Wirtschaftsförderung
Ostallgäu in Zahlen 2025: elfte Auflage des »mach!«-Statistikhefts erschienen
Das Ostallgäu ist eine Wirtschaftsregion mit einer sich weiterhin stark entwickelnden Industrie-, Handwerks- und Tourismusstruktur. Diese Stärke und Vielfalt lassen sich am schnellsten anhand der wichtigsten Kennzahlen erfassen, die in der nunmehr zehnten Auflage des »mach!«-Statistikhefts übersichtlich, aber auch unterhaltsam illustriert, zusammengefasst wurden.
Bestellungen (kostenfrei) über stefanie.giersig@lra-oal.bayern.de
Unternehmensbesuche: Wirtschaftsförderung sucht auch 2025 engen Kontakt zur Wirtschaft
Die Wirtschaftsförderung des Landkreises versteht sich als Helfer und Kümmerer unternehmerischer Anliegen. Ein wesentlicher Bestandteil sind hierbei regelmäßige Betriebsbesuche, da diese einen sehr intensiven Kontakt und Austausch mit den Unternehmen ermöglichen.
Ziel ist es hierbei, im direkten Gespräch mit den Firmeninhabern aktuelle Handlungsbedarfe aufzudecken, um so geeignete Maßnahmen zur Unterstützung einleiten zu können. In 2024 wurde wieder zahlreichen Unternehmen ein Besuch abgestattet.
Gründerstammtische Ostallgäu-Kaufbeuren: Netzwerken, Austausch, Inspiration
Der Gründerstammtisch Ostallgäu-Kaufbeuren etablierte sich 2025 weiterhin als zentrale Plattform für Gründende und Gründungsinteressierte in der Region, mit dem Fokus auf ehrlichem und offenem Erfahrungsaustausch.
Zwei Veranstaltungen sind besonders hervorzuheben:
- Cybersecurity in Füssen (Mai 2025): Die Veranstaltung im Cafe Werkgeplauder in Füssen startete mit einem Einblick von Martin Braun (RIMIAN GmbH) in seine Gründungsgeschichte und Learnings zum Thema Cybersecurity.
- Inspirierende Gründungsgeschichten in Kaufbeuren (November 2025): Bei der Linara Kaufbeuren GmbH standen die persönlichen Wege von Anja Hörmann (Steuerkanzlei Hörmann) und Kevin Kärst (Kantine Frisch & Fair gGmbH) im Mittelpunkt. Sie präsentierten erfolgreiche und vielfältige Gründungsmodelle, von der Kanzleigründung bis zum nachhaltigen Sozialunternehmen.
Beide Treffen boten den Teilnehmern intensive Möglichkeiten zur Vernetzung und zum Austausch über praxisnahe Herausforderungen (z.B. Finanzierung, Marketing, Teamaufbau).
Der Stammtisch wird seit Jahren partnerschaftlich getragen von den Wirtschaftsförderungen Landkreis Ostallgäu und Stadt Kaufbeuren, Allgäu Digital, den Wirtschaftsjunioren Kaufbeuren-Ostallgäu und den AktivSenioren Bayern e.V.
Gemeinwohl-Ökonomie: Ostallgäuer Unternehmen zeigen sich überzeugt
Bei einer gemeinsamen Veranstaltung informierten die Wirtschaftsförderung des Landkreises, lokale Unternehmer und ein Gemeinwohl-Berater rund 90 Wirtschaftsvertreter im Ostallgäu über das Thema Gemeinwohlökonomie (GWÖ). Landrätin Zinnecker betonte, dass dieses Modell eine zukunftsweisende Orientierung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg bieten könne. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in die GWÖ-Prinzipien und Praxisbeispiele aus der Region. Machacek und Diepolder unterstrichen, dass beim Unternehmenserfolg Verantwortung für Mensch, Umwelt und Gemeinwohl im Mittelpunkt stehen. Die Vorteile einer Gemeinwohl-Bilanz würden den Aufwand überwiegen, und sie helfe auch bei der Mitarbeitergewinnung. Zudem wurde der Austausch über Chancen und Herausforderungen der GWÖ gefördert. Hintergrund der Veranstaltung war eine regionale Unternehmensbefragung, die großes Interesse an Gemeinwohlökonomie zeigte.
Über die Gemeinwohlökonomie:
Die GWÖ ist ein alternatives Wirtschaftsmodell, das statt finanziellem Gewinn das Wohl von Mensch und Umwelt in den Mittelpunkt stellt. Erfolge werden an einer Gemeinwohl-Bilanz gemessen, geprägt von Menschenwürde, Solidarität, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Mitbestimmung.
Ostallgäuer Kommunaldialog: Premiere mit über 80 Teilnehmenden
Über 80 Bürgermeister sowie Gemeinde-, Markt- und Stadträte aus dem gesamten Landkreis kamen auf Einladung von Landrätin Maria Rita Zinnecker und dem Gemeindetag zum ersten Ostallgäuer Kommunaldialog zusammen. Ziel der Veranstaltung war es, kommunale Entscheidungsträger mit relevanten Informationen zu unterstützen und den Austausch sowie die Vernetzung untereinander zu fördern. Zinnecker unterstrich, wie wichtig persönlicher Kontakt und Zusammenarbeit für erfolgreiche Kommunalpolitik sind. Auch kreative und neue Wege in der Kommunalentwicklung wurden ermutigt, wie der stellvertretende Vorsitzende des Gemeindetags, Thomas Pihusch, betonte.
Als Referenten berichteten Theresa Schäfer von der Schule der Dorf- und Landentwicklung sowie Karin Kamleiter von der Hanns-Seidel-Stiftung über Unterstützungsangebote wie Workshops, Ortsgestaltung und Strategien zur Stärkung von Frauen in der Kommunalpolitik. Im Anschluss konnten sich die Teilnehmenden an Infoständen informieren und weiter vernetzen. Die Resonanz war sehr positiv – rund 75 Prozent der Gemeinden waren vertreten. Aufgrund der großen Beteiligung ist für das kommende Jahr eine Fortsetzung des Kommunaldialogs angedacht.
Viel Zuspruch bei den Unternehmerabenden 2025 der Wirtschaftsregion Ostallgäu-Kaufbeuren
Im Jahr 2025 fanden zwei erfolgreiche Unternehmerabende der Wirtschaftsregion Ostallgäu-Kaufbeuren statt, die den Austausch und die Zukunftsfähigkeit der regionalen Wirtschaft stärkten.
Fokus Wandel bei Linara (Februar 2025)
Der erste Abend am 17. Februar 2025 wurde von der Firma Linara in Kaufbeuren ausgerichtet. Nach der Begrüßung durch Landrätin Maria Rita Zinnecker und Kaufbeurens Zweiten Bürgermeister Oliver Schill gab Gastredner Gerriet Danz wertvolle Einblicke, wie Unternehmen erfolgreich mit Veränderungen umgehen können. Er präsentierte Strategien für zukunftsfähige Unternehmensführung, gefolgt von einer Führung durch das preisgekrönte, nachhaltige Firmengebäude von Linara. Der abschließende Austausch wurde von den Teilnehmenden rege genutzt.
Fokus Künstliche Intelligenz (Oktober 2025)
Der zweite Unternehmerabend fand am 29. Oktober 2025 im Institut für angewandte Künstliche Intelligenz und Robotik (IKR) in Marktoberdorf statt. Nach der Begrüßung durch Landrätin Zinnecker und Oberbürgermeister Stefan Bosse informierten sich zahlreiche Unternehmer über aktuelle KI-Entwicklungen. Christian Dorer (IKR) stellte innovative Projekte wie den „KI-Führerschein“-Workshop und das neue Programm „KI Transfer+“ zur Unterstützung regionaler Unternehmen vor. Ein Höhepunkt war die Keynote von Prof. Dr. Isabell Welpe (TU München) zur Transformation der Arbeitswelt durch KI, die neue Geschäftsmodelle und digitalen Wandel beleuchtete.
Beide Veranstaltungen boten den Gästen wichtige Impulse und Gelegenheit zur Vernetzung. Die Wirtschaftsregion plant bereits weitere Treffen, um den Dialog zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Kommune zu vertiefen.
Offener Brief: Wirtschaftsbeirat Ostallgäu fordert Verkehrsminister Schnieder zur schnellen Umsetzung des B12-Ausbaus auf
Landrätin Maria Rita Zinnecker und der Wirtschaftsbeirat Ostallgäu haben sich mit einem offenen Brief an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder gewandt und die zügige Umsetzung des vierstreifigen Ausbaus der Bundesstraße B12 zwischen Buchloe und Kempten gefordert. Sie verlangen: „Halten Sie Wort, realisieren Sie den vierstreifigen Ausbau der B12 wie angekündigt!“.
Zinnecker betont in dem Brief, dass das Projekt essentiell für die wirtschaftliche Entwicklung und Verkehrssicherheit der Region sei und dauerhaft gesichert werden müsse, nachdem es zwischenzeitlich auf der Kippe stand. Der Wirtschaftsbeirat unterstreicht in dem Schreiben die Dringlichkeit des Ausbaus aufgrund der hohen täglichen Verkehrsbelastung von über 20.000 Fahrzeugen und der hohen Unfallrate, die in diesem Jahr bereits drei Todesopfer forderte. Obwohl das Projekt erfreulicherweise nicht mehr auf der Streichliste steht, fordern Unternehmen nun eine verbindliche Zusage für die zeitnahe Realisierung.













