Jahresbericht 2021

Allgäuer Moorallianz

Hydrologische Sanierung im Niedermoor (Lobacher Viehweide)

Ende Februar konnten wir auf einer angekauften Fläche einen zentralen Entwässerungsgraben mittels vier Dammbauwerken (Torfdämme mit Holzspundwand) auf einer 0,5 ha großen entwässerten Niedermoor-/Pfeifengraswiese in der Lobacher Viehweide (Seeg, OAL) anstauen. Geeignetes Torfmaterial für den Bau der Dämme konnte vor Ort gewonnen werden. Die beiden Torfentnahmestellen wurden anschließend zu flachen Mulden modelliert, die den dort vorkommenden Feuchtgebiets-Wiesenbrütern (insbesondere dem Kiebitz) als Aufwertung des Lebensraums zugutekommen sollen. Bereits wenige Tage nach der Maßnahme konnten 16 Kiebitze, die einen kurzen Zwischenstopp im Gebiet einlegten, beobachtet werden. Im Gebiet niedergelassen haben sich dieses Jahr leider keine Kiebitze. Grund dafür könnten u. a. die Witterung im Frühjahr sowie evtl. auch der Prädatorendruck (Fressfeinde) im Gebiet sein. Die Entwicklung der wiedervernässten Fläche wird in regelmäßigen Abständen begutachtet. Es soll weiterhin, in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Ostallgäu, eine turnusmäßige Mahd stattfinden und nach Bedarf der Faulbaum zurückgedrängt werden. Ob sich die Wiesenbrüter im nächsten Jahr im Gebiet wohler fühlen, wird mit Spannung erwartet.

 

 

Weiterer Abschnitt im Seemoos wiedervernässt

Das Seemoos in Oy-Mittelberg ist im Eigentum des Freistaats (Bayerische Staatsforsten) und liegt im Landkreis Oberallgäu, der neben dem Landkreis Ostallgäu Träger unseres Projekts ist. Es zählt zu den Teilgebieten mit dem höchsten Renaturierungspotential innerhalb des Projektgebiets der Allgäuer Moorallianz. Das Gebiet wurde durch zahlreiche Schlitzgräben in einem engen Abstand von 12 Metern, hauptsächlich mit dem Ziel der Torfgewinnung, in der Vergangenheit systematisch entwässert worden. Zwischen 2013 und 2015 begann die Moorallianz mit der hydrologischen Sanierung im Gebiet und so wurde ein Großteil dieser Gräben durch den Einbau von insgesamt über 1500 Torfdämmen angestaut. Größere Hauptgräben und Torfstiche wurden mit aufwändigeren Bauwerken angestaut, um die Entwässerung zu stoppen. Im Sommer 2025 wurde nun der vorletzte Bauabschnitt im südöstlichen Teil des Gebiets in Angriff genommen. Insgesamt wurden 34 Schlitzgräben mit 141 Torfdämmen und 41 kleineren und 6 größeren Torfdämmen mit Holz-Spundungskern angestaut.  Ein langgezogener Torfstichkanal (Ost-West-Verlauf) wurde östlich und westlich des Wanderweges durch je einen Damm mit komplexer Armierung (2 Rundholzwände außen und eine Nut-Feder Holzspundwand mittig) angestaut. Vier weitere komplexe Damm-Konstruktionen samt einem gegen Erosion gesicherten Überlauf waren im östlichen Teil des Torfstichkanals erforderlich. Ein Graben, der einen tiefen Einschnitt in das Gebiet in Nord-Süd-Richtung darstellte, wurde auf einer Strecke von 40 m im südlichen Randgehänge des Moores durch 5 mit Holzarmierung gesicherte Dichtkerne (je nach Torfmächtigkeit bzw. Lage des mineralischen Stauhorizonts aus Torf oder aus Lehmkies) und eine komplette Verfüllung des restlichen Volumens mit Torf unwirksam gemacht.

 

Seit der schrittweisen Wiedervernässung des Seemoos´ 2013-2015 konnten neben ansteigendem Wasserstand und positiver Vegetationsentwicklung auch im Hinblick auf die Fauna positive Effekte beobachtet werden. So konnten sich im Gebiet z. B. seltene und naturschutzfachlich bedeutsame Hochmoor-Libellenarten ausbreiten und in den durch die Wiedervernässung entstandenen Tümpeln ansiedeln (z. B. Arktische Smaragdlibelle, Kleine Moosjunger, Hochmoor-Mosaikjungfer). Auch zahlreiche Tagfalterarten, Amphibien und Reptilien fühlen sich in dem renaturierten Gebiet sichtlich wohl. Die Entwicklung (auch im Bereich der aktuell durchgeführten Maßnahmen) werden engmaschig durch Moorwasserstandmessungen, Vegetationsaufnahmen, zoologische Beobachtungen und anhand von Drohnenaufnahmen überwacht und dokumentiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neue Flyer (Moorwelten und AMA)

Nachdem sich der Bestand unserer 2015 veröffentlichten Moorwelten-Broschüre langsam dem Ende zugeneigt hatte, haben wir uns anstelle einer Neuauflage für ein neues, schlankeres Design in Form eines Faltblatts entschieden. Es enthält nach wie vor die wichtigsten und aktuellen Infos zu den Moorerlebnisgebieten, inkl. einer Übersichtskarte und Routenbeschreibungen. Der Flyer ist im Projektbüro und in allen Moorwelten-Gemeinden erhältlich.

 

Im Juni dieses Jahres konnten wir außerdem unseren überarbeiteten Projektflyer veröffentlichen. Er kann bei Bedarf im Projektbüro angefordert werden.

 

 

 

 

Ankaufsoffensiven

Die Moorgebiete sind oftmals in sehr viele schmale Grundstücke aufgeteilt. In Gebieten, in denen bereits eine größere Anzahl von Flächen in öffentlichem Besitz ist, wurden gezielte Ankaufsoffensiven unternommen, um zusammenhängende hydrologisch wirksame Flächeneinheiten zu schaffen. Ziel ist es, hier Maßnahmen zur Wiederherstellung des moortypischen Wasserhaushalts, zum naturnahen Umbau von Moorwäldern oder auch zur Entwicklung artenreicher Streu- und Nasswiesen umzusetzen.

Unser Fokus im Ostallgäu lag dabei beispielsweise auf den Mooren im Sulzschneider Wald, wie Sailachmoos, dem Kirchthaler Moos (Seeg, Lengenwang), den Mooren um den Elbsee (Aitrang, Ruderatshofen, Geisenried), dem Geltnachtal (Stötten, Marktoberdorf) oder den Bannwaldseemooren (Halblech, Schwangau). In manchen Gebieten wie z. B. im Geisenrieder Dümpfelmoos wurden heuer zu diesem Zwecke Privatgrundstücksbesitzer (v.a. Zwischenlieger) direkt per Brief kontaktiert.

 

In den Gemeinden Oy-Mittelberg, Stötten a. Auerberg und Seeg/Lengenwang wurde über einen Beitrag in den Gemeindeblättern über unser Projekt informiert und unser Interesse am Flächenankauf in bestimmten Moorgebieten in den Gemeinden kundgetan. Die Moorallianz bietet Eigentümern oder Nutzern von Moorflächen eine unverbindliche Beratung an. Wer sich einen Verkauf oder zumindest eine ökologische Aufwertung seiner Moorfläche vorstellen kann oder andere Fragen im Zusammenhang mit dem Projekt hat, kann sich jederzeit gerne an das Projektbüro der Allgäuer Moorallianz wenden.

 

 

Kontakt

Projektbüro Allgäuer Moorallianz

Tel. 08342 911-260

Fax 08342 911-564

 

E-Mail schreiben

 

Zur Homepage der Allgäuer Moorallianz

 

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