Jahresbericht 2021

Tourismus

Tourismusstrategie für den Landkreis Ostallgäu und den Erlebnisraum Schlosspark

Die Tourismusstrategie für den Landkreis Ostallgäu und den Erlebnisraum Schlosspark wurde seit 2019 als Zukunftsstrategie und mit breiter Beteiligung der touristischen Akteure unserer Region erarbeitet. Eine landkreisweite Steuerungsgruppe unterschiedlichster Akteure hat den gemeinsamen Strategieprozess begleitet und mit dem Tourismusforum 2019 wurde die Strategie öffentlich vorgestellt.

 

 

2019 – das war das Jahr vor Corona

 

Seither hat sich vieles schlagartig verändert. Reisen waren plötzlich nur noch eingeschränkt möglich. Hotels, Restaurants, Ferienwohnungen, Hütten, Geschäfte, Bergbahnen und viele weitere Angebote, die unser Ostallgäu für Gäste und Einheimische so prägen und attraktiv machen, waren geschlossen. Übernachtungsgäste blieben aus. Betriebe fürchten um ihre Existenz, Mitarbeitende um ihren Arbeitsplatz. Gleichzeitig stauen sich auf den Straßen des Ostallgäus die Autos der Tagesausflügler aus den nahen Ballungsräumen mehr denn je.

 

In dieser neuen und schwierigen Situation haben musste die Frage gestellt werden, ob die erarbeitete Tourismusstrategie überhaupt noch richtig ist. Gibt sie vor der veränderten Ausgangslage heute noch die richtigen Antworten zur Zukunftsentwicklung des Tourismus und kann sie als gemeinsamen Handlungsrahmen zur Weiterentwicklung des Ostallgäus und des Erlebnisraums Schlosspark für alle touristischen Akteure dienen?

 

 

Die Antwort ist ein klares JA

 

Denn was wir heute sehen, ist die durch Corona ausgelöste deutliche Beschleunigung langfristiger Entwicklungen und Trends. Diese Entwicklungen sowie die Schwachstellen im Tourismus im Ostallgäu wurden gemeinsam im Strategieprozess bereits 2019 erkannt und die richtigen Schlussfolgerungen gezogen.

 

Deshalb hat der Landkreis nach umfassender Prüfung und gerade wegen der aktuellen Corona-Pandemie diese Tourismusstrategie als gemeinsamen Handlungsplan aller Tourismusakteure im Ostallgäu 2021 veröffentlicht. Der Landkreis wird diese in den kommenden Jahren konsequent in der Umsetzung weiter zu verfolgen und kontinuierlich weiterentwickeln.

Denn die vorliegende Tourismusstrategie für das Ostallgäu ist in niemals wirklich „fertig“. Sie ist vielmehr ein dynamisches Koordinierungs- und Steuerungsinstrument, um die touristische Entwicklung im Ostallgäu zu leiten und ihr einen gemeinsamen Rahmen zu geben. Sie zeigt die gemeinsamen Ziele und wichtige Umsetzungsmaßnahmen für die nächsten Jahre auf.

 

Gemeinsam mit den touristischen und vielen weiteren Akteuren wird der Landkreis Ostallgäu die aufgezeigten Ziele und Projekte immer wieder überprüfen, nachjustieren und erneuern.

Denn Veränderung geschieht schneller, als wir oftmals glauben mögen – auch das hat uns Corona gelehrt. Die touristische Weiterentwicklung im Ostallgäu wurden mit der Tourismusstrategie nicht abgeschlossen – sie hat gerade erst begonnen.

 

Download der Tourismusstrategie

Königlich Wandern im Schlosspark – neue Wanderqualität für das Ostallgäu

Felsige Riesen, bewaldete Anhöhen, weite Wiesen, wilde Flüsse und stille Seen. Das Ostallgäu ist ein Naturparadies, das schon Märchenkönig Ludwig II. als Kind begeistert hat. Auch auf uns übt das Wandern in dieser einzigartigen Landschaft einen besonderen Reiz aus. Die Region beim Wandern zu erkunden, lässt uns Zeit, tief in die Natur und die Orte mit ihren vielen Geschichten, Sagen und Legenden einzutauchen und Schritt für Schritt wieder mehr bei uns selbst anzukommen oder uns in den Höhenlagen sportlich herauszufordern. 

 

Drei ganz unterschiedlichen Landschaftsbilder und Höhenlagen prägen unsere Region und bestimmen den Charakter der drei neuen Leitwanderrouten, die den Mittelpunkt des neuen Wanderkonzeptes bilden, das der Tourismusverband Ostallgäu e.V. gemeinsam mit den örtlichen Touristikern, gefördert von LEADER, entwickelt hat. Die Allgäuer Königsalpen-Route mit 121 Kilometern Länge, die Allgäuer Logenplatz-Route mit 124 und die Allgäuer Idyllegarten-Route mit 96 Kilometern. Als Mehrtagesetappen angelegt, kann jeder Wanderer selbst entscheiden, wie viel Kilometer und Höhenmeter er an einem Tag bewältigen will und kann. Auch ist es auf einigen Strecken möglich, nur eine Etappe als Tagestour zu wandern und Bahn oder Bus zu nutzen, um zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Die Etappen verlaufen zum Teil auf dem Weitwanderwegenetz Wandertrilogie Allgäu (www.wandertrilogie-allgaeu.de) und ergänzen dieses zu einem eigenen Schlosspark-Wander-Angebot.

 

 

32 Ortsrouten - Schätze der Region entdecken

 

Zusätzlich zu den Mehrtagesetappen-Wegen gibt es 32 ganz unterschiedliche Ortsrouten, die als Tages- oder Halbtageswanderungen und Spaziergänge zu besonderen Schätze in der Natur und in den Orten selbst führen. Sie verlaufen durch idyllische See- und Flusslandschaften und Moore, führen auf steile Gipfel, durch Hügeltäler und zu Klöstern, Kirchen, Schlössern und Burgen. Sie sprechen Genuss- und Erlebniswanderer genauso an, wie diejenigen, die gern das Abenteuer in luftigen Höhen suchen.

 

 

Kostenlose Wandererlebniskarte

 

Die drei Hauptrouten und die 32 Ortsrouten sind auf der Wandererlebniskarte Königlich Wandern im Schlosspark zusammengefasst. Sie ist kostenlos in den Tourist-Informationen der Schlosspark-Orte zu bekommen

 

 

Pressereise Königlich-Wandern im Schlosspark

 

Die neuen Wanderangebote standen zusammen mit den ADFC-zertifizierten Radangeboten auch im Mittelpunkt der Kommunikationsmaßnahmen des Tourismusverbandes. e.V. im vergangenen Jahr. Im September 2021 wurden die neuen Wanderangebot bei einer Pressereise sieben internationale Reisejournalist*innen und Blogger*innen vorgestellt, die an vier Tagen das Ostallgäu kreuz und quer erwandert und bekannte und neue Orte entdeckt haben: Elbsee, Obergünzburg und die Teufelsküche, das Honigdorf Seeg und Rosshaupten sowie Halblech, Füssen und Hohenschwangau mit dem Museum der Bayerischen Könige.

Umsetzung erster Zwischenergebnisse des Mobilitätskonzeptes: Entwicklung eines Alltagsradnetzes für das Ostallgäu

Neben der Pflege und Weiterentwicklung des Freizeitradnetzes rückt nun auch das Alltagsradnetz in den Fokus des Landkreises, denn das Rad hat als Verkehrsmittel viele positive Eigenschaften. Es verursacht keine Staus oder Parkplatzprobleme. Radfahren ist gesund, klimafreundlich und zum Teil schneller als das Auto. Die aktive Stärkung und der Ausbau des Alltagsradverkehrs wurden im Rahmen eines Strategieprozesses im Mobilitätskonzept des Ostallgäus als Ziel formuliert.

 

Damit dies gelingt, konzentriert sich der Landkreis neben einem qualitativ hochwertigen Freizeit-Radangebot für Gäste und Einheimische nun auf die Entwicklung eines Alltagsradnetzes und die Verzahnung beider Angebote. Dabei unterscheiden sich die Anforderungen an das Alltagsradnetz deutlich von denen des Freizeitradnetzes. Für den Alltagsradler wird ein Wegenetz mit direkten, durchgängigen und sicheren Radverbindungen benötigt.

 

Im Kontext des „Radverkehrsnetz Bayern“, einem Projekt des Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr, wurde in Abstimmung mit den Kommunen, den Radfahrverbänden und der Polizei die Planung für das zukünftige Alltagsradnetz für den Landkreis Ostallgäu entwickelt Der Abstimmungsprozess wird nun auf bayerischer Ebene fortgeführt. Die Planung zeigt auf, in welchen Bereichen es noch Lücken für eine durchgängige Befahrbarkeit und die Erreichbarkeit von Zielen gibt. Sie bildet im Weiteren die Grundlage für bauliche Verbesserungen zur Erhöhung die Verkehrssicherheit der Radinfrastruktur und ist Voraussetzung für die Inanspruchnahme von Fördermöglichkeiten. Eine Ausschilderung des Alltagsradnetzes nach dem Standard der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) soll auch in diesem Bereich den hohen Qualitätsstandards des Landkreises entsprechen.

 

Mit der Weiterentwicklung des Alltagsradnetzes und der Verzahnung mit dem bestehenden Freizeitradnetz ist ein wichtiges Zwischenergebnis des Prozesses zum Masterplan Mobilität Süd in die Umsetzung gebracht.

Qualitätsmanagement für Rad- und Wanderwege

Eine fehlerfreie Ausschilderung und gute Wege sind für ein schönes Radl- oder Wandererlebnis unerlässlich. Schon seit vielen Jahren betreibt der Landkreis Ostallgäu ein kontinuierliches Qualitätsmanagement für seine Radwege. Dieses Engagement wird nun auch auf das Wanderwegenetz ausgeweitet.

 

Bei einem allgäuweiten LEADER-Projekt wurden die Grundlagen dafür geschaffen, die Pflege der Rad- und Wanderwege auf noch breitere Füße zu stellen. Alle Allgäuer Landkreise und die kreisfreien Städte haben in einem vierjährigen Prozess Grundlagen für eine einheitliche Beschilderung geschaffen, die in einer gemeinsamen Rad- und Wanderfibel festgeschrieben wurden. Für die Gemeinden wurde ein eigenes Fachmodul für die Planungssoftwäre RIWA-Gis entwickelt, damit die Schilderkontrolle noch einfacher in die kommunalen Arbeiten integriert werden kann. Außerdem wurden alle Rad- und Wanderwege (im Ostallgäu nur die Wanderwege) einzeln kontrolliert, Mängel erfasst und die Qualität der Wege beurteilt. Ergänzt wurde das große Maßnahmenpaket mit Befragungen von Radlern und Wanderern zu dem bestehenden Angebot. Die Erhebung hat eine Vielzahl an wertvollen Erkenntnissen für die Weiterentwicklung der Angebote ergeben.

 

In den Gemeinden im südlichen Landkreis wurde die Weiterentwicklung der Wanderwegebeschilderung auf Grundlage der Erhebungsergebnisse bereits umgesetzt. Für den nördlichen Landkreis wird das Projektergebnis zum Anlass genommen, das Wegenetz auf den Prüfstand zu stellen, zu überarbeiten und neu zu beschildern. Der Abschluss dieser Arbeiten soll im Laufe des kommenden Jahres erfolgen.

 

 

 

 

 

 

Corona und die Maßnahmen des Fachbereichs Tourismus und Tourismusverbands Ostallgäu

Auch 2021 war Corona das bestimmende Thema in der touristischen Arbeit des Landkreises und des Tourismusverbands Ostallgäu e.V.

 

Nach vollständiger Schließung aller touristischer Betriebe und Aktivitäten bis ins späte Frühjahr 2021 erholte sich der Tourismus im Ostallgäu wie bereits 2020 erneut schnell.

Die Deutschen wollten wieder reisen und buchten unmittelbar nach der Öffnung in erheblichem Umfang im eigenen Land. Dabei war das Allgäu ganz vorne mit dabei. Als „coronasicher“ empfundene Unterkünfte wurden besonders rasch gefüllt: Privatunterkünfte, Ferienwohnungen, Campingplätze und Feriendörfern. Hotels im ländlichen Bereich (Touristen) profitierten von dieser Entwicklung gegenüber Stadthotels (Geschäftsreisende, Messen, Tagungen) stärker. Eine insgesamt hohe Auslastung der Betriebe in den Öffnungsmonaten reichte bis spät in den Herbst hinein. Die Deutschen entdeckten erneut Deutschland, doch auch ausländische Gäste kamen in geringerem Umfang und vorsichtig wieder.

 

Gleichzeitig war 2021 erneut von großer Verunsicherung für alle im Tourismus Tätigen geprägt. Mehr als 1.800 Unternehmens-, Orts- und Gästeanfragen, Problemstellungen und Handlungshilfen zu Lockdown, Auswirkungen, rechtlichen Erfordernissen und zur Wiedereröffnung des Tourismus wurden vom Team des Fachbereichs Tourismus per Email, Telefon und im persönlichen Gespräch bearbeitet.

 

Bei zwei digitalen Informationsveranstaltungen zu rechtlichen Fragestellungen rund um den Lockdown und die Wiederöffnung im Tourismus berieten im Mai 2021 der Tourismusverband Ostallgäu in Kooperation mit Rechtsanwalt Florian Dukic mehr als 380 Gastgeberinnen und Gastgeber aus dem Ostallgäu und Kaufbeuren zu Rechten, Pflichten und Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Gästen und Mitarbeitenden.

 

Beim regelmäßigen Runden Tisch der Allgäuer Touristiker*Innen wurden Wissen und Erfahrungen ausgetauscht, gemeinsame Strategien zur Abmilderung der Coronaauswirkungen auf die Branche entwickelt und zahlreiche Empfehlungen für die politisch Verantwortlichen und Entscheidungsträger auf der Landesebene vorbereitet.

 

Ein gemeinsamer Corona-Workshop aller allgäuer Touristiker*Innen unter Einbindung des bayerischen Wirtschafts- sowie Gesundheitsministeriums, der Hochschule Kempten, Prof. Dr. Alfred Bauer (Leider des Bayerischen Zentrum für Tourismus) Prof. Dr. Thomas Mertens (Vorsitzender der Ständigen Impfkommission) und Prof. Dr. Alexander Kekulé (Epidemiologe) wurde durch den Sebastian Gries, Fachbereichsleiter Tourismus des Landkreises Ostallgäu inhaltlich vorbereitet, umgesetzt und moderiert. Die Ergebnisse des Workshops wurden in einem gemeinsamen Strategiepapier der allgäuer Touristiker*Innen verdichtet und in die Politik gegeben.

 

Doch auch Ende 2021 sind Corona und dessen Auswirkungen auf den Tourismus entgegen aller Hoffnungen noch allgegenwärtig. Wie auch immer der Winter weitergeht: Corona hat bereits heute die Zukunft des Reisens auch im Allgäu verändert.

Kontakt

Tourismus Ostallgäu

Schwabenstraße 11

87616 Marktoberdorf

Tel. 08342 911-506

Fax 08342 911-97313 

 

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