Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege
Ehrungen und Satzungsänderung: Lichtmesstreffen der Ostallgäuer Gartenbauvereine

Beim traditionellen Lichtmesstreffen des Kreisverbands Ostallgäu für Gartenbau und Landespflege standen in diesem Jahr die Würdigung herausragender Verdienste sowie eine Satzungsänderung auf der Tagesordnung. Hubert Heider, langjähriger Vorsitzender der Blumen- und Gartenfreunde Buchloe, erhielt den Schwabenteller, die höchste Auszeichnung des Bezirksverbandes, für seinen unermüdlichen Einsatz seit 1976. Die Ehrung nahm Kaspar Rager, Ehrenvorsitzender des Kreisverbands, in einer Laudatio vor. Nachfolgerin von Heider wird Andrea Singer. Zudem wurde Sonja Geiger für 25 Jahre Engagement im Gartenbauverein Westendorf ausgezeichnet.
Neben den Ehrungen stand eine Satzungsänderung auf der Tagesordnung: Der Kreisverband wird sich künftig als eingetragener Verein organisieren. „Die Eintragung bringt Vorteile, wie die Möglichkeit des Grundstücksankaufs und eine Entlastung der Vorstände“, erklärte Vorsitzende Renate Polzer. Die Vorsitzenden der Gartenbauvereine stimmten dem Vorschlag einstimmig zu.
Impulse für das neue Gartenjahr gaben zwei Vorträge: Daniela Guglhör vom Obst- und Gartenbauverein Halblech und stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbands stellte das Projekt „Kischta Gärtle“ vor. Dabei bauen, gestalten und bepflanzen Kinder und Jugendliche Holzkisten und ziehen darin über das Jahr Gemüse, Kräuter und Blumen. Die Idee stamme aus Vorarlberg, so Guglhör, und erfreue sich in Österreich bereits großer Beliebtheit. Wie gut das Projekt auch in Halblech ankommt, zeigte sie in einem Vortrag und regte die Vorsitzenden der Gartenbauvereine an, sich die Idee abzuschauen. Stefanie Schmid berichtete über die Jugendarbeit des Obst- und Gartenbauvereins Ketterschwang und gab Einblicke in die Organisation der landkreisweit einzigartigen Ketterschwanger Moschtkucha.
Gartenzertifizierung „Bayern blüht – Naturgarten“
Bei der Zertifizierung von Privatgärten im Rahmen des Projekts „Bayern blüht – Naturgarten“ konnten dieses Jahr zehn Gartenbesitzer im Landkreis Ostallgäu ausgezeichnet werden. Sie erhielten eine Ehrenurkunde sowie eine Gartenplakette für die Leistung einer nachhaltigen Gartenbewirtschaftung. Ziel der Aktion ist die Erhaltung einer intakten, artenreichen und vielseitigen Gartenkultur, um einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz zu leisten. Dabei werden positive Beispiele herausgestellt und sollen damit zur Nachahmung anregen.
Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Ostallgäu möchte weiterhin die Aktion „Naturgarten“ unterstützen. Ein Naturgarten bietet vielen heimischen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum. Im Naturgarten herrscht keine Wildnis, sondern er ist ganz bewusst im Einklang mit der Natur gepflegt und bewirtschaftet. Durch diese nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung sowie eine vielfältige Gestaltung wird die heimische Artenvielfalt gefördert. Die Kriterien von „Bayern blüht – Naturgarten“ können hier als Leitfaden verstanden werden.
Haben Sie bereits einen Naturgarten, naturnahen Garten oder einen vielfältig belebten Garten? - Dann können Sie ab sofort als Mitglied eines Gartenbauvereins im Landkreis Ostallgäu ihren Garten kostenfrei zertifizieren lassen. Nicht-Mitglieder tragen einen Eigenanteil von 20,00 €. Anmelden kann sich jeder interessierte Gartenbesitzer bei der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Ostallgäu.
Tag der offenen Gartentür 2025 - neun Gärten im Landkreis waren geöffnet
Im Landkreis Ostallgäu nahmen am „Tag der offenen Gartentür“ in diesem Jahr neun Gärten in Irsee (Garten-Rundweg), Ruderatshofen und Aufkirch teil. In Irsee bestand die Möglichkeit, sieben teilnehmende Gärten zu besichtigen und dabei einen Spaziergang durch die Baukultur der Gemeinde zu machen. Besucher konnten sich jede Menge Anregungen für den eigenen Garten holen, Kontakte knüpfen und Garten-Erfahrungen austauschen.
Veranstalter der Aktion sind das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg, Abteilung Gartenbau, der Schwäbische Bezirksverband für Gartenbau und Landespflege, der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Ostallgäu mit den örtlichen Vereinen sowie die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Ostallgäu.
Jugendleiter des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege treffen sich unter dem Motto „Kinder brauchen Erdung“
Im Rahmen des Jugendleiter-Seminars hat dieses Jahr der Referent und Naturpädagoge Thomas Janscheck einen Workshop rund um den Garten als Naturerlebnisraum mit dem Thema „Kinder für die Natur begeistern“ durchgeführt. Der noch relativ junge und sehr engagierte Obst- und Gartenbauverein Eggenthal war als Teampartner aktiv mit dabei. Zu dem Seminar mit dem Titel „Kinder brauchen Erdung“ kamen Jugendleiterinnen und Jugendleiter örtlicher Gartenbauvereine aus dem ganzen Ostallgäu. Veranstalter des Seminars ist der Kreisverband für Gartenbau & Landespflege Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren in Zusammenarbeit mit der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Ostallgäu.
Im Laufe des Seminars präsentierte Marlies Schleifer vom Obst- und Gartenbauverein Eggenthal die Aktivitäten aus dem Vereinsleben und ging dabei auf die Gründung des Vereins vor fast 20 Jahren ein. Seit einigen Jahren kümmert sich der Verein um die Pflege des Weges zur Kirche Maria Seelenberg und beteiligt sich aktiv an Projekten zur Aufwertung der Flächen rund um die Kirche. So tragen die Mitglieder in vielen ehrenamtlichen Stunden wesentlich zur Ortsverschönerung bei. Zudem werden vom Gartenbauverein Eggenthal Blumenkästen aufgestellt und gepflegt, beispielsweise am Dorfplatz der Verwaltungsgemeinschaft Eggenthal und der Raiffeisenbank sowie an den Brücken im Ort. Ebenso hat sich der Verein den Bau eines Insektenhotels sowie die Anlage einer insektenfreundlichen Wildblumenwiese am Pfarrheim in Eggenthal zur Aufgabe gemacht.
Im Veranstaltungsraum des Pfarrheims fand auch der theoretische Teil des ausgebuchten Seminars statt, in dem Janscheck Tipps für die Jugendarbeit im Obst- und Gartenbauverein gab – von Gestaltungsideen für einen Naturerlebnisraum „Kartoffelkiste und Marmeladenmeile“ bis hin zu „Das Gartenjahr erlebnisorientiert vermitteln“. Dabei hatte er für die Pflanzenbeispiele immer die dazu passende Geschichte. Am wichtigsten sei bei der Naturpädagogik die Vermittlung des Zugangs zur eigenen Natürlichkeit und die Achtsamkeit im Umgang mit der Mitwelt, so Janscheck. Den Nachmittag verbrachte die Gruppe auf einem Grundstück in der freien Natur. Dort begrüßte der Vorsitzende des Vereins Eggenthal, Thomas Eichhorn, die Teilnehmer und freute sich über das Interesse und den Einsatz zur Vermittlung der Werte der Natur in der Kinder- und Jugendarbeit.
Praktische Beispiele für die Kinder- und Jugendarbeit
In der Natur- und Gartenwerkstatt bot der Referent Janscheck verschiedene praktische Aktionen zum Nachmachen und Mitnehmen an, wie zum Beispiel Baumgeister aus Salzteig bauen, Pikierstäbe schnitzen als Werkstücke für den Schnitzführerschein, Hopfensäckchen und selbstgemachte Holunderketten. Abgerundet wurde das Seminar durch den Vortrag des Gedichtes „Den Gärtnern“ von Friedrich Rückert, zwei Geschichten sowie einigen gemeinsam gesungenen Liedern zum Thema Natur und Garten, die Janscheck auf seiner Zither begleitete.
Ausbildung zum Qualifizierten Obstbaumpfleger in Schwaben
Die Ausbildung zum Qualifizierten Obstbaumpfleger 2024/2025 hat schwabenweit in den Landkreisen Donau-Ries, Dillingen, Günzburg und dem Ostallgäu stattgefunden. Die Zielsetzung der Veranstaltung ist die Vermittlung von Wissen und grundlegenden Techniken der Obstbaumpflege, um die schwäbischen Streuobstwiesen als besondere Elemente unserer Kulturlandschaft zu erhalten. Der Kurs erstreckte sich in elf Tages-Modulen über den Zeitraum eines Jahres. Die Schulung bietet praxisnahe Einblicke in die verschiedenen Aspekte der Obstbaumpflege. Organisiert wird die Reihe von der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege in Zusammenarbeit mit den Kreisverbänden für Gartenbau und Landespflege.








