Abfallwirtschaft
Sammelinfrastruktur für Altkleider an der Kapazitätsgrenze
Zu Beginn des Jahres stieß die Sammelinfrastruktur für Altkleider im Landkreis Ostallgäu sichtbar an ihre Grenzen. Zahlreiche überfüllte Container und mit ausrangierter Kleidung und anderen Abfällen überhäufte Wertstoffinseln prägten das Bild.
Hauptursachen für den sprunghaften Anstieg der Altkleidermenge sind einerseits eine vielfach missverstandene EU-Rahmenrichtlinie, andererseits der zunehmende Konsum von „Fast Fashion“ und die damit verbundene schnellere Aussortierung von Kleidung. Personalmangel bei den Verwertungsbetrieben sowie rückläufige Absatzmärkte verhinderten eine Ausweitung der Leerungsfrequenzen, sodass die Container in immer kürzeren Abständen voll waren.
Da viele Bürgerinnen und Bürger ihre mitgebrachten Wertstoffe nicht wieder mitnehmen wollten, wurden Altkleidersäcke zunehmend neben den Containern abgestellt. Dies führte an zahlreichen Standorten zu einer Vermüllung der Wertstoffinseln und zu erhöhtem Reinigungsaufwand.
Um gegenzusteuern, hat die Kommunale Abfallwirtschaft im Berichtsjahr mehrere Altkleidercontainer von frei zugänglichen Wertstoffinseln in die Wertstoffhöfe hinein verlegt. Dort ist eine engere Kontrolle möglich: Mitarbeitende prüfen, ob sich in den abgegebenen Säcken tatsächlich noch tragfähige Altkleider befinden und können Fehlwürfe direkt aussortieren. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Sammelqualität zu erhöhen, Vermüllung zu reduzieren und die Entsorgungsstrukturen an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen.
Entsorgung von Batterien für leichte Elektromobilität – Ausbau des Rücknahmeangebots
Elektrisch betriebene Fahrräder, Roller und andere leichte Verkehrsmittel erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Die darin verwendeten Lithium-Ionen-Batterien dürfen aus Sicherheits- und Umweltschutzgründen jedoch keinesfalls über den Hausmüll entsorgt werden.
Gemäß Batteriegesetz (BattG) sind Händler verpflichtet, Altbatterien kostenfrei zurückzunehmen – unabhängig davon, ob das Produkt im stationären Handel oder online erworben wurde. Die Rücknahmepflicht erstreckt sich auf alle Batterietypen, die der Händler als Neubatterien im Sortiment führt oder geführt hat.
Um den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis Ostallgäu eine zusätzliche, bürgernahe Entsorgungsmöglichkeit zu bieten, wurde das Angebot weiter ausgebaut:
Seit November können Batterien aus leichten Verkehrsmitteln auch an den Wertstoffhöfen in Buchloe, Füssen, Marktoberdorf, Obergünzburg, Oberostendorf und Pfronten abgegeben werden. Die Kommunale Abfallwirtschaft hat hierfür die notwendigen infrastrukturellen und organisatorischen Voraussetzungen geschaffen. Dazu gehört insbesondere die Beschaffung geeigneter, sicherer Sammelbehälter für Lithium-Ionen-Batterien und die Schulung des Wertstoffhofpersonals im fachgerechten Umgang mit diesen Batterien.
Mit dieser Maßnahme wurde die sichere und rechtskonforme Entsorgung von Antriebsbatterien im Landkreis weiter erleichtert und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz geleistet.
Informationsveranstaltung für Wertstoffhofleiterinnen und -leiter im Modeon
Im Jahr 2025 traten im Bereich der Abfallwirtschaft mehrere relevante Gesetzesänderungen in Kraft. Um deren Auswirkungen auf die Praxis zu erläutern und eine einheitliche Umsetzung an den Wertstoffhöfen im Landkreis sicherzustellen, lud die Kommunale Abfallwirtschaft am 11. November zu einer Informationsveranstaltung in das Marktoberdorfer Modeon ein.
Im Mittelpunkt der Fachveranstaltung standen insbesondere:
- - die neuen Sortiervorgaben und Sammelsysteme für Batterien und Elektrogeräte,
- - präzisierte Vorgaben für das Befüllen von Altpapiercontainern,
- - die neue Einteilung von Bauschutt in wiederverwertbare und verwertbare Anteile.
An der Veranstaltung nahmen rund 40 Wertstoffhofleiterinnen und -leiter aus dem gesamten Landkreis teil. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Mittagessen, bei dem Gelegenheit zum kollegialen Austausch und zur Vernetzung bestand.










