Inklusion
Verleihung Inklusionsblume

Landrätin Maria Rita Zinnecker hatte die Auszeichnung bei der diesjährigen Festveranstaltung im Landratsamt an insgesamt sieben Personen und Organisationen vergeben. Mit der Inklusionsblume werden Einzelpersonen oder Gruppen geehrt, die sich in besonderem Maße für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung einsetzen.
In ihrer Begrüßung betrachtete Landrätin Zinnecker die Gründe, warum es richtig ist die Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu fördern. Neben wirtschaftlichen, rechtlichen und ethischen Punkten gibt es auf die Emotionalen. Diese sieht sie auch bei den Auszuzeichnenden, die mit Herzblut für Inklusion arbeiten. Mit der Inklusionsblume erfolgt nicht nur eine Ehrung; sie soll auch ein Zeichen sein für andere, sich ebenfalls einzusetzen.
2025 ausgezeichnet wurden die Adalbert-Stifter-Grundschule Marktoberdorf, die Inklusionsfirma „Kantine Frisch und Fair“ gGmbH, das Inklusionsteam des ADFC Kreisverbands, die Behinderten- und Seniorenbeauftragte der Stadt Buchloe, Christine Hantschel, die Georg Jos. Kaes GmbH, die Realschule Füssen und Dagmar Rothemund von den Wertachtal-Werkstätten.
Die Veranstaltungsgäste waren Vertreter der Kommunen, der Behindertenarbeit, Werkstätten- und Heimbeiräte und die in den vorherigen Jahren ausgezeichnete. Mit musikalischer Begleitung durch Christoph Dannigkeit, Beschäftigtenbeirat der Wertachtal-Werkstatt in Marktoberdorf, gab es noch lange nach dem offiziellen Teil regen und freundschaftlichen Austausch.
Die Verleihung der Inklusionsblume erfolgt jährlich. Vorschläge können an die Inklusionskoordination des Landkreises per E-Mail inklusion@lra-oal.bayern.de oder telefonisch unter 08342 911 225 gemacht werden.
Treffen der Beratungsstellen
Anfang des Frühjahrs kam es zum ersten Mal zu einem Treffen der Beratungsstellen im Raum Kaufbeuren-Ostallgäu. Über 90 Teilnehmende haben teilgenommen. Ziel war eine bessere Vernetzung zwischen den Beratungsstellen zu schaffen. Das dient dazu, dass eine Beratungsstelle nicht nur in seinem Fachbereich beraten kann, sondern auch bei anderen Fragen zu einer geeigneten Vermittlungs- oder Fachberatungsstelle weiterleiten kann.
Dazu unterhielten sich die Teilnehmenden in abwechselnden Arbeitsgruppen und erarbeiteten für ihre Beratungsstellen Profile. Wer berät zu welchen Themen für wen und in welcher Form. Da gab es selbst für alte Hasen Überraschungen, welche Fachbereiche und Kompetenzen bei anderen Beratungsstellen vorhanden sind.
Das Fazit am Schluss war überaus positiv. Mit der besseren Vernetzung wird in Zukunft auch eine bessere Beratung und Unterstützung von Anfragenden im Landkreis erfolgen.
Aktionstag Jugend und Menschen mit Behinderung
Alle zwei Jahre findet der Aktionstag Inklusive Dir des Kreisjugendrings und der Offenen Behindertenarbeit in Marktoberdorf statt. Auch dieses Mal war die Inklusionskoordination mit einem eigenen Stand zusammen mit dem Kreisbehindertenbeauftragten und der Selbsthilfekontaktstelle Kempten vertreten.
Hier konnten Kinder bei der Ostallgäu Rallye mitmachen. Im Team „fährt“ man mit einem Stift auf dicken weißen Linien auf einer Karte des Ostallgäus von Gemeinde zu Gemeinde. Dabei muss der Fahrende oder Stift-Halter die Augen schließen, während sein Beifahrer oder Beifahrerin ihm Richtungsanweisungen gibt – beinahe wie in einem richtigen Rallyerennen.
Dabei lernt man:
Wie es ist, nicht sehen zu können und die Orientierung zu verlieren.
Wie es ist, jemand zu helfen und gebraucht zu werden.
Das Spiel hat so viel Anklang gefunden, dass es jetzt auch zuhause gespielt werden kann.
Fortbildung „Umgang mit psychischer Erkrankung“
Über 2.200 Menschen im Ostallgäu haben eine als Behinderung anerkannte psychische Erkrankung. Die Art der Erkrankung ist vielfältig: Depression, Sucht, Ängste, Zwangsstörungen, Psychotische Störungen, Schizoide Wahnvorstellungen.
Drei vollbelegte Seminartermine gab es für Mitarbeitende im Haus. Referent war Frank Gebler, Pflegedienstleitung in der forensischen Abteilung am Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren. Er erklärte den Teilnehmenden Grundlagen und wies auf die Besonderheiten im Umgang mit Menschen mit psychischer Erkrankung hin.
Das fängt an mit der Kommunikation. Eine Depression kann dem Menschen die Kraft nehmen, sich mit Amtsschreiben zu befassen; oder die Person hat Ängste, die ihn daran hindern Briefe zu öffnen. Dann gibt es oftmals den Fall, dass die Medikamente zur Behandlung der psychischen Erkrankung einen Menschen kognitiv stark einschränken.
Das gilt es zu beachten, wenn man einem Betroffenen einen Bescheid schickt, er ins Amt kommt oder man zu ihm herausfährt. Dazu gab es Tipps, wie man auf auffälliges Verhalten reagiert und – auch das ist leider notwendig – was man bei Eigen- oder Fremdgefährdung machen soll.
Für die Teilnehmenden war es eine gelungene Veranstaltung, die Ihnen viele Ratschläge für Ihre tägliche Arbeit im Amt gab.
Info-Veranstaltung „Mentale Gesundheit in der Gemeinde“
Zum gleichen Thema gab es am 9. Dezember eine Info-Veranstaltung im Landratsamt. Unter dem Titel „Mentale Gesundheit in der Gemeinde“ zeigten die Referentinnen an drei unterschiedlichen Konzepten, wie sich vor Ort Ehrenamtliche engagieren können.
Andrea Schwaderlapp stellte das Programm „Mental Health First Aid“ (MHFA) vor, die sogenannten Ersthelfer für seelische Gesundheit. Wie Ersthelfer bei einem Unfall geht es bei MHFA nicht darum, zu behandeln, sondern zu erkennen, dass eine psychische Belastung oder Krise vorliegt und den Betroffenen zu helfen, professionelle Hilfe zu bekommen.
EX-IN-Genesungsbegleiter. Das sind Personen, die selbst schon in einer psychischen Krise waren und Hilfe bekommen haben und anderen, psychisch Erkrankten helfen. Marion Hess vom BKH Kaufbeuren und de EX-IN-Genesungsbegleiterin Kerstin Schubbert erklärten das Konzept und wie sich Ehrenamtliche dafür ausbilden lassen können.
Für Jugendliche gibt es vom Kreisjugendring „Kopfsache“ – eine Aufklärungs- und Mitmachkiste für mentale Gesundheit. Mit ihr können Jugendliche in einer Gruppe sich mit dem Thema auseinandersetzen, Informationen erhalten, sich selbst reflektieren und Möglichkeiten finden, wie man mentale Belastungen, wie Ängste, Familienstreit, Liebeskummer bewältigen kann.
So unterschiedlich wie die vorgestellten Projekte war auch der Hintergrund der Teilnehmenden: Gemeindliche Senioren-, Jugend- und Behindertenbeauftragte, Vereinevertreter, Seelsorger und interessierte Bürgerinnen und Bürger.
Das Resümee der Veranstaltung war, dass das Thema mehr Aufmerksamkeit verlangt und die vorgestellten Projekte zeigen, dass auch vor Ort ein Engagement möglich ist.







