Landschaftspflegeverband
Landschaftspflege: „WIR machen Landschaft“

Für die Landschaftspflege mit LNPR-Förderung war 2025 in ganz Bayern ein schwieriges Jahr. Im Dezember 2024 wurde bekannt, dass es einen eklatanten Engpass bei den Naturschutz-Fördermitteln des Freistaats gibt, der mangels Controlling beim Bayerischen Umweltministerium nicht rechtzeitig erkannt wurde. So kam es erst einmal zu einer monatelangen Haushaltssperre bei den LNPR-Mitteln. Für 2025 konnten nur sehr begrenzte Fördermittel von den Bezirksregierungen zur Verfügung gestellt werden, die meisten davon mit Auszahlungstermin erst in 2026, so dass die Landschaftspflegeverbände für viele Monate in Vorleistung gehen mussten. Eine Solidaritätsaktion aller bayerischen Landschaftspflegeverbände Anfang 2025, bei der schon genehmigte, aber nicht prioritäre Projekte zurückgegeben wurden, erbrachte zusätzliche Gelder, von denen glücklicherweise auch der LPV Ostallgäu profitierte.
Trotz dieser widrigen Umstände konnten schließlich bis zum Jahresende alle wichtigen regelmäßigen Pflegeflächen des LPV Ostallgäu gemäht bzw. beweidet werden. Um dies zu ermöglichen, waren besondere Anstrengungen, Kreativität und Verschiebungen auf andere Fördermöglichkeiten nötig. Das Maßnahmenprogramm musste bis auf die turnusmäßigen Mahdmaßnahmen reduziert werden, es konnten nicht wie üblich Moorschutzmaßnahmen oder neue Entbuschungen beantragt werden. Weil einige Maßnahmen aber schon im Vorjahr genehmigt oder sogar schon begonnen worden waren, erfolgten auch 2025 noch einige großflächige Entbuschungen und Auflichtungen, so z.B. im Bereich Petershalde bei Halblech, am Bayerstetter Köpfel bei Nesselwang und in Seitentälern bei Pfronten.
Zum Sonderprojekt zum Biotopverbund Kaufbeuren-Pforzen gab es im Februar die Ergebnisvorstellung mit Pressetermin. Die Umsetzung der vielen vorgeschlagenen Maßnahmen gestaltet sich aufgrund der aktuell sehr beschränkten Naturschutz-Fördermittel schwierig.
Im Jahr 2025 führte der Landschaftspflegeverband (LPV) Ostallgäu Landschaftspflege- und Moorschutzmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von ca. 350.000 € durch. Schwerpunkte der Tätigkeiten waren vor allem die Mahd von Streuwiesen, Nasswiesen und Steilhängen, daneben aber auch Entbuschungen und Auflichtungen auf vielen kleineren Flächen im ganzen Landkreis.
Am Vogelberg am Ostufer des Forggensees wurde es in den letzten Jahren zunehmend problematisch, das Mähgut vom Steilhang zu bergen: Seit einiger Zeit wird der Wasserspiegel des Stausees bis in die Herbstmonate sehr hoch gehalten, so dass lange kein Schlepper über das Kiesufer fahren kann. Aus naturschutzfachlichen Gründen müssen die Magerrasen hier aber schon im Sommer gemäht werden, weil sonst die Gräser zunehmen und die Orchideen und andere seltene Blumen verdrängen. 2025 gab es nun ein Novum: mithilfe eines Baggers mit Greifarm und eines Dumpers, der durch das flache Wasser fahren kann, gelang eine sommerliche Bergung des Heus.
Projekt „Brutplatzmanagement für Wiesenbrüter“ im nördlichen Landkreis
Auch wenn Ende Februar schon mal 150 Kiebitze durch die Wiesenbrütergebiete im Nordlandkreis durchzogen – geblieben sind leider die wenigsten. Auch in diesem Jahr engagierte sich der LPV für den Kiebitzschutz mit dem Sonderprojekt zum Brutplatzmanagement für Wiesenbrüter Schwaben, bei dem der LPV als Träger zuständig für den Landkreis Ostallgäu ist. Leider war die Witterung sehr ungünstig – zuerst in Bodennähe lange zu kalt und dann während der Hauptbrutsaison im April/Mai zu trocken und damit ein nur geringes Nahrungsangebot für die Küken. Deshalb war der Bruterfolg im Projektgebiet deutlich geringer als in früheren Jahren, mit nur 10 flüggen Jungvögeln.
LNPR-Projekt zur Entwicklung artenreicher Wiesen („Wiesenhilfsprojekt Blütenreich Ostallgäu Phase II“)
Im Januar startete das Nachfolgeprojekt zum Biodiversitäts-Projekt „Wiesenhilfsprojekt Blütenreich Ostallgäu“. Es wird nun über LNPR-Mittel gefördert und läuft bis Ende 2028. Neue Projektmanagerin ist seit Juni 2025 Frau Christin Ruck, die bis dahin an der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Ostallgäu arbeitete.
Schwerpunkte des Folgeprojektes sind die artenreichen Flachland-Mähwiesen in den FFH-Gebieten und die Bergmähwiesen vor allem im Raum Pfronten. Weiterhin werden geeignete Wiesen zur Aufwertung gesucht, die eher artenarm sind, aber schon längere Zeit nicht gedüngt werden, so dass hier gute Chancen für eine Artenanreicherung bestehen. Auch die Meldung weiterer geeigneter artenreicher Spenderflächen ist willkommen. Zum einen für eine Samenbeerntung mit Spezialgerät (in dem Fall ist nachher wie gewohnt eine Mahd möglich) oder zum anderen für eine Mähgutübertragung. Vor allem im Nordlandkreis mangelt es an solchen naturschutzfachlich hochwertigen Flächen.
Im Jahr 2025 erfolgte die Samenernte sowohl mit dem handgeführten „Wiesefix“ als auch mit dem Anbau-Wiesefix“, der von einem kleinen Schlepper gezogen wird. Es wurden so 20 Spenderflächen beerntet, davon fünf neue Spenderflächen, insgesamt 13 ha groß. Dabei konnten 110 kg Saatgut geerntet werden, das im Frühjahr 2026 auf geeigneten Empfängerflächen ausgebracht wird. Außerdem konnte in Zusammenarbeit mit der Realschule Füssen eine Mähgutübertragung stattfinden.
Auf den bisherigen 45 Maßnahmenflächen aus der ersten Projektphase wird die Bestandsentwicklung weiter kontrolliert und dokumentiert. Am Erntedanksonntag gab es in Pfronten am Tag der Regionen einen Infostand zum Projekt.
Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung
Ende April war der LPV Ostallgäu zum zweiten Mal beim Infostand zur Landschaftspflege im Allgäu auf der Agrarschau in Dietmannsried beteiligt. Dabei wurde auch ein großer Dumper (Kettenfahrzeug) zur Streuebergung auf Moorflächen präsentiert und der handbetriebene „Wiesefix“ vom Ostallgäuer Wiesenhilfsprojekt. Inzwischen haben die Allgäuer Landschaftspflegeverbände (inkl. Landschaftserhaltungsverband Ravensburg) beschlossen, dass dieser Stand mit wechselnden Themenschwerpunkten und Attraktionen jedes Jahr auf der Agrarschau vertreten sein wird.
Im Jahr 2025 fanden insgesamt drei Exkursionen des LPV Ostallgäu im Rahmen von BayernTourNatur statt. Zusätzlich gab es noch eine Pilzexkursion für den Gartenbauverein Marktoberdorf, eine Exkursion für die Autobahn GmbH in Kempten und München bei Eisenberg, und die Unterstützung einer Exkursion der Allgäuer Bergwachtler bei Pfronten.
Außerdem wurden in Zusammenarbeit mit dem Verein Bergwaldprojekt e.V. Ende Juni eine Projektwoche mit der Montessori-Schule von Kaufering und Ende Juli eine Projektwoche für Erwachsene aus ganz Deutschland durchgeführt.











