Jahresbericht 2021

Umwelt- und Wasserrecht

Hochwasserschutz Eurishofen

Am 22. September 2021 fand die feierliche Übergabe und Segnung des Hochwasserrückhaltebeckens "Eurishofen" in Anwesenheit des bayerischen Umweltministers Thorsten Glauber statt. Das Vorhaben war Anfang 2019 vom Landratsamt Ostallgäu planfestgestellt und im Juli 2019 begonnen worden.

 

Zusammen mit den an Gennach und Hühnerbach in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten hergestellten neun Hochwasserrückhaltebecken (HRB) und ergänzenden Maßnahmen ist der größtmögliche Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasser (HQ100) für die bebauten Ortsbereiche erreicht. Der Klimaänderungsfaktor in Höhe von 15 % wurde bei der Dimensionierung und Planung der baulichen Maßnahmen berücksichtigt.

Das Hochwasserrückhaltebecken Eurishofen stellt den Hochwasserschutz insbesondere für Eurishofen, Jengen und Buchloe sicher.

Mit dem Hochwasserrückhaltebecken Eurishofen werden bei Starkregenereignissen die Abflussmengen der Gennach und des Hühnerbachs aufgestaut und somit ein Rückhalteraum für Hochwasserspitzen geschaffen.

Neue Wasserversorgung der Gennach-Hühnerbach-Gruppe im Stubental

Auf der Suche nach schützbarem Trinkwasser fündig geworden ist der Zweckverband zur Wasserversorgung Gennach-Hühnerbach-Gruppe: Die Erkundungen haben Anfang 2021 im Denklinger Forst östlich von Osterzell ein ergiebiges Grundwasservorkommen ergeben, das als alternative bzw. zusätzliche Wasserversorgung genutzt werden kann. Der Zweckverband versorgt über seine Gewinnungsanlagen Hochreute und Gerbishofer Feld die Gemeinden Germaringen, Jengen, Kaltental, Mauerstetten, Oberostendorf, Osterzell, Stöttwang und Westendorf mit einem Jahresmittel von rund 1,3 Millionen m³/a Grundwasser. Er ist damit neben den Städten Buchloe, Füssen und Marktoberdorf einer der großen Wasserversorger im Landkreis Ostallgäu.

 

Der Zweckverband hat beim Landratsamt Ostallgäu die Grundwasserentnahme zunächst als Ergänzung zu den bestehenden Gewinnungsanlagen beantragt: für acht Jahre mit maximal 500.000 m³/a, um detaillierte Betriebserfahrungen im neuen Gewinnungsgebiet Stubental sammeln und entscheiden zu können, inwieweit die Anlage im Gerbishofer Feld teilweise oder komplett ersetzt werden kann. Das Verfahren wird voraussichtlich im Frühjahr 2022 abgeschlossen, der neue Brunnen bis Ende 2022 an den Hochbehälter Stocken circa zwei Kilometer westlich angeschlossen.

 

Unweit der geplanten Versorgungsanlage entnimmt auch die Gemeinde Denklingen ihr Trinkwasser; mit der benachbarten Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech ist ein Verbund geplant.

Ein weiterer Vorteil ist, dass das Wasserschutzgebiet nahezu ausschließlich im Staatsforst liegt und für die Entnahme der Gennach-Hühnerbach-Gruppe nur geringfügig in einem Verfahren beim Landratsamt Landsberg am Lech angepasst werden muss.

 

 

 

 

 

 

 

 

Grundwasserabsenkungen

Durch die derzeit rege Bautätigkeit hat die Zahl der Anträge auf Grundwasserabsenkungen deutlich zugenommen. In Gebieten mit hohen Grundwasserständen (z. B. Unterstadt Buchloe, Füssen-Weidach, Marktoberdorf-Mitte) sind bei Baumaßnahmen, die ins Grundwasser reichen, wasserrechtliche Erlaubnisse erforderlich. Vorübergehende Bauwasserhaltungen werden in einem vereinfachten Verfahren behandelt, bei dem die Rechte Dritter, z. B. in der Nachbarschaft vorhandene Grundwasserwärmepumpen oder Wasserversorgungen nicht geprüft werden. Es liegt in der Verantwortung des Bauherrn, Schäden durch seine Bautätigkeit auszuschließen. Grundsätzlich muss das entnommene Grundwasser wieder in den Untergrund zurückgeleitet werden und darf nur in begründeten Ausnahmen über ein Oberflächengewässer abgeleitet werden. Steht das Bauwerk über die vorübergehende Bauwasserhaltung hinaus voraussichtlich dauerhaft im Grundwasser, bedarf es eines wasserrechtlichen Erlaubnisverfahrens.

Kontakt

Landratsamt Ostallgäu
Wasserrecht

Tel. 08342 911-342
Fax 08342 911-556
 
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