Jahresbericht 2021

Lebensmittelüberwachung

Schnellwarnungen

Das EU-Schnellwarnsystem dient dazu, Risiken, die von Lebens- und Futtermitteln oder Verbraucherprodukten ausgehen sowie die damit verbundenen Informationen, z. B. die Art und Herkunft der Produkte, die Vertriebswege, oder amtlich angeordnete Maßnahmen, unmittelbar an andere Bundesländer oder EU-Mitgliedstaaten zu kommunizieren.

 


Die Lebensmittelüberwachung im Landkreis Ostallgäu ist über das Jahr verteilt mit einer Vielzahl von Schnellwarnungen befasst. Die Aufgabe des Überwachungspersonals besteht hierbei in der Überwachung der Rücknahme oder des Rückrufs der betroffenen Produkte. Oftmals handelt es sich dabei - insbesondere bei einer potenziellen Gesundheitsgefährdung - um öffentliche Rückrufe, bei denen auch die Kunden im Einzelhandel mittels eines Aushangs über den Rückruf informiert werden müssen. Diese Kundeninformation ist vom Lebensmittelunternehmer anzubringen. Somit soll ermöglicht werden, dass Verbraucher, die das betroffene Produkt bereits gekauft haben, von dessen Konsum absehen.

 

 

Besonders hervorzuheben ist das seit mehr als einem Jahr aktuelle Thema „Ethylenoxid“, das für einen Großteil der Warenrückrufe in Europa verantwortlich ist:
Seit Herbst 2020 reißen Warnmeldungen von Grenzwertüberschreitungen mit dem in Europa verbotenen Pestizid Ethylenoxid nicht ab. Inzwischen gibt es an die 700 Meldungen im europäischen Schnellwarnsystem (RASFF). Dabei beschränken sich die Meldungen nicht mehr nur auf Sesam und sesamhaltige Lebensmittel. Mittlerweile machen Zusatzstoffe, wie Johannisbrotkernmehl (E 410) oder Guarkernmehl (E412), die für die Herstellung von Speiseeis, Fertigmahlzeiten, Milchgetränke, Marmeladen und Joghurts verwendet werden, einen Großteil der Meldungen aus.
Ethylenoxid ist ein Pflanzenschutz- und Begasungsmittel, welches gegen Pilze und Bakterien eingesetzt wird. In Deutschland ist es im Lebensmittelbereich seit 1981 verboten. Der Stoff kann das Erbgut verändern und ist stark Krebs erregend.

 

In Drittländern wie Indien, Türkei, China oder auch den USA und Kanada ist Ethylenoxid nicht verboten und wird weiterhin eingesetzt. Aus Indien stammender Sesam ist für den europaweiten Warenrückruf verantwortlich. Ob Lebensmittel selbst damit behandelt werden oder durch den Transport in – vorher mit Ethylenoxid desinfizierten – Containern kontaminiert werden, ist nur schwer nachzuvollziehen.
Seit dem 26.10.2020 darf Sesam in die Europäische Union nur eingeführt werden, wenn ein Analysezertifikat bestätigt, dass die Höchstmenge von 0,02 mg/kg nicht überschritten wird.

 

1295 Kontrollen und 549 Probenahmen

Im Landkreis Ostallgäu sind etwa 2341 Betriebe entsprechend ihrer Risikobewertung überwachungspflichtig.

Im Jahr 2021 erfolgten 1295 Kontrollen und 549 Probenahmen. Aufgrund der Corona Pandemie waren im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger Kontrollen und Probenahmen durchführbar.

Kontakt

Landratsamt Ostallgäu
Lebensmittelüberwachung

Schwabenstraße 11

87616 Marktoberdorf

Tel. 08342 911-211
Fax 08342 911-559
 
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