Demenz
Projekt: „Partizipation von Menschen mit Vergesslichkeit“
Das Projekt „Partizipation von Menschen mit Vergesslichkeit“, welches über den Bayerischen Demenzfonds gefördert wird und dessen Konzeptionierung durch einen hierfür gegründeten Arbeitskreis fertiggestellt wurde, konnte im Jahr 2025 erfolgreich weitergeführt werden. Ziel ist es, Menschen mit Demenz stärker in den gesellschaftlichen Dialog einzubinden und ihnen neue Möglichkeiten der Teilhabe zu eröffnen. Folgende Themenfelder sind hierfür relevant:
- Öffentlichkeitsarbeit:
Es fanden mehrere Demenzpartnerschulungen sowie thematische Vorträge für Multiplikator*innen, Vereine und Institutionen statt. Hierbei wurden nicht nur fachliche Inhalte vermittelt, sondern auch Vorurteilen und Ängsten in der Bevölkerung aktiv vorgebeugt.
- Geplante Werbekampagne:
Um das Thema Demenz noch stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, wurde eine Informationskampagne konzipiert, welche im kommenden Jahr weitergeführt wird.
- Begegnungsmöglichkeiten:
Der Ausbau der bestehenden MAKS-Angebote (Motorik, Alltag, Kognition, Soziales) durch die Organisation der 3-tägigen Trainerschulung im Landratsamt und aktives Mitwirken bei der Errichtung eines neuen Gruppenangebotes in Schwangau, ermöglicht nun mehr Betroffenen die regelmäßige Teilnahme an alltagsnahen und fördernden Aktivitäten direkt im Landkreis.
Eine weitere Begegnungsmöglichkeit wird durch die Unterstützung beim Aufbau eines Auszeithofes in Biessenhofen gebildet, der künftig Rückzugs- und Erholungsmöglichkeiten für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen bieten wird. Durch ein abgestimmtes Programm werden Nachmittags-Aufenthalte in entspannter, naturnaher Umgebung mit Tierkontakt gestaltet, die für Entlastung und neue Impulse sorgen.
4. Ostallgäuer Pflegekonferenz: Sorgende Gemeinschaft – pflegende Angehörige im Fokus
„Wer einen Angehörigen pflegt, trägt eine enorme Verantwortung – oft rund um die Uhr, mit wenig Unterstützung und Anerkennung“, sagte Landrätin Maria Rita Zinnecker zur Eröffnung der 4. Ostallgäuer Pflegekonferenz, die durch die Fachstelle Demenz organisiert wurde. „Diese Menschen leisten Unglaubliches. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, ihnen den Rücken zu stärken und das Thema Pflege als gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe zu verstehen.“
Mehr als 60 Teilnehmende aus Kommunen, Pflegeeinrichtungen, Vereinen, Beratungsstellen und der Ehrenamtsarbeit kamen am 01.07.2025 auf Einladung des Landkreises ins Landratsamt. Im Mittelpunkt standen neben dem neuen Senioren- und Demenzkonzept des Landkreises, auch praxisnahe Impulse aus Wissenschaft und Selbsthilfe. In einem Erfahrungsbericht machte die Vorsitzende des Vereins Pflegende Angehörige e. V., Kornelia Schmid, durch eine interaktive Rollendarstellung die vielfältigen Belastungen in der häuslichen Pflege greifbar. Ein weiterer Beitrag von Fr. Prof. Dr. Tanja Wiedemann von der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Kempten zeigte auf, wie pflegende Angehörige durch ein strukturiertes Care- und Casemanagement in Einrichtungen, Gemeinden und Vereinen, bei dem Fachkräfte alle erforderlichen Unterstützungsleistungen individuell abstimmen, organisieren und verlässlich vernetzen, gezielt entlastet werden können. Abschließend wurde in einer Diskussion, geführt von Brigitte Bührlen, Vorsitzende der Wir-Stiftung in München, erörtert, wie pflegende Angehörige ihre Perspektive, etwa durch Beiräte oder Pflegegenossenschaften stärker in den Pflegeprozess einbringen und sich hierdurch Sichtbarkeit und Gehör verschaffen können. Die Veranstaltung betonte die wichtige Rolle pflegender Angehöriger und zeigte konkrete Schritte für eine verbesserte Koordination gemeinschaftlicher Hilfen auf.
Aktionen zur 5. Bayerischen Demenzwoche
Screening Tag
Beim 1. Screening Tag im Landratsamt Marktoberdorf am 25.09.2025 organisiert durch die Fachstelle Demenz in Kooperation mit dem digitalen Demenzregister DigiDem Bayern, wurden 30 Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zur niedrigschwelligen Information und ersten Überprüfung ihrer Gedächtnisleistung in Form eines Kurztests geboten. Das Angebot stieß auf beeindruckend große Resonanz: Über 200 Menschen aus der Region signalisierten Interesse an einem solchen Test. Angesichts dieser hohen Nachfrage entwickelt der Landkreis derzeit Möglichkeiten, das Angebot zu verstetigen und künftig regelmäßiger zugänglich zu machen.
Fotoausstellung
Im Rahmen einer Fotoausstellung von Künstlerin Claudia Castillon, die vom 17.09. – 25.09.2025 im Foyer des Landratsamtes besichtigt werden konnte, wurde die Thematik Demenz künstlerisch illustriert und so einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Durch den Einsatz von Kreativität und kultureller Teilhabe als öffentlichkeitswirksame Maßnahme, eröffnete die Ausstellung Einblicke und neue Perspektiven in das Erleben von Menschen mit Demenz.
Netzwerkstärkung und Koordination
Ein zentrales Anliegen der Fachstelle Demenz war 2025 die nachhaltige Stärkung des regionalen Netzwerkes:
Durch die Koordination des Förderprogramms FEBP und die enge Zusammenarbeit mit den Kontaktstellen für Demenz und Pflege konnten Ansätze ermittelt werden, um bestehende Angebote effektiver aufeinander abzustimmen und wichtige Synergien zu heben.
Die Kooperation mit den Quartiersmanagerinnen der Gemeinden erwies sich ebenfalls als wertvoll, um demenzsensible Hilfeangebote vor Ort zu verankern und Informationsflüsse zwischen den verschiedenen Akteur*innen zu optimieren.










