kurz vor der eigentlichen OP oder bis zu sieben Tage vor der Operation erfolgen. „Wir können so den OP-Zeitpunkt sehr flexibel mit unseren Patientinnen planen. Auch können wir die Injektion dank des neuen Verfahrens selbst vornehmen“, hebt Dieterle die Vorteile hervor.

Innovation in der Wundbehandlung

„Wir haben uns von Beginn an für die neue Plasmatherapie interessiert und das Gerät bereits vor einiger Zeit erfolgreich getestet. Diese neue Therapie hat sich nun in der Wund- und Infektbehandlung etabliert, so dass wir seit Ende 2020 regelmäßig damit therapieren. Es ist eine Innovation in der Behandlung von Wunden und bietet den Patienten neue Möglichkeiten“, erklärt Dr. Michaela Knestele, Chefärztin des Wundzentrums am Klinikum Kaufbeuren. 

 

Plasma ist ein ionisiertes Gas und ein elektrisch leitendes Medium welches besondere Eigenschaften besitzt. Eine Eigenschaft ist die Abtötung von Bakterien, Viren und Pilzen innerhalb von nur wenigen Minuten, weshalb diese Methode gerne bei stark infizierten Wunden verwendet wird. Dort entziehen sich die Keime in der Regel der gängigen Antibiotikatherapie. Doch neben der deutlichen Bakterienreduktion gibt es noch weitere Vorteile der Kaltplasmatherapie. Die Sauerstoffversorgung und Gewebedurchblutung in der Haut wird deutlich verbessert, was wiederum das Zellwachstum anregt. So bildet sich das natürliche Granulationsgewebe, ein im Rahmen der Wundheilung vorübergehend entstandenes und wichtiges Gewebe, schneller und effektiver nach.

Der Patient erlebt diese neue Behandlung in der Regel schmerzfrei und komplikationslos. Das Kaltplasma ist nur 30 Grad und kann berührungslos mehrmals pro Woche angewendet werden. Nebenwirkungen zu dieser Behandlung sind bisher nicht bekannt. Bereits nach fünf bis sieben Anwendungen lässt sich durch einen Abstrich eindeutig nachweisen, dass die Keime reduziert bzw. zum Teil ganz verschwunden sind.

 

Die neue Methode wird vor allem bei Patienten mit chronischen Wunden angewendet, also bei Hautdefekten, die trotz entsprechender Behandlung nicht innerhalb von sechs Wochen abheilen. Zu 80% handelt es sich hierbei um venöse Wunden am Unterschenkel oder diabetische Füße, es können jedoch auch offene Amputationen betroffen sein, die nicht abheilen. Das Plasmatherapie-Gerät ist am Klinikum Kaufbeuren mittlerweile tagtäglich im Einsatz, bildet jedoch nur einen Baustein in der gesamten Therapie. Entscheidend bei jeder chronischen Wunde ist letztendlich, im Rahmen der Diagnostik die Ursache herauszufinden.

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Klinikum Kaufbeuren
Dr.-Gutermann-Straße 2
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Tel. 08341 42-0

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