Tourismus
LEADER-Projekt „Stärkung regionaler Identität und Tourismusakzeptanz im Erlebnisraum Schlosspark“
Zur langfristigen Sicherung der Attraktivität und Qualität des Lebens- und Freizeitraumes Ostallgäu spielen die Identifikation der einheimischen Bevölkerung mit dem (Freizeit-)Tourismus insgesamt, aber auch das vor Ort erlebbare Tourismusbewusstsein eine bedeutende Rolle. Mit der Tourismusstrategie für den Landkreis Ostallgäu und den Erlebnisraum Schlosspark wurde 2020 deshalb die Stärkung von regionaler Identität und Tourismusakzeptanz als wesentliches Strategieprojekt definiert.
Hierbei geht ein positives Tourismusbewusstsein und darauf wirkende Maßnahmen über die Kenntnis und Information zum touristischen Angebot und das bisherige Tourismusmarketing für den Schlosspark und in der Region weit hinaus und wurde bislang nicht in der Destinationsentwicklung im Ostallgäu beachtet.
„Wie nutzt der Tourismus in der Region mir persönlich?“ oder „Warum und wie trägt der Tourismus zur hohen Freizeit- und Lebensqualität im Ostallgäu bei?“ sind beispielhafte konkrete Fragen der Einheimischen, deren Beantwortung zu einer hohen Akzeptanz des Tourismus und damit Qualitätssteigerung im gesamten Lebensraum maßgeblich beitragen.
Das 2022 gestartete Kommunikationsprojekt „Stärkung regionaler Identität und Tourismusakzeptanz im Erlebnisraum Schlosspark“ des Landkreises Ostallgäu hatte eine Laufzeit von 2 Jahren und endete in 2024. Das Projekt trägt dazu bei, der einheimischen Bevölkerung und gesellschaftlichen Multiplikatoren, Betrieben wie auch Gästen die Besonderheiten, die hohe Attraktivität und Lebensqualität des Ostallgäu/Erlebnisraums Schlosspark zu vermitteln.
Hierdurch werden die regionale Identität gestärkt, der Stolz der einheimischen Bevölkerung auf ihre Region gefördert, der Beitrag des Tourismus zur Qualität des Lebensraums verdeutlicht, die Nutzung des qualitativ hochwertigen Freizeitangebotes insbesondere im mittleren und nördlichen Ostallgäu gesteigert und damit einhergehend regionale Wertschöpfung generiert.
Aus dem Projekt heraus wurde 2024 eine Serie von fünf Kurzfilmen zum Tourismus in Verbindung mit weiteren gesellschaftlichen, regionalen und ökonomischen Themen produziert. So befasst sich ein Film mit den Themen Tourismus und Landwirtschaft, ein anderer mit Tourismus und Kultur. Auch Tourismus und Naturschutz spielt eine weitere wesentliche Rolle.
Alle Filme können unter Tourismusverband Ostallgäu - YouTube gesehen werden.
Deutlich wurde im Projektverlauf, dass Tourismusbewusstsein und –akzeptanz eine Daueraufgabe darstellen und auch über das Ende des Förderprojektes hinaus weiter von allen beteiligten Akteuren gemeinsam zu entwickeln und zu pflegen sind.
Besucherlenkungskonzept „Dein Freiraum. Mein Lebensraum.“
Die sensiblen Natur- und Kulturlandschaften im Ostallgäu kommen nicht zuletzt durch die intensive Freizeitnutzung von mehr als 140.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, knapp 5 Millionen Gästeübernachtungen und mehr als 9,5 Millionen Tagesreisenden spürbar unter Druck. Eine wirksame Lenkung der Naturnutzer ist nur großflächig im Rahmen eines überregionalen Konzepts und unter Einbeziehung aller Beteiligten zielführend.
Das im Naturpark Nagelfluhkette entwickelte Besucherlenkungskonzept „Dein Freiraum. Mein Lebensraum.“ zeigt hierfür eine sehr gute Akzeptanz bei Naturnutzern. Das Konzept findet auch im Naturpark Ammergauer Alpen Anwendung und wird derzeit flächig im Landkreis Oberallgäu umgesetzt.
Basierend auf diesem Konzept wird die Kampagne „Dein Freiraum. Mein Lebensraum.“ auch im Ostallgäu auf die bestehenden Verhältnisse angepasst und umgesetzt. Für die drei Startgemeinden Schwangau, Pfronten und Halblech konnte 2024 ein vollständiges Informationskonzept für insgesamt 25 Standorte in den Gemeindegebieten entwickelt werden. Die Aufstellung der Informationstafeln an stark frequentierten Orten beginnt Ende 2024 und folgt dem Prinzip „Eins hin, eins weg.“ Für jede neue Informationstafel soll eine alte Infotafel weichen. Alle wesentlichen Printmedien des Tourismusverbands Ostallgäu e.V. wurden 2024 zudem schrittweise mit den Inhalten der Naturschutzkampagne angereichert.
In Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Ostallgäu e.V. und den beteiligten Gemeinden wird der Landkreis Ostallgäu in den kommenden vier Jahren bis 2027 das Konzept „Dein Freiraum. Mein Lebensraum.“ in einem zeitlich und räumlich gestuften Projektplan mit aufeinander abgestimmten Maßnahmen realisieren. Dem Projektzeitplan folgend wird zunächst in den südlichen Landkreisgemeinden, welche den höchsten Nutzungsdruck auf die Naturräume erfahren, das Lenkungskonzept umgesetzt werden. Anschließend folgen dann der mittlere und nördliche Landkreis.
Durch die Maßnahmen werden Besucher (Einheimische, Urlauber und Tagesgäste) für die Naturlandschaft und deren wertvolle Lebensräume im gesamten Ostallgäu sensibilisiert und zu einem wertschätzenden und naturverträglichen Verhalten während ihrer Freizeitaktivitäten motiviert.
Das Land Bayern unterstützt das Vorhaben in der vierjährigen Projektlaufzeit mit 383.000 Euro und einer Förderquote von 80 Prozent.
14. ABK Allgäuer Radltour
Die 14. ABK Allgäuer Radltour am 23.6.2024 mit Start und Ziel in Pfronten und Zwischenstation in Rückholz musste zum Bedauern aller Beteiligter, Helferinnen und Unterstützer kurzfristig wetterbedingt und aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Die beliebte Radlveranstaltung ist für 2025 jedoch bereits wieder in Planung.
Qualitätsmanagement Rad und Wandern
Vor mehr als 15 Jahren sind die Rad- und Wanderwege im Ostallgäu im Rahmen eines LEADER-Projektes entwickelt und beschildert worden.
Mit der Zertifizierung als RadReiseRegion Schlosspark wurde für die Radwege im Landkreis ergänzend ein regelmäßiges Qualitätsmanagement eingeführt, das sich seither sehr bewährt hat. Seit 2015 werden einmal im Jahr alle Radwege (1.340 km) physisch abgefahren und überprüft, Mängel behoben und Optimierungsvorschläge unterbreitet.
Eine Erhebung im Rahmen des Ende 2021 ausgelaufenen allgäuweiten LEADER Qualitätsmanagement-Projektes hat gezeigt, dass parallel auch im Wanderwegenetz großer Handlungsbedarf besteht. Um auch beim Wanderwegenetz den Qualitätsanforderungen von Einheimischen und Gästen zu genügen, wurde für dieses in 2022 ebenfalls ein regelmäßiges Qualitätsmanagement erarbeitet und im laufenden Jahr 2023 auf den Weg gebracht.
Die Aufgabenteilung von Landkreis und Gemeinden wurde hierfür ergänzend auf neue kooperationsvertragliche Beine gestellt.
In den Gemeinden im südlichen Landkreis wurde die Weiterentwicklung der Wanderwegebeschilderung auf Grundlage bestehender Monitoringergebnisse in 2023 fortlaufend umgesetzt. Für den nördlichen Landkreis wurde das neue Qualitätsmanagement zum Anlass genommen, das aktuelle Wegenetz weiter auf den Prüfstand zu stellen, zu überarbeiten und wo erforderlich neu zu beschildern.
Das Monitoring wurde in 2024 zunächst im südlichen abgeschlossen und zwischenzeitlich im nördlichen Landkreis fortgesetzt. Der Abschluss des ersten vollständigen Monitoringzyklus ist für 2025 vorgesehen. Nach einer abschließenden Prozessevaluierung ist die Verstetigung des gemeinsamen Qualitätsprozesses von Landkreis und Gemeinden in Planung.
Deutschlands schönster Wanderweg: 3. Platz für die Allgäuer Logenplatzroute
Die „Allgäuer Logenplatzroute“ ist bei der Publikumswahl um Deutschlands schönsten Wanderweg auf den hervorragenden dritten Platz gewählt worden. Damit stand erstmals ein Allgäuer Wanderweg beim beliebten Publikumspreis auf dem Siegertreppchen.“ Mit 2991 Stimmen erhielt die Wanderroute knapp 14 Prozent aller abgegebenen Stimmen.
Etwa 100 Wege waren dem Bewerbungsaufruf des Wandermagazins gefolgt, das seit 2006 regelmäßig nach dem schönsten Wanderweg Deutschlands sucht. Nominiert von einer Wander-Fachjury, bestehend aus SPIEGEL-Bestsellerautorin Kathrin Heckmann, Thorsten Hoyer (Extremwanderer und Herausgeber des Wandermagazins), Manuel Andrack (Wanderbuchautor) sowie Wanderbloggerin Dina Knorr stellten sich 25 Wege in zwei Kategorien der finalen Publikumswahl.
Die öffentliche Publikumswahl lief vom 13. Januar bis 30. Juni 2024. 43.880 Teilnehmende gaben insgesamt 58.505 Stimmen in zwei Kategorien ab.
Die Allgäuer Logenplatzroute belegte beim renommierten Wettbewerb den hervorragenden 3. Platz in der Kategorie Fernwanderwege.
Sie ist eine von drei Ostallgäuer Fernwanderrouten (neben der Allgäuer Königsalpenroute und der Allgäuer Idyllegartenroute), die Einheimische und Gäste in besonders schöne Ecken des Ostallgäus führen. Start der Route für alle, die gerne zwischen entspannten Abschnitten und Höhenmetern wechseln, ist das Honigdorf Seeg. Von dort geht es nach Nesselwang, über Görisried, Marktoberdorf, den Auerberg nach Lechbruck und über Roßhaupten zurück nach Seeg. Neben den Fernwanderwegen gibt es mit dem Angebot „Königlich Wandern im Allgäu“ außerdem 32 herausragende Halbtages- und Tagestouren für jeden Geschmack. Einen Überblick über die Ostallgäuer Wanderangebote finden alle Interessierten unter www.schlosspark.de/wandern.
Tourismusforum 2024 Generation Zukunft
„Viel zu oft sprechen wir über die kommenden Generationen. Viel zu selten sprechen wir mit ihnen“ stellte Landrätin Maria Rita Zinnecker zur Eröffnung des Tourismusforums 2024 des Landkreises Ostallgäu fest. „Das wollen wir ändern.“ Im Mittelpunkt der Dialogveranstaltung stand deshalb in diesem Jahr die Frage, was heute getan werden muss, damit Karriere und Selbstständigkeit im Tourismus im Allgäu auch für die kommenden Jahrzehnte attraktiv bleiben. Und das Interesse war sehr groß. Mit mehr als 100 Teilnehmenden aus jungen Unternehmerinnen und Unternehmern, Auszubildenden, Studierenden der Hochschule Kempten, Politik, Verwaltung, Touristikern sowie Branchenverbänden und waren alle Sitz- und Stehplätze in der Waldbrand Destillerie restlos besetzt.
In moderierten Dialogen und Werkstätten erarbeiteten die Teilnehmenden Ideen, wie junge Menschen auch zukünftig für das Arbeiten oder eine Selbstständigkeit im Tourismus in der Region begeistert werden können. Dabei wurde deutlich, dass heute zwar bereits eine große Zahl von Unterstützungs- und Informationsangeboten für junge Gründerinnen und Gründer oder zukünftiger Fachkräfte bestehe, diese jedoch noch besser miteinander vernetzt, sichtbarer und gemeinsam nutzbar gemacht werden müssen. Hierfür bedarf es eines gemeinsamen Rahmens mit gemeinsamen Zielen aller Beteiligter.
Auch der Einbindung touristischer Berufe und Karrieremöglichkeiten in die schulische Berufsorientierung und über Betriebspraktika kommt eine hohe Bedeutung zu. Möglichkeiten zur frühzeitigen Begeisterung für den Tourismus werden von der Branche bislang zu wenig genutzt.
Mit Blick auf eine Selbstständigkeit im Tourismus gaben die Teilnehmenden zu bedenken, dass „der Dschungel an Vorschriften und Erfordernissen bis zur Umsetzung der eigenen Unternehmensidee für viele kaum mehr zu bewältigen ist.“ Gründerpaten, Verwaltungslotsen und verbesserte Informationsmöglichkeiten könnten junges Unternehmertum fördern.
Zahlreiche Fachbeiträge unterstützten das abwechslungsreiche Veranstaltungsformat.
Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Tourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern und Tourismusbeauftragter des Landes pointierte als Gastreferent mit seinem Beitrag „Erfolgsgeschichte ohne Ende? Mecklenburg-Vorpommerns Weg in die touristische Balance“ Gemeinsamkeiten und gemeinsame Herausforderungen der Tourismusentwicklung an der Ostseeküste und im Allgäu. Insbesondere gehe es mit Blick auf die Generation Zukunft heute darum, mit den verfügbaren Ressourcen auszukommen und zukünftige Generationen mit gleichen Chancen starten zu lassen, verdeutlichte Woitendorf.
Manfred Hegedüs, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Allgäu gab einen Einblick, wie Unternehmen aus Sicht der Sparkassen die eigene Arbeitgeberattraktivität als Chance im Wettbewerb um kluge Köpfe nutzen können. Und auch die Auszubildenden Kaufleute für Tourismus und Freizeit der Berufsschule Ostallgäu brachten sich aktiv in das Programm mit ein und teilten in einem Videobeitrag ihre Motivation für das Arbeiten im Tourismus. Kaum eine andere Branche biete vielfältigere und internationalere Möglichkeiten für die individuelle Karriereentwicklung, zeigten die Nachwuchskräfte auf.
Das Tourismusforum 2024 hat uns wieder einmal verdeutlicht, wie eng Tourismus und die Zukunftsfähigkeit unserer Region zusammenhängen und wie wir alle gemeinsam von einer engeren Zusammenarbeit profitieren. Es gilt zukünftig mehr denn je, generationenübergreifend im Gespräch zu bleiben und Partnerschaften zu bilden. Damit ist auch ein wesentliches Ziel des Tourismusforums erreicht.
Die Tourismusforen der vergangenen Jahre finden sich in der Zusammenfassung unter https://www.schlosspark.de/wir-im-ostallgaeu/tourismusforum.










