Jahresbericht 2021

Tourismus

Dein Freiraum. Mein Lebensraum. Sensiblen Naturräumen besonderen Schutz geben

Mehrere Millionen Einheimische und Besucher zieht es jedes Jahr in die beeindruckende Natur des Ostallgäus. Diese hohe Frequentierung verursacht jedoch auch Druck auf Tier- und Pflanzenwelt. Um empfindliche Lebensräume zu schützen und gleichzeitig ein nachhaltiges Naturerlebnis zu gewährleisten, setzen Landkreis und Gemeinden auf das Besucherlenkungsprojekt „Dein Freiraum. Mein Lebensraum.“

 

Mit Informationstafeln an Wanderparkplätzen und wesentlichen Zugängen zu sensiblen Naturräumen, einer begleitenden Webseite sowie ein Social Media werden Einheimische und Gäste gezielt über naturverträgliches Verhalten informiert. Ziel ist, das Bewusstsein für die Bedeutung von Artenvielfalt und Naturschutz zu stärken – bei allen, die das Ostallgäu erleben.

Erfolge aus anderen Regionen zeigen, dass gezielte Information wirkt: In bayerischen Pilotprojekten wurde nachgewiesen, dass konsequente Besucherlenkung zu weniger Störungen in sensiblen Rückzugsgebieten führt.

 

 

Die Kampagne konnte 2025 in den beiden Startgemeinden Schwangau und Pfronten umgesetzt werden. In den nächsten Ausbauschritten erfolgen die flächendeckende Umsetzung in allen Alpenanrainergemeinden des Ostallgäus und der anschließend weitere Ausbau im mittleren und nördlichen Landkreis.

Das Land Bayern unterstützt das Vorhaben in der vierjährigen Projektlaufzeit mit 383.000 Euro und einer Förderquote von 80 Prozent.

 

 

 

 

Klimaanpassung im Tourismus: Gestaltung der Transformation im Ostallgäu

Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus sind auch im Ostallgäu spürbar. Um dieser Herausforderung aktiv zu begegnen, wurden 2025 gezielt erste Maßnahmen umgesetzt, die sowohl die aktuelle Ausgangslage analysieren als auch zukunftsweisende Anpassungsstrategien aufzeigen:

 

  • - Studie Klimaanpassung in touristischen Unternehmen
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  • Im Rahmen einer umfangreichen Studie in Zusammenarbeit mit Institut für Nachhaltige und Innovative Tourismusentwicklung (INIT) der Hochschule Kempten und etwa 250 touristischen Betrieben im Ostallgäu hat der Landkreis Ostallgäu deren betriebliche Ausgangslage im Hinblick auf den Klimawandel analysiert. Die Untersuchung ermöglichte erstmals ein umfassendes Bild der aktuellen Situation in den Unternehmen und identifizierte klare Handlungsbedarfe – von der Energieeffizienz über eine nachhaltige Angebotsgestaltung bis zu risikoorientierten Betriebsabläufen.

 

  • - Klimamonitoring der freitzeittouristischen Wegeinfrastruktur
     
  • Mit einem systematischen Klimamonitoring wurde 2024 und 2025 erstmals die freizeittouristische Wegeinfrastruktur im Ostallgäu hinsichtlich ihrer Klimaanfälligkeit vollständig überprüft. Hierbei lag der Fokus auf der Ermittlung konkreter Anpassungsmöglichkeiten – etwa durch optimierte Wegeführungen, witterungsgerechte Kommunikation oder geeignete Schutzmaßnahmen für Mensch und Infrastruktur.

 

  • - Weiterentwicklung Winterangebote
     
  • Angesichts der veränderten klimatischen Rahmenbedingungen wird auch die Weiterentwicklung nachhaltiger Winterangebote vorangetrieben. Auch innerhalb des Allgäus ist der Landkreis Ostallgäu hierfür ein wesentlicher Impulsgeber. Im Zentrum gemeinsamer Aktivitäten stand dabei 2025 die gemeinsame Konzeptentwicklung für das Wandern im Winter, die in enger Zusammenarbeit mit weiteren Allgäuer Regionen erfolgte. Ziel ist es, attraktive Alternativen zum klassischen Wintersport zu schaffen und Gästen wie Einheimischen neue Perspektiven für einen nachhaltigen und klimaresilienten Wintertourismus zu bieten.

 

 

Die laufenden Maßnahmen zeigen, dass im Ostallgäu Klimaanpassung im Tourismus als gemeinsame Aufgabe verstanden und aktiv mit neuen Ansätzen umgesetzt wird. Dieser Transformationsprozess wird auch in den kommenden Jahren fortgesetzt.

 

 

 

 

Tourismusforum 2025 Tellerrandblick statt Kirchturmdenken: Strategie- und Zukunftswerkstatt für das Ostallgäu

Das Tourismusforum 2025 war erneut der zentrale Treffpunkt für alle Akteure, die an der touristischen Entwicklung im Ostallgäu beteiligt sind. Die Veranstaltung etablierte sich als feste Größe für konstruktive Netzwerkarbeit: Gemeinden, Betriebe, Verbände, Politik und weitere Partner nutzten die Gelegenheit, gemeinsam neue Ideen zu entwickeln und die Tourismusstrategie für das Ostallgäu mit Leben zu füllen.

Unter dem Motto „Tellerrandblick statt Kirchturmdenken“ stand das Forum ganz im Zeichen der anhaltenden Herausforderungen unserer Zeit: Wirtschaftliche Unsicherheiten, Fachkräftemangel und die Notwendigkeit zur Klimaanpassung erfordern gemeinsames Handeln mehr denn je. Das Tourismusforum griff diese Thematik gezielt auf und setzte Impulse hin zu mehr Eigenverantwortung, Zusammenarbeit und branchenübergreifender Kooperation im Ostallgäu.

 

 

Ein besonderes Highlight des diesjährigen Forums war der inspirierende Vortrag von Jakob Lipp, der als einer der 100 Top Speaker Deutschlands gilt. Mit seiner Keynote begeisterte er das Publikum und setzte neue Impulse für kreatives Denken und zukunftsorientiertes Handeln im Tourismus. Seine Ausführungen zur Bedeutung von Offenheit, Mut und Innovationskraft auf dem Weg zu einer erfolgreichen Zukunft des Ostallgäus fanden große Resonanz bei allen Teilnehmenden und bestärkten den Leitgedanken des Forums: Gemeinsam über den Tellerrand schauen und neue Wege gehen.

Das Tourismusforum 2025 hat verdeutlicht, wie eng Tourismus und die Zukunftsfähigkeit unserer Region zusammenhängen und wie alle gemeinsam von einer engeren Zusammenarbeit profitieren. Es gilt zukünftig mehr denn je, im Gespräch zu bleiben und Partnerschaften zu bilden. Damit ist auch ein wesentliches Ziel des Tourismusforums erreicht.

 

Die Tourismusforen der vergangenen Jahre finden sich in der Zusammenfassung unter https://www.schlosspark.de/wir-im-ostallgaeu/tourismusforum.

 

 

 

Qualitätsmanagement für Rad- und Wanderwege: Solide Basis für hochwertigen Freizeittourismus

1.340 km ausgezeichneter Rad- und 2.400 km gewidmeter Wanderwege bilden ein hervorragendes Netz freizeittouristischer Wege im Ostallgäu.

Doch Qualität braucht kontinuierliche Pflege: so kontrolliert der Landkreis Ostallgäu jährlich die insgesamt 1.340 km Radwege – jede Strecke wird physisch abgefahren, Mängel werden erfasst und behoben, Verbesserungsvorschläge werden aufgenommen.

 

Auch im Wanderwegenetz hat ein systematisches Qualitätsmanagement Einzug gehalten. Aufbauend auf den Erkenntnissen der letzten Jahre wurde 2022 eine enge Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Gemeinden geschaffen. So konnten Beschilderung und Wegführung im südlichen Ostallgäu weiterentwickelt und ein umfassendes Monitoring zunächst im Süden, dann im Norden etabliert werden.

 

Für das Jahr 2025 steht der Abschluss des ersten vollständigen Monitoringzyklus bevor, um auf dieser Grundlage eine dauerhafte, gemeinsame Qualitätsstrategie für das Ostallgäu zu verstetigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlossparkradrunde im Ostallgäu: Eine von nur vier 4-Sterne-ADFC Radrouten in Bayern

Die rund 221 Kilometer lange Schlossparkradrunde, eine der beliebtesten Fernradrouten im Allgäu, wurde 2025 mit vier Sternen vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) ausgezeichnet. Sie ist damit neben dem Donautal-Radweg, dem DonauTÄLER-Radweg und der Radrunde Allgäu eine von nur vier Radrouten dieser herausragenden Qualität in Bayern.

 

Die Klassifizierung würdigt sowohl die hervorragende Infrastruktur und landschaftliche Attraktivität der Strecke als auch das große Engagement, mit dem das Radeln für Einheimische und Gäste gleichermaßen vom Landkreis und allen beteiligten Gemeinden attraktiv gehalten wird.

 

Die Wegeführung, unterteilt in fünf individuell kombinierbare Etappen, lädt zu erlebnisreichen Touren durch die vielfältige Landschaft des Ostallgäu ein. Historische Burgen, Schlösser, malerische Seen und charmante Ortschaften bieten unterwegs abwechslungsreiche Pausenmöglichkeiten. Die Auszeichnung durch den ADFC zeigt, dass der eingeschlagene Qualitäts- und Entwicklungskurs weiter forciert wird, und sichert so eine starke Basis für Radtourismus und nachhaltige Wertschöpfung in der gesamten Region.

 

 

 

Kontakt

Tourismus Ostallgäu

Schwabenstraße 11

87616 Marktoberdorf

Tel. 08342 911-506

Fax 08342 911-97313 

 

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