Jahresbericht 2021

Ökomodellregion

Projekt „MAHLZEIT“ der Öko-Modellregion erhält 175.000 Euro Förderung

Förderung Zukunft aufgetischt! Ernährung gemeinsam gestalten

 

Der Landkreis Ostallgäu wurde mit dem Projekt „MAHLZEIT – Den Einsatz regionaler (Bio-) Produkte in Ostallgäuer Küchen stärken“ von der Robert-Bosch-Stiftung für eine Förderung von bis zu 175.000 Euro ausgewählt. Ziel des Projekts ist es, in den kommenden zwei Jahren die Außer-Haus-Verpflegung in Kitas, Schulen und Betrieben nachhaltig und qualitativ hochwertig zu gestalten. Ein zentraler Ansatz ist die breite Beteiligung aller relevanten Akteure entlang der Wertschöpfungskette – von der Landwirtschaft bis zu den Verbrauchern.

 

Das Projekt, umgesetzt in Zusammenarbeit mit den Vereinen SoLaWi MaNa Allgäu und Allgäu FairNetzt, ist Teil des Programms „Zukunft aufgetischt!“, bei dem insgesamt zehn Kommunen aus verschiedenen Bundesländern gefördert werden. Das Förderprogramm wird von verschiedenen Partnern begleitet und unterstützt den Aufbau nachhaltiger Ernährungssysteme auf kommunaler Ebene.

 

 

Auftaktveranstaltung mit verschiedenen Impulsgebern

 

Das Projekt setzt sich dafür ein, die Bedeutung regionaler Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung für eine gesunde Ernährung stärker ins Bewusstsein zu rücken. Ziel ist es, die Zusammenarbeit aller Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette zu intensivieren und damit die Qualität und Regionalität der angebotenen Speisen zu fördern.

 

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung im Landratsamt in Marktoberdorf diskutierten die verschiedenen Akteursgruppen (Landwirtschaft, Zivilgesellschaft, Kommunalpolitiker, Pädagogen und Einrichtungsleitungen), wie nachhaltige Ernährung vor Ort gefördert und wie die Bevölkerung in diesen Prozess eingebunden werden kann. Praxisbeispiele zeigten, wie Kooperationen zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Gemeinschaftsverpflegung gelingen und den Zugang zu heimischen Produkten stärken.

 

In der kommenden Projektphase werden gezielt Beteiligungsprozesse für interessierte Kommunen und Einrichtungen initiiert. Gemeinsame Workshops und Gespräche sollen vor Ort Lösungen für eine nachhaltigere Ernährung entwickeln. Das Projekt versteht sich dabei als Wegbereiter und Partner für innovative und regionale Ernährungsstrukturen.

 

 

 

 

Öko-Modellregion fördert 15 Kleinprojekte mit rund 48.000 Euro

Mit rund 48.000 Euro unterstützt die Öko-Modellregion in diesem Jahr 15 Kleinprojekte der regionalen Bio-Land- und Lebensmittelwirtschaft. Die eingereichten Förderanfragen stammen von Bio-Landwirten und Bio-Verarbeitern aus dem ganzen Landkreis und repräsentieren die große Vielfalt des Biolandbaus im Ostallgäu. Die Bandbreite der geförderten Projekte reicht von Initiativen im Bereich Bio-Rindfleisch und vermarktungsfördernden Anschaffungen über biodiversitätssteigernde Projekte wie ökologische Streuobstwiesen und ökologische Imkerei bis hin zu Digitalisierungsmaßnahmen für Betriebe und einen Unverpackt-Laden. Die geförderten Projekte wurden bis Ende September 2025 abgeschlossen. Besonders viele der geförderten Maßnahmen stammen von direktvermarktenden Bio-Rindfleischbetrieben. Unterstützt werden unter anderem die Anschaffung moderner Ausstattung wie Dry Ager sowie von Gerätschaften und Räumlichkeiten zur Verbesserung der Verpackung und Vermarktung von Bio-Rindfleisch wie beispielsweise ein Schockfroster für die Burgerpattie-Produktion. Auch alternative Schlachtmethoden wie Hof- oder Weideschlachtungen erhalten Förderung. Zudem zählen zur Projektvielfalt die Anschaffung eines Pfandautomaten, einer Getreidereinigungsmaschine für Speisegetreide, Gerätschaften zur Pflege von ökologischen Streuobstwiesen und zur Abfüllung von Apfelsaft von Streuobstwiesen in Glasflaschen sowie Ausstattungen für eine ökologische Bienenhaltung. In der Urproduktion wird der Umbau eines Kuhstalls zum Schafstall für Milchschafe teilweise gefördert, ebenso Flachgrubber für eine schonende Bodenbearbeitung.

 

 

 

 

Inforeihe „Hofführung & Dialog“

Die Öko-Modellregion Ostallgäu hat mit der neuen Inforeihe „Hofführung & Dialog“ eine Plattform geschaffen, um den Austausch über regionale Landwirtschaft und Ernährung zu fördern. Beim Auftakt auf dem Schlossmühlenhof der Familie Filser in Hörmannshofen informierten sich rund 30 Gäste über die hofeigene Tierhaltung, insbesondere die kuhgebundene Kälberaufzucht, und diskutierten über die Entwicklung der Direktvermarktung an regionale Abnehmer.

 

Ein besonderes Erlebnis war die Besichtigung des alten Sägewerks, das noch heute mit Wasserkraft betrieben wird. Im Anschluss an die Führung diskutierten die Besucher darüber, wie sich das regionale Angebot an Lebensmitteln verändert hat und wie jeder Einzelne den Bezug zu lokalen Produkten stärken kann. Besonders wichtig waren den Teilnehmern regionale Milch, Fleisch, Eier und Kartoffeln, die häufig direkt am Hof oder über Verkaufsautomaten bezogen werden. Die Veranstaltung betonte die Bedeutung, regionale Landwirtinnen und Landwirte in ihrem Engagement zu unterstützen.

 

Wie wächst mein Essen? - Nachhaltige Ernährung spielerisch erklärt

 

Im Rahmen des Projekts „Mahlzeit“ fand auf dem Acker der SoLaWi MaNa in Honsolgen ein besonderes Ferienprogramm für Kinder statt. Ziel war es, Kindern spielerisch und praxisnah die Herkunft und den Wert von Lebensmitteln näherzubringen.

Am ersten Tag bereiteten die Kinder auf dem Feld eine Mahlzeit aus frisch geerntetem Gemüse und Kräutern über dem Lagerfeuer zu: Dazu gehörten das Sammeln von Holz, das Backen von Brot und die Herstellung von Butter. Abgerundet wurde das Erlebnis durch gemeinsames Essen am Feuer mit handgemachtem Besteck.

 

Der zweite Tag war geprägt von Ackerspielen, wie einer Schnitzeljagd und kreativen Spielen rund um das Thema Gemüse und Natur. Die Kinder lernten dabei die Vielfalt nachhaltiger Ernährung auf spielerische Weise kennen.

Besonders wichtig waren den Kindern beim Thema Essen Gemeinschaft, Gesundheit, Geschmack und faire Herkunft von Lebensmitteln. Auch die begleitenden Erwachsenen lobten die Begeisterung und das Engagement der Kinder sowie das gemeinsame Erleben.

 

Das Ferienprogramm zeigte, wie erfolgreich Wissen über nachhaltige Ernährung und Wertschätzung regionaler Lebensmittel vermittelt werden kann. Eltern äußerten großes Interesse, sich weiter mit nachhaltigen Ernährungsformen und der Arbeit der SoLaWi zu beschäftigen. Das Projekt „Mahlzeit“ setzt damit einen wichtigen Impuls für Bildung und Beteiligung im Bereich nachhaltiger Ernährung.

 

 

 

 

Kontakt

Landratsamt Ostallgäu
Staatlich anerkannte Öko-Modellregion

Tel. 08342 911-453
Fax 08342 911-484
 
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