Jahresbericht 2021

Gleichstellungsstelle

„Rote Bänke“: Landkreis Ostallgäu und Stadt Kaufbeuren setzen Zeichen gegen häusliche Gewalt

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Frauenhauses Kaufbeuren/Ostallgäu organisierten die Gleichstellungsstellen des Landkreises Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren zusammen mit dem Frauenhaus und der Fachberatungsstelle bei häuslicher Gewalt die Aktion „Rote Bank“. Die roten Bänke wurden an vier Standorten im Landkreis Ostallgäu und einem Standort in Kaufbeuren aufgestellt – als mahnendes Zeichen für die Plätze, die frei bleiben, wenn Frauen häuslicher und sexualisierter Gewalt zum Opfer fallen. Als Sponsoren unterstützten die Aktion: Sparkasse Allgäu, Raiffeisenbank Allgäuer Land, Markt Obergünzburg, V-Markt Buchloe. 

 

Den Startschuss der Rote-Bank-Aktion setzte Landrätin Maria Rita Zinnecker am 22. September mit einer roten Bank im Landratsamt in Marktoberdorf.

 

 

Warum eine Rote Bank?

 

Zum ersten Mal wurde 2016 in Perugia eine rote Bank als Symbol für Gewalt gegen Frauen öffentlich aufgestellt. Ziel der Bänke ist es, Vorübergehende zum Nachdenken anzuregen. Um Hilfsangebote sichtbar zu machen, sind auf den Bänken außerdem die Nummern der regionalen und überregionalen Hilfestellen, wie zum Beispiel des Frauenhauses, der Beratungsstelle bei häuslicher Gewalt, der Polizei und des Hilfetelefons angebracht. 

 

 

Frauenfeindliche Gewalt in Deutschland

 

Ein Ende der frauenfeindlichen Gewalt ist in Deutschland nicht in Sicht – im Gegenteil: Jedes Jahr steigen die Fallzahlen der polizeilichen Kriminalstatistik. Besonders gravierend ist laut dieser Statistik der Anstieg bei Sexualstraftaten, aber auch bei häuslicher Gewalt und im digitalen Raum. So wurden 2023 deutschlandweit 938 Mädchen und Frauen Opfer von versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten (sogenannten Femiziden). Auch im Ostallgäu steigen die Zahlen der Partnerschaftlichen Gewalt. So wurden 2020 in diesem Bereich 133 Taten registriert – 2024 waren es noch 153. Das entspricht einem Anstieg von rund 15 Prozent. Ein bundesweiter Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder wurde erstmalig mit dem im Februar 2025 in Kraft getretenen Gewalthilfegesetz geschaffen.

 

 

30 Jahre Frauenhaus Kaufbeuren-Ostallgäu

 

Das Frauenhaus Kaufbeuren/Ostallgäu ist seit 30 Jahren ein wichtiger Bestandteil der Arbeit für Betroffene von häuslicher Gewalt. Die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren kümmern sich um die Öffentlichkeitsarbeit, arbeiten mit im Netzwerk des Frauenhauses mit allen Hilfsinstitutionen und Behörden und organisieren Fortbildungen der Fachkräfte zu den Themen „Häusliche Gewalt, Gewalt gegen Frauen und Kinder“.

 

 

 

Aktion „Herzbilder – Von Herzen“: Landrätin startete Aktion gegen häusliche Gewalt

Im Rahmen der Aktion „Herzbilder – Von Herzen“ hatten Landrätin Maria Rita Zinnecker und Mitglieder des Kreisausschusses am 17. Februar 2025 im Landratsamt die ersten Herzen gestaltet. Bei der Aktion können als Zeichen der Solidarität mit gewaltbetroffenen Frauen Interessierte eigene Herzbilder malen. „Jede Frau, die von häuslicher Gewalt betroffen ist, muss wissen: Sie ist nicht allein. Mit dieser Aktion setzen wir ein Zeichen der Unterstützung und machen sichtbar, dass wir hinschauen, Anteil nehmen und Betroffene ermutigen, Hilfe anzunehmen“, betonte Landrätin Zinnecker.

 

Die Aktion fand anlässlich des Jubiläumsjahres zum 30-jährigen Bestehen des Frauenhauses Kaufbeuren-Ostallgäu statt. Sie wurde von den Gleichstellungsstellen des Landkreises Ostallgäu der Stadt Kaufbeuren organisiert. Zu Beginn des 30-jährigen Jubiläumsjahres des Frauenhauses Kaufbeuren/Ostallgäu luden die Gleichstellungsstellen des Landkreises Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren zusammen mit dem Frauenhaus alle Bürgerinnen und Bürger ein zur Solidaritätsaktion „Herzbilder – Von Herzen“. Ausgerüstet mit Leinwand, Pinsel und Farbe motivierten die Organisatorinnen mit Unterstützung der politischen Spitzen ihrer Kommunen Bürgerinnen und Bürger zu einem künstlerischen Beitrag in Form eines Herzes ein.

 

Die Herzen stehen als Zeichen gegen häusliche Gewalt.

 

Der Titel „Von Herzen“ beschreibt:

 

  • -  Wir wünschen gewaltbetroffenen Frauen „von Herzen“ Mut und Unterstützung
  • - „Von Herzen“ nehmen Menschen Anteil an der schwierigen Lage betroffener Frauen
  • -  Die Herzen stellen ein sichtbares und solidarisches Zeichen gegen Gewalt an Frauen und ihre Kinder dar
  • -  Die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Kaufbeuren-Ostallgäu kommen ihrer Arbeit „von Herzen“ nach.

 

Ziel war es, Frauen, die häusliche Gewalt erleben, Mut und Hoffnung zu geben. Gleichzeitig sollte die Aktion das gesellschaftliche Bewusstsein für diese Herausforderung stärken und Solidarität mit den Betroffenen zum Ausdruck bringen. Die selbst gestalteten Herzen stehen symbolisch für Mitgefühl, Unterstützung und den gemeinsamen Einsatz gegen Gewalt an Frauen und ihren Kindern.

 

 

Weitere Herzbild-Aktionen wurden durchgeführt: im V-Markt in Buchloe mit der stellvertr. Landrätin Frau Angelika Schorer; in der Sparkasse Füssen mit Herrn stellvertr. Landrat Dr. Paul Wengert; im V-Markt Kaufbeuren mit der dritten Bürgermeisterin der Stadt Kaufbeuren Frau Dr. Erika Rössler; am Rathaus Obergünzburg mit Herrn Bürgermeister und stellvertr. Landrat Lars Leveringhaus.

 

 

 

Girls´- und Boys´Day im Landratsamt

Für den Beruf des/der Verwaltungsfachangestellten organisierten die Auszubildenden des Landratsamtes einen spaßigen Vormittag für Jungs am diesjährigen Boys´Day. Zu Beginn luden die Azubis die Gäste zu einem gemeinsamen Kennenlern-Frühstück ein. Danach ging es zu den verschiedenen Spielen und Stationen, bei welchen die Jungs am Ende coole Preise gewinnen konnten. Dabei war das Schokokuss-Wettessen das absolute Highlight. Auch das Memory zu den verschiedenen Sachgebieten kam sehr gut an bei den „Boys“. Alle Schüler meinten, sie hätten einen sehr guten Einblick in die Tätigkeiten eines Verwaltungsfachangestellten erhalten. Jonas (13 Jahre): „Eigentlich habe ich nicht vor, ins Büro zu gehen, aber im Landratsamt ist es sehr cool!“

 

Natürlich wurden auch die „Girls“ erstmal zum Kennenlern-Frühstück eingeladen. Danach durften sie beim Girls´Day am gleichen Tag die Tätigkeiten des Ausbildungsberufes der Fachinformatikerin kennenlernen. Alle Schülerinnen waren begeistert dabei, als es hieß: Wir bauen gemeinsam einen PC auseinander. Das hatte allen Mädchen am besten gefallen: Kim (13 Jahre):“Ich fand den Girls`Day im Landratsamt richtig toll. Die Azubis haben sich richtig Mühe gegeben. Die Spiele, die wir gesprielt haben, haben sehr viel Spaß gemacht. Dadurch habe ich auch noch mal gelernt, wie wichtig Teamarbeit eigentlich ist. Die Führung am Ende war auch sehr interessant. Ich könnte mir vorstellen hier zu arbeiten. Danke für den tollen Tag!“

 

Die Teamspiele wurden von der Mädchen- und der Jungs-Gruppe zusammen durchgeführt. Vor allem das Spiel „Decke umdrehen“ hat allen viel Spaß gemacht und wurde als Gruppe-Aufgabe gut gelöst. Die anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten innerhalb der Gruppe konnten überwunden werden. So haben die Schüler und Schülerinnen bald einen gemeinsamen Plan verfolgt, welcher am Ende sehr gut funktioniert hat. Die Intension der Azubis war es, den Schülern und Schülerinnen näherzubringen, wie es ist in einem Team zu arbeiten und vor allem welche Schwierigkeiten aufkommen können.    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kontakt

Landratsamt Ostallgäu

Gleichstellungsstelle

Tel. 08342 911-287
Fax 08342 911-551
 
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pro familia - Beratungsstelle

Tel. 0831 960774-0

Fax 0831 960774-18

 

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